Ich bin sicher, viele Hunde nehmen das Begleithunddasein selbst unter schwierigen Bedingungen sehr viel lockerer als man denken sollte. Umgekehrt bin ich auch sicher, viele dieser Hunde würden allerdings einen schönen Waldspaziergang klar bevorzugen.
Dazu ein kleiner, streng wissenschaftlicher Test:
Mitten in Hannover, alljährlich zur Weihnachtszeit. Cara und ich steigen aus dem Bus. Zur Linken: Die Eilenriede, Hannovers weitläufiger Stadtwald. Stille, Natur, Dunkelheit, leinenlose Freiheit. Zur Rechten: ein größerer innerstädtischer Weihnachtsmarkt mit Gedränge, Lichtern und Musik.
Jetzt dürft ihr raten, wo mein Pudel mich hinzieht.
Aber nur einmal! 
Klar, es sind die Essensgerüche und die Pommes auf dem Boden, die den Weihnachtsmarkt für Cara so anziehend machen. Aber eins steht fest: zum Waldspaziergang muß ich sie in diesem Moment zwingen, von sich aus strebt sie zum Markt. Und Pommes hin oder her: sie kommt mit dem Marktgetriebe offensichtlich sehr gut zurecht.
(Ich sag ihr dann immer: erst die Pflicht, dann das Vergnügen, und bestehe auf einer Runde durch die Eilenriede, bevor wir den Weihnachtsmarkt besuchen.
)
Dass es Hunde geben soll, die für die Aufgabe brennen, inmitten von Gedränge den ganzen Tag auf Asphalt mitzulatschen (so wie in beschriebenen Situationen gesehen), kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Kurze Leine, umgeben von vielen fremden Füßen und der Gefahr des Getreten-Werdens.
Alles mit Augenmaß: allzugroßes Gedränge mag ich selbst auch nicht, da gehe ich nicht hin oder zu anderen Zeiten. Dasselbe gilt für laute Musik. Den ganzen Tag auf Asphalt gibt's bei uns auch nicht, aber ein Stadtbummel am Samstagvormittag ist allemal drin.
Mittelaltermärkte sind zwar ein Tagesausflug, aber wenig Gedränge, viele Pausen und auf Naturboden. Und als Leine kommt die 4 Meter lange Schlamperleine zum Einsatz. Lang genug zum Schnüffeln, im Bedarfsfall schnell verkürzt.
Getretenwerden ist eh kein Thema, sollte es einmal unerwartet eng werden, ist ein kleiner Hund wie Cara auf dem Arm sicher.
Es ist schon klar, daß das nicht jedem Hund gefällt oder gut tut, deshalb schätze ich Caras tolle Begleithundeigenschaften ja auch so sehr. Sie sind eben nicht selbstverständlich.
Dagmar & Cara