Beiträge von dagmarjung

    Bevor Cara hier einzog, habe ich diverse VDH Züchter mehrerer Rassen gefragt, ob Single plus Welpe plus Halbtagsjob vereinbar sei. Alle haben mich erstaunt angeschaut und gemeint, klar, wieso fragst du überhaupt? (Da kannte ich noch gar keine Hundeforen im Internet... ;) )

    Als Cara dann einzog, hatte ich meinen Jahresurlaub genommen, und das stressfreie Allejnebleiben war mein alleroberstes Erziehungsziel. Wichtiger als alles andere. Wichtiger als Stubenreinheit.

    Denn das war klar, wenn ich nicht da bin, passieren auch öfter mal Unfälle. Egal, ich habe das Wohnzimmer mit Zeitungspapier ausgelegt, und mich auch innerlich nie über Verschmutzungen aufgeregt.

    Ich habe diese zwei Ziele, Alleinebleiben und Stubenreinheit also bewußt getrennt betrachtet und einem davon klaren Vorrang eingeräumt.

    Das Alleinebleiben habe ich so aufgebaut, daß ich von Anfang an die Zeit meiner künftigen Abwesenheit zu ereignislosen Ruhezeit bestimmt habe, in der nichts für den Hund Tolles passiert und der Hund auch nicht weiter beachtet wird. Alles Schöne geschieht davor oder danach. (Ganz am Anfang wurde diese Zeit natürlich noch durch kurze Lösegänge unterbrochen. )

    Innerhalb dieser Zeit habe ich Cara dann jeden Tag erst ganz kurz, dann länger alleine gelassen.

    Einen Notfalplan hatte ich zunächst nicht, die Kontakte haben sich erst mit der Zeit ergeben. Hätte sich innerhalb der Urlaubswochen gezeigt, daß Cara ernsthafte Trennungsangst gehabt hätte, dann wäre noch Zeitreserve da gewesen, um rechtzeitig eine Betreuungslösung zu organisieren.

    Es hat aber tatsächlich ohne geklappt.

    Und Cara stubenrein ist Cara auch geworden.

    Nach soviel Positivem doch noch etwas, was ich kritisch sehe: Scout ist wenig bemuskelt, dafür im Körper etwas teigig. Selbst wenn die Abstammung Labbi/Boxer mit einem Schuß Chow Chow nur Vermutung sein sollte, allein schon der breite Schädel läßt eigentlich auf einen deutlich athlethischeren Hundetyp schließen.

    Ich hätte Scouts Alter viel höher geschätzt als seine 5 Jahre. Als er zB auf den Baumstamm gelockt wird, fällt ihm der kleine Sprung sichtlich schwer.

    Meine Vermutung ist, daß er nach Ami-Art früh, vielleicht schon im Tierheim kastriert wurde und deshalb nicht die Muskulatur entwickeln konnte, die er ansonsten gehabt hätte.

    Hunde nass und dreckig, er wird nass und dreckig und es wirkt als ob es ihn wirklich nicht stört. Ist mir sofort sympathisch, der Mr. Walz.

    Politiker zeigen sich ja gerne mal mit Hund, wegen Sympathiepunkten. Aber bei Walz ist es echt, der Mann ist authentisch in dem, was er tut und sagt. Der geht nicht nur einmal im Jahr mit seinem Hund raus, wenn eine Kamera dabei ist, der ist ein echter Hundemensch.

    Vergleiche gerade deutsche Hundewiese mit dog park in Minnesota. Was für ein Gassigebiet

    Ja, das finde ich auch sehr interessant zu vergleichen.

    Ich kenne aber hier in meiner direkten Umgebung durchaus ebenso weitläufige Auslaufflächen, Hannover ist da nämlich gar nicht schlecht aufgestellt, auch wenn einige davon nur außerhalb der Brut-und Setzzeit zur Verfügung stehen.

    Andererseits gibt es halt auch viele Hundewiesen in Deutschland, die klein und unattraktiv sind oder aus sonstigen Gründen kaum nutzbar.

    Wenn ich "dog park" in die Suchmaschine eingebe und mich in den USA umschaue, dann gibt es da alles mögliche zu sehen, von recht großzügigem Gelände bis zu winzigen umzäunten Gehegen, die nicht mal Naturboden aufweisen, sondern mit künstlichem Rasen belegt sind. Also auch in den USA gibt es da eine große Bandbreite, und viele dieser Dogparks sind einfach nur gruselig.

    Also es gibt weder "die" deutsche Hundewiese noch "den" dog park.

    Auch den Strand, wo Walz mit seinem Hund hingeht, würde ich sonntags bei Schönwetter ebenso meiden wie bei uns den Hundestrand am Silbersee bei gleichen Bedingungen. 30 bis 50 Hunde auf einem Haufen und dann ordentlich Bällchen werfen, hurrah! :mrgreen-dance: :roll:

    Der (hoffentlich) künftige Vizepräsident der USA Tim Walz und sein Hund Scout, ein Mischling aus dem Tierschutz, beim gemeinsamen Spaziergang.

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    Aus den Kommentaren:"I love how this is as much about walking Scout as it is about taking Tim's secret service agents out for enrichment."

    Hier ist noch einmal Cara im Alter von 5 Monaten. Sie hat einen Zweig mit 2 Kastanien dran gefunden und trägt ihn nun beim Spaziergang mit sich. Ich habe den Zweig vorher in keiner Weise interessant gemacht oder gar geworfen.

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    Klar können Hunde das Tragen auch gut lernen und Freude am Apportieren entwickeln. Bei Cara war es aber offensichtlich genetische Anlage, die sich auch schon von Anfang an - mit gut 8 Wochen - zeigte.

    Als ich Cara bekam, wollte ich zwar auf jeden Fall Hundesport machen, war aber nicht auf eine bestimmte Sportart festgelegt. Dummytraining war mir noch kaum ein Begriff. (Ich dachte damals, Apportieren wäre eher langweilig... ist mir im nachhinein echt peinlich :roll: :headbash: )

    Cara zeigte mir aber deutlich, wo ihre Talente lagen. Und so kamen wir zum Dummytraining.

    Wenn ich mir heute einen Welpen gezielt im Hinblick auf Dummytraining aussuchen wollte, würde ich schon darauf achten, daß er so eine Beziehung zu Gegenständen hat, zumal bei Pudeln, die ja im Gegensatz zu den Retrievern genetisch schon lange nicht mehr auf die Eignung zum Apportierhund selektiert werden.