Junge Wildcaniden müssen sich noch nicht selbst versorgen sondern werden von den Eltern gefüttert. Sie bekommem also ihr Futter umsonst, ohne eine Leistung dafür zu erbringen. Hier einen künstlichen Mangel zu erzeugen, ist nicht artgerecht und bedeutet Stress für den Hund, und ein gestresster Hund lernt nicht gut.
Man kann natürlich mit Futterbelohnung arbeiten, aber das Grundbedürfnis nach Nahrung soll der Hund, ganz besonders der junge, ohne Gegenleistung erfüllt bekommen.
Belohnungshäppchen sind nicht zum Sattfüttern, sondern vor allem als Information - "gut gemacht" - für den Hund gedacht. Dafür müssen die Häppchen nicht groß sein, sie sollen dem Hund aber richtig gut schmecken. Neben Wurstscheibchen stehen auch viele andere Leckerlisorten zur Verfügung, man kann verschiedenes ausprobieren. Schnödes Trockenfutter ist aber meist längst nicht so attraktiv wie weiche und gut riechende Leckerlis. Da die Leckerlis zwar in die gesamte Tagesration eingerechnet werden müssen, aber in der Menge nur einen kleineren Teil ausmachen, kann man da ruhig nach den Vorlieben des Hundes gehen, ohne sich Sorgen um die ausgewogene Ernährung zu machen.
der Rückruf funktioniert leider nur noch über Wurst(meistens klappt's zumindest) und wenns einmal keine Wurst mehr gibt, dann kommt der Hund halt auch nicht zurück.
Das klingt für mich nach fehlerhaftem Aufbau und/oder Überforderung des Hundes je nach Situation.
Bei einem 6 Monate alten Junghund ist die Ablenkung durch die Umwelt meist groß und das Kommando sitzt noch nicht so wirklich. Er ist noch in der Lernphase und man macht sich den Rückruf ganz schnell kaputt, wenn man ihn jetzt schon öfters im "Ernstfall" einsetzt. Denn dann bedeutet das für den Hund ganz schnell: Rückruf heißt Spaß vorbei. Dafür ist ein Bröcken Trofu keine Entschädigung. Daher braucht es noch einige Übung mit wenig Ablenkung und nur ganz allmählicher Steigerung. Faustregel: wenn du 50 Euro darauf verwetten würdest, daß dein Hund jetzt wirklich kommt, dann ruf ihn. Für die Kontrolle im Alltag heißt das: im Zweifelsfall besser abholen oder Schleppleine dran.
Möglicher Fehler im Aufbau: Wenn du die Wurst erst zeigst oder die Hand in die Tasche geht, dann gehört das für den Hund mit zum Gesamtbild des Rückrufsignals. Fehlt dieses Element, dann versteht der Hund das Signal nicht mehr. Für Hunde sind Geruch und Körpersprache wichtiger als Worte.
Ein anderer möglicher Fehler: zu oft üben. Daß ein junger Hund nach dem 10. Rückruf während eines einzigen Spaziergangs keine Lust mehr hat, ist verständlich.
Dagmar & Cara