Beiträge von dagmarjung

    Hundewelpengruppe, erst austollen. Ich weiß noch wie mein Welpe immer von einem Dovermanwelpen gejagd wurde. Hatte immer Angst aber da lernen Hunde sehr viel schon alleine das sie unter sich sind und sich austoben. Danach gab es immer ne runde Stunde Training. Ist super, brauchst du nicht eh nen "Hundeführerschein" ?

    Es tut mir leid, daß ich da schon wieder reingrätschen muß, aber eine Welpengruppe wie hier geschildert solltest du, liebe TE, auf gar keinen Fall besuchen!!!

    - Welpen dürfen miteinander spielen, aber es geht gar nicht, daß ängstliche Welpen von größeren gejagt werden. So lernen die einen, daß andere Hunde gefährlich sind, und die anderen, Schwächere als Jagdwild zu behandeln und zu mobben.

    Eine gute Trainerin hat das alles im Auge und bricht wenn nötig, sofort ab.

    - Eine runde Stunde Training ist für Welpen viel zu viel, und das auch noch nach der Toberei mit anderen wäre eine gnadenlose Überlastung.

    Eine gutgeführte Welpenstunde umfaßt Umweltgewöhnung, kleine Übungen (Minutenweise!), freies Spiel (nicht zu lang) und dazwischen immer wieder Pausen, in denen die Menschen zB Theorie vermittelt bekommen und die Welpen lernen, Ruhe zu halten trotz der Anwesenheit von anderen Hunden und Menschen.
    Alles zusammen: eine Stunde.

    Dagmar & Cara

    frisst draußen alles (auch nicht essbare Sachen)

    Frisst er draußen wirklich alles oder nimmt er nur alles in den Fang? - Falls letzteres, das ist normales Welpenverhalten und geht irgendwann von selbst vorbei. Genau wie Kleinkinder müssen junge Hunde alles in den Mund nehmen, das gehört zur Entwicklung dazu. Das kann einem zugegebenermaßen schon Sorgen machen, mir ist damals zu Caras Welpenzeiten erst so richtig aufgefallen wie unglaublich viel Müll bei uns herumliegt. Glasscherben, Zigarettenkippen...
    Sollte der Kleine dagegen tatsächlich zwanghaft nicht essbare Dinge fressen, wäre das ein Alarmzeichen und nicht normal.

    Um Gottes Willen nicht zum Polizeihundesportverein !!!!

    Sorry, aber das ist Blödsinn. Viele ältere Hundesportvereine heißen traditionsbedingt so, das sagt absolut nichts darüber aus, wie dort heute Hundeausbildung abläuft. Das kommt nämlich ganz auf den einzelnen Verein an.

    Es istz allerdings immer das beste, man sieht sich eine Welpenstunde, egal ob im Verein oder in einer Hundeschule, erst einmal ohne den Welpen an, nur als Zuschauer/in. Dann kann man am besten beurteilen, ob es für den eigenen Hund passt.

    Dagmar & Cara

    Junge Wildcaniden müssen sich noch nicht selbst versorgen sondern werden von den Eltern gefüttert. Sie bekommem also ihr Futter umsonst, ohne eine Leistung dafür zu erbringen. Hier einen künstlichen Mangel zu erzeugen, ist nicht artgerecht und bedeutet Stress für den Hund, und ein gestresster Hund lernt nicht gut.

    Man kann natürlich mit Futterbelohnung arbeiten, aber das Grundbedürfnis nach Nahrung soll der Hund, ganz besonders der junge, ohne Gegenleistung erfüllt bekommen.
    Belohnungshäppchen sind nicht zum Sattfüttern, sondern vor allem als Information - "gut gemacht" - für den Hund gedacht. Dafür müssen die Häppchen nicht groß sein, sie sollen dem Hund aber richtig gut schmecken. Neben Wurstscheibchen stehen auch viele andere Leckerlisorten zur Verfügung, man kann verschiedenes ausprobieren. Schnödes Trockenfutter ist aber meist längst nicht so attraktiv wie weiche und gut riechende Leckerlis. Da die Leckerlis zwar in die gesamte Tagesration eingerechnet werden müssen, aber in der Menge nur einen kleineren Teil ausmachen, kann man da ruhig nach den Vorlieben des Hundes gehen, ohne sich Sorgen um die ausgewogene Ernährung zu machen.

    der Rückruf funktioniert leider nur noch über Wurst(meistens klappt's zumindest) und wenns einmal keine Wurst mehr gibt, dann kommt der Hund halt auch nicht zurück.

    Das klingt für mich nach fehlerhaftem Aufbau und/oder Überforderung des Hundes je nach Situation.

    Bei einem 6 Monate alten Junghund ist die Ablenkung durch die Umwelt meist groß und das Kommando sitzt noch nicht so wirklich. Er ist noch in der Lernphase und man macht sich den Rückruf ganz schnell kaputt, wenn man ihn jetzt schon öfters im "Ernstfall" einsetzt. Denn dann bedeutet das für den Hund ganz schnell: Rückruf heißt Spaß vorbei. Dafür ist ein Bröcken Trofu keine Entschädigung. Daher braucht es noch einige Übung mit wenig Ablenkung und nur ganz allmählicher Steigerung. Faustregel: wenn du 50 Euro darauf verwetten würdest, daß dein Hund jetzt wirklich kommt, dann ruf ihn. Für die Kontrolle im Alltag heißt das: im Zweifelsfall besser abholen oder Schleppleine dran.

    Möglicher Fehler im Aufbau: Wenn du die Wurst erst zeigst oder die Hand in die Tasche geht, dann gehört das für den Hund mit zum Gesamtbild des Rückrufsignals. Fehlt dieses Element, dann versteht der Hund das Signal nicht mehr. Für Hunde sind Geruch und Körpersprache wichtiger als Worte.

    Ein anderer möglicher Fehler: zu oft üben. Daß ein junger Hund nach dem 10. Rückruf während eines einzigen Spaziergangs keine Lust mehr hat, ist verständlich.

    Dagmar & Cara

    du suchst einen Hund, der wirklich extrem menschenbezogen ist, und im Grunde, wenn man es einigermassen gut anstellt, gerne gehorcht - eben Richtung Labbi oder Pudel. Glaub mir, "unreflektierten Gehorsam" kriegst du von denen auch nicht. Aber sie lassen sich halt auf dich ein und und interessieren sich tendenziell einfach mehr dafür, was du möchtest, als es manch anderer Hundetyp tun würde.

    Es klingt immer so, als wären die braven, netten, aufgeschlossenen Hunde, die gerne was mit ihren Menschen tun, irgendwie blöd oder "nicht Hund genug", weil man ja selbst so ein besonderer Mensch ist. Da wird sich dann lieber ein ach so eigenständiger, "stolzer", charaktervoller oder sonstwas Hund geholt, und der muss dann aber unbedingt zum Therapiehund, Alltagsbegleiter etc. verbogen werden.

    Von mir dafür auch gefühlte 1000 Likes an dich, @frauchen07!

    Bei einem kooperativen Hundetyp kann man einen lockeren Umgang pflegen, mit ihm diskutieren, sich auch mal austricksen lassen und darüber lachen. Der nutzt nicht jede Schwäche gnadenlos aus und wenn man ernsthaft auf etwas besteht, tut (oder läßt) er es auch. Ich glaube, das ist das partnerschaftliche Zusammenleben, was dir eigentlich vorschwebt.
    Auf dieser Basis kann ich meiner Pudelhündin viele Freiheiten erlauben, sie kann ihre Persönlichkeit freier entfalten als manch anderer Hund meiner Bekanntschaft, der straffer geführt werden muß, weil er sonst sofort unerwünschte Dinge tut, die man leider in unserer beengten Umwelt nicht dulden kann.

    Unreflektierter, unterwürfiger Gehorsam ist keine Frage der Rasse, sondern der Art des Trainings. Ein nach modernen Methoden positiv trainierter Hund zeigt Arbeitseifer, aber niemals blinden, aus Angst geborenen Gehorsam.

    Dagmar & Cara

    Ich würde dir allerdings empfehlen nur bei VDH Züchtern zu schauen und auch auf den Charakter und das Temperament zu achten.

    Bekommt man denn als NichtjägerIn einen Vizla beim VDH-Verein? Eine Bekannte von mir hat nämlich vor etwa 10 Jahren keinen bekommen, obwohl sie angehende Tierärztin war und Rettungshundearbeit machen wollte. Sie mußte sich so gezwungenermaßen in der Dissidenz umsehen. Ist das heute anders?

    Ich habe Angst, dass es mal 2 bis 3 Wochen gibt, in denen ich aus diversen Gründen nicht die gewohnte Auslastung bieten kann und er dann destruktiv oder ähnliches wird. Wie sieht das bei euch aus wenn ihr mal etwas länger als 2-3 tage nicht richtig mit ihm arbeitet?

    Wenn das passiert, liegt es daran, daß man sich einen Beschäftigungsjunkie herangezogen hat. Das passiert leicht mit den sehr aktiven Rassen, die sich so sehr anbieten und angeblich so viel Auslastung brauchen. Darum ist es gerade bei diesen Hunden so immens wichtig, daß sie Ruhe lernen und auch genügend Zeit zum Abschalten bekommen. Da ist weniger oft mehr, gerade im ersten Jahr. Langeweile aushalten lernen ist bei manchen Hundetypen die allerwichtigste Lektion überhaupt.

    Dagmar & Cara

    Das ist auf jeden fall besser auf den Punkt gebracht als ich es hätte machen können.
    Danke!!!

    Finde es super interessant dass du es auch so siehst. Ich finde gerade ihre Einstellung super, sehe das mit dem Belohnungssystem aber auch kritisch. Ich habe noch keinen Hund getroffen, der sich von mir so die Nasenfalte hat glattstreicheln lassen wie sie es tut. Jedoch werde ich mein Bestes geben das bei meinem Hund zu etablieren. Ist doch das Größte, wenn du deinen Hund damit so belohnen kannst. Zudem entschleunigt man in solchen Situationen das Training und das Tempo des Hundes.
    Ich versuche ihre Ansätze auf die Hunde anzuwenden und zurecht zu schnippeln.

    Belohnung ist das, was der Hund in diesem Moment als Belohnung empfindet, nicht das, was der Hundehalter oder Trainer dafür hält. Da muß und darf man offen sein und experimentieren und man sollte nicht von vorneherein Dinge ausschließen, nur weil sie nicht ins eigene Regelwerk passen. Krügers Methode ist für mich im Ganzen viel zu sehr Regelwerk und zuwenig hinschauen und offen sein. Wenn ich zum Beispiel warten würde, bis meine Hündin durch Schwanzsenken ihre Kooperationsbereitschaft signalisiert, hätte ich heute noch keinen gut erzogenen, geschweige denn in vielen Fächern (Sport, Nasenarbeit, Tricks, Apport, Sozialdienst) erfolgreichen Hund.

    ich empfehle dir folgendes Buch:

    Sabine Winkler: So lernt mein Hund

    Das ist keins der üblichen Trainingsbücher, sondern sozusagen die Grammatik des Hundetrainings insgesamt. Es beschreibt alle Methoden und Ansätze neutral und erklärt, wie und warum sie wirken, auch wo die Grenzen und Nebenwirkungen sind. Mit diesem Wissen als Rüstzeug kannst du die Arbeit von Hundetrainern beurteilen und deinen eigenen Weg im Wirrwarr der Methoden finden.

    Dagmar & Cara

    Beim Älteren (Newton) hatte ich nur eine Woche Eingewöhnungszeit; beim Jüngeren (aufgrund der Sommerferien) satte sechs Wochen. Das habe ich bitter bereut! Der Jüngere hat extrem lange gebraucht bis es problemlos alleine bleiben konnte, weil er anfangs überhaupt keine Regelmäßigkeit in meinen Abwesenheiten erkannt hat. Es wurde erst besser als ich wieder regelmäßig zur Arbeit ging...

    Das kann man aber dadurch umgehen, daß man von Anfang einen Tagesrhytmus lebt, der sich am Arbeitsalltag orientiert. Ich habe zB das Alleinebleiben innerhalb der "Kernzeit" geübt, die durch meine Arbeit vorgegeben war. Cara war von Anfang an gewohnt, daß in dieser Zeit mehrere Stunden lang nichts Tolles passiert und ich dann auch mal abwesend war.

    Dagmar & Cara

    Mein Trainingsansatz richtet sich nach Anne Krüger-Degener (wer sie kennt), die sich sehr stark darauf konzentriert die Körpersprache der Hunde zu deuten und dementsprechend zu reagieren, sowie auch dem Hund die menschliche Körpersprache "beibringt". Jedoch alles etwas abgeschwächt und an einen normalen Alltag angepasst.

    Ich habe ihr Buch gelesen und schon öfters ihre Vorführungen gesehen. Das besondere ihrer Herangehensweise ist nicht so sehr, daß sie Körpersprache liest und selbst einsetzt, denn das tun alle guten Hundetrainer. Sie arbeitet überwiegend mit negativer Verstärkung, weniger mit positiver Verstärkung, außer da, wo der Hund durch die Arbeit selbst belohnt wird. Das funktioniert bei ihren Border Collies, da diese intrinsisch motiviert sind zB die Ziegen zu treiben, so daß Krüger dies gut als Belohnung einsetzen kann. Schlecht läßt sich das aber bei der notwendigen Alltagserziehung einsetzen, denn da steht kein Vieh zum Belohnungshüten zur Verfügung, und das Abstreichen des Gesichtes wird von den wenigsten Hunden als Belohnung empfunden, wenn sie im Arbeitsmodus sind.

    Er sollte intrinsisch motiviert sein und ich möchte ihm eher Zurückhaltung beibringen, als ihn motivieren zu müssen

    Border Collies und andere ausgesprochene Arbeitsspezialisten erfüllen dieses Kriterium. Aber sie passen nicht zu deinem künftigen Alltag, da du keine Schafe halten oder je nach Rasse echte Jagderlebnisse bieten kannst. Auch hobbymäßige Auslastung wird ja in den Jahren nach dem Studium nicht mehr so stark gegeben sein. Da wäre also ein kooperativer, aber nicht ganz so triebiger Hund weit besser geeignet.

    ich würde ja den Pudel als vielseitigen, auch sportlichen Begleiter empfehlen, muß aber sagen, daß ich Krügers Methode für Pudel nicht für geeignet halte. Die zeigen ihre Arbeitsfreude nämlich viel besser, wenn man mit viel positiver Verstärkung und vielseitigen Belohnungen arbeitet und mit so wenig Druck wie möglich.

    Dagmar & Cara