Beiträge von dagmarjung

    Leider musste ich feststellen, dass dieser Züchter stolz verkündet, er würde 'reine Linienzucht' betreiben. Die Stammbäume dieser Hunde sehen auch entsprechend aus. Das befremdet mich etwas und ich möchte lieber einen Züchter unterstützen, der viel Wert auf genetische Vielfalt und den langfristigen Erhalt einer Rasse legt.

    Wer heute noch so denkt und züchtet, hat die letzten 20 Jahre verpennt und wäre für mich raus, egal um welche Rasse es sich handelt.

    Dagmar & Cara

    Ich weiß nicht, warum es hier als Beleidigung empfunden wird, wenn gesagt wird, daß es bei einer Showlinie vor allem aufs Aussehen ankommt. Das stimmt doch, sagt ja schon der Name. Auf einer Hundeschau wird nicht das Wesen bewertet, sondern das Aussehen. Wer dem Standard bzw dessen aktueller Interpretation am nächsten kommt, wird Sieger und gilt als wertvoll für die Zucht. Wesen und Arbeitseigenschaften spielen im Gegensatz zu AL keine Rolle.

    Das heißt ja nicht, daß der einzelne Züchter das Wesen bei seiner Planung außen vor läßt, aber falls er darauf Wert legt, ist es eben seine Privatsache. Es heißt auch nicht, daß typische Wesens- und Arbeitsmerkmale bei Showhunden nicht mehr existieren, aber sie werden eben nicht überprüft. Was nicht in jeder Generation neu abgefragt wird, kann verloren gehen oder sich verändern. Manchmal entstehen gemäßigte Familienhunde, oder aber triebige Hibbel ohne Bremse. Oder arbeitsfähige Hunde mit guten Nerven. Alles ist möglich.

    Dagmar & Cara

    Aber die Zeit, als Labradore Fischernetze an Land zogen, ist doch mindestens ebenso lang vorbei wie die, in der Deutsche Schäferhunde schwerpunktmäßig Schafe hüteten. Will sagen, seit der eigentlichen Rassewerdung sind Labradore Apportierhunde, die sehr gut schwimmen, aber auch an Land geländegängig, ausdauernd und flott unterwegs sein müssen, um ihren Job zu erledigen. Weshalb "plump und gedrungen" nur relativ zu sehen ist, zb im Vergleich zu einem Setter. Oder? :???:

    Dagmar & Cara

    Andererseits ist 'Arbeitslinie' in manchen Zirkeln - wie z.B. in diesem Forum - ein Modewort. Wer etwas auf sich hält, kauft einen Hund aus Arbeitslinie.

    Im Gegenteil, hier wird meist vehement davon abgeraten, sich eine Arbeitsrasse/Arbeitslinie anzuschaffen, wenn man im Grunde einen sportlichen Begleithund sucht.
    Es gibt aber einige User, die Arbeitsrassen für diverse Tätigkeiten wie Jagd, IPO oder Hüten halten und entsprechend auslasten.

    Der Trend der vielen Anfragen zu Hunden aus AL resultiert natürlich aus der Kritik an der Showhundezucht, zB immer massigere Retriever oder verbaute Schäferhunde. Wer sich einen agilen, beweglichen Hund wünscht, faßt als Alternative dann oft die Arbeitslinie der entsprechenden Rasse ins Auge, die aber selten zu den eigenen Möglichkeiten passt.

    Dabei wird oft vergessen, dass es tatsächliche Arbeitslinien bei praktisch keiner Hunderasse, die hierzulande gehalten wird, noch gibt.

    Doch, natürlich gibt es die. Klar, der überwiegende Teil der heutigen Hunderassen hat heute keine Arbeitsaufgaben mehr, aber gerade bei Hütehunden, Jagdhunden und Gebrauchshunden gibt es nun mal reine Arbeitsrassen ebenso wie Rassen, die sich mehr oder weniger in Show- und Arbeitslinien unterteilt haben.

    Dagmar & Cara

    Zwischen den plumpen Show-Sofas und den anspruchsvollen Arbeitslinien bei den Golden und Labrador Retrievern gibt es durchaus auch noch die Goldene Mitte, diese Hunde sind aber nicht ganz so leicht zu finden.
    Ich kann dir diese Adresse empfehlen, die bieten Beratung bei der Suche nach dem geeigneten Züchter/Hund an:
    Unsere Hunde - Dags'Dogs- Dummy- & Alltagstraining Detlev Grote & Dagmar Haase
    Die beiden machen tolles Dummytraining, ich durfte sie schon öfters live sehen, und sie kennen sich sehr gut aus in der Retrieverszene.

    Ansonsten wäre auch der Flat Coated Retriever eine Alternative, sowie die beiden Varianten der Springer Spaniel (English und Welsh). Spaniel sind natürlich Stöberhunde mit ensprechendem Jagdtrieb.

    Pudel kenne ich in allen Größen als temperamentvoll und begeisterungsfähig. Zwei Dinge können aber dafür sorgen, daß sie einen sehr ruhigen, auch trägen Eindruck vermitteln:
    Zum einen gute Erziehung: wenn nichts los ist, kann der Hund auch gut abschalten. Neulich hatte ich Cara umständehalber auf einer mehrstündigen Abendveranstaltung mit etwa 60 Personen mit, während der sie größtenteils dösend unter meinem Stuhl lag. Nanu, gar nicht gemerkt, daß ein Hund dabei war, staunten viele Gäste. Wer meine Pudeline in solchen Situationen erlebt, könnte meinen, sie wäre eine Schlaftablette, der Eindruck täuscht aber.
    Zum anderen Resignation. Das ist leider das Schicksal vieler Pudel, vor allem der Kleinen. Null Ahnung von Hunden und dreimal täglich an der Flexi um den Block, da würden manche Rassen die Wände hochgehen und durch Verhaltensprobleme dafür sorgen, daß sie die Chance auf einen Besitzerwechsel erhalten. Pudel hingegen passen sich an und resignieren.

    Dagmar & Cara

    Es ist eine sehr schwierige Entscheidung, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Als ich deine Beschreibung der letzten Lebenstage deiner Hündin las, nahm ich an, daß du dir Vorwürfe machst, zu lang gewartet zu haben. Wenn ein Tier sich so sichtbar aufgibt, ist es auf keinen Fall zu früh.

    Ich weiß, wie groß der Velust ist, ich habe auch schon geliebte Tiere verloren. Trauere um deine Hündin, denn das hat sie verdient. Aber mach dir keine Vorwürfe. Du hast ihr nicht das Leben genommen, sondern du hast ihr weiteres Leiden erspart.

    Dagmar & Cara

    Guten Morgen Hannah,

    ich hoffe, ihr habt gut geschlafen und fühlt euch etwas besser. :winken:

    Noch mal zurück auf das Thema Anzeige: der Mann hat sich gleich mehrere schwerwiegende Dinge zuschulden kommen lassen: Körperverletzung, Unfallflucht, unterlassene Hilfeleistung. Alles keine Bagatellen. Die Verletzungen von Jerry kommen noch dazu.
    Ich bin jetzt keine Juristin, aber ich denke doch, daß die Polizei verpflichtet ist, dem etwas intensiver nachzugehen als zu sagen och schade, weg isser.
    Ich hoffe, du kannst da noch Druck machen.

    Zur Frage der möglichen Rasse des Angreifers:

    Bouvier
    Schwarzer Russischer Terrier
    Riesenschnauzer (ungetrimmt)
    Briard
    Strobel

    sind mal alle zusammengefasst, die bisher genannt wurden. Wobei die ersten drei deiner Beschreibung wohl am besten entsprechen. Mischling kommt natürlich auch noch dazu.

    Dagmar & Cara

    Das ist eine schlimme Situation für dich und deinen Hund, liebe TE. Fast zwei Jahre hattest du ja deinen Traumhund und nun wirst du damit konfrontiert, daß es wohl doch nur ein Traum war. Das zu akzeptieren, ist sehr hart. Sowas muß erst mal sacken. Ich bin nicht überrascht, daß du vorerst mit vielen "Aber" reagierst, das würde mir an deiner Stelle auch so gehen.

    Vielleicht liest du den Thread noch mal von Anfang an durch, nachdem du eine oder zwei Nächte darüber geschlafen hast.

    Im ganzen scheint es mir aber, daß du es inzwischen so siehst, daß ein dauerhaftes Zusammenleben mit Boomer für dich nicht machbar oder wünschenswert ist.

    Ich lebe in einer ganz ähnlichen Weise wie du, was Ort, Wohnung, Hundedichte usw betrifft. Ich habe ebenfalls kein Auto und liebe die Kontakte zu Bekannten mit Hund, viele echte Freundschaften haben sich so ergeben. Für mich ist das auch eine der Freuden der Hundehaltung, und es war mit ein Kriterium der Rassewahl. Für viele Rassen ist so ein Leben absolut in Ordnung, für einige wenige aber nicht. Der Akita fällt mir da so ziemlich als erstes ein. Ähnliches gilt allerdings auch für den Shiba Inu, den du als Alternative genannt hast. Eigenschaften wie große Unabhängigkeit, kein will-to-please, starker Jagdtrieb und Unverträglichkeit mit anderen Hunden sind auch bei dieser Rasse Thema.
    Bitte, schaff dir in Zukunft keinen Shiba an! Du würdest eine ähnliche Enttäuschung erleben wie jetzt mit dem Akita, nur mit dem Unterschied, daß der kleinere Shiba wegen des geringeren Gewichts nicht ganz so gefährlich für seine Umwelt wäre wie der Akita.

    Du hast im Grunde gute Voraussetzungen zur Hundehaltung, aber das Wesen des Hundes, inclusive der Rasseeigenschaften, muß zu deinem Leben passen.

    Dagmar & Cara

    Was mich wundert ist die passive Haltung der Polizei, und das ausgerechnet in Bayern, wo die Toleranz gegenüber gefährlichen Hunden doch eher niedrig ist. Immerhin ist es ja eine schwere Körperverletzung, die du erleiden mußtest. Hätte dich ein Mensch mit einer Waffe angegriffen und dich vergleichbar schwer verletzt, hätten die Polizisten dann auch nur achselzuckend darauf verwiesen, daß der Schuldige wohl nicht mehr zu finden sei?
    Das eine Beisserei unter Hunden nicht weiter polizeilich verfolgt wird, ist ja eine Sache, aber ein schwer gebissener Mensch ist doch eine andere. Vielleicht mal einen Brief an die Vorgesetzten richten? - Jeder Blechschaden am Auto wird doch polizeilich verfolgt.

    Gute Besserung euch beiden!

    Dagmar & Cara