Beiträge von dagmarjung

    dazu ist er einfach zu jung.

    Eben, er ist noch jung. Ein erwachsener, ausgebildeter Therapiehund ist aber nicht mit einem Jungspund zu vergleichen. Ein Hund muß ja auch erstmal Azubi sein dürfen, bevor er "fertig" und einsatzbereit ist.

    Mit möglichen Berührungsängsten von Kindern läßt sich gerade in einer Gruppe gut arbeiten. Zum einen sorgen sie dafür, daß die Kinder dem Hund den nötigen Respekt entgegenbringen und ihn eben nicht als Stofftier ansehen. Zum anderen ist in einer Gruppe meist das Eis schnell gebrochen, wenn die Schüchternen sehen, wieviel Spaß die Mutigeren bei der Interaktion mit dem Hund haben, und wenn die Hundeführerin darauf achtet, daß weder Kind noch Hund zum Kontakt gedrängt werden. So jedenfalls meine Erfahrung.

    Ganz wichtig ist natürlich auch die aufmerksame Führung von Hund und Kindern durch die erwachsene Person, die in einer therapeutisch-pädagogischen Situation noch mal eine andere ist als im Alltagsleben in der Familie. Oder zumindest sein sollte.

    Dagmar & Cara.

    Ich werde vor allem mit Kindern im Alter von 3-6 Jahren arbeiten und in Kindergärten gehen.

    In welcher beruflichen Funktion denn? :???:
    Du bist, wenn ich das richtig verstehe, keine Erzieherin, die ständig im selben Kindergarten eine feste Gruppe leitet, sondern besuchst verschiedene Einrichtungen und tust dann etwas therapheutisches mit den Kindern. (Einzeln? In einer Gruppe? Drinnen oder draußen? Auf dem Gelände des Kindergartens oder außerhalb?- Stichwort Hundebegegnungen)
    Geht es dir in erster Linie darum, dein Hund aktiv in die Arbeit mit den Kindern einzubeziehen oder mehr darum, daß du ihn zur Arbeit mitbringen kannst, ohne daß er stört, die Kinder belästigt oder gefährdet?

    Dagmar & Cara

    Das ist ein Gedanke, der mir auch so durch den Kopf ging... ein Hund neigt dazu, deine Stimmung zu übernehmen. Also wenn du - auch unbewußt - signalisierst, daß du Stress oder Angst hast und mit einer Situation nicht klarkommst, wird er im Zweifelsfall diese Situation auch als bedenklich einstufen und ensprechend mit Ängstlichkeit, Stress oder Abwehr reagieren.

    Hast du jemanden, der dich unterstützen kann, was die Ausbildung des Hundes angeht? Oder gibt dir die Anwesenheit eines Hundes allein schon soviel Sicherheit, daß du dann souveräner bist?

    Dagmar & Cara

    Ich empfehle dir nochmals sehr den Artikel, auf den ich dich schon hingewiesen habe, wenn du echte Kriterien und nicht nur Hörensagen für deine Entscheidung haben willst.

    "Welcher Hund eignet sich am besten für Tiergestützte Intervention?" von Karin Freund
    Das ist ein Artikel in der Zeitschrift SitzPlatzFuß Nr 21. (DasHeft kann nachbestellt werden)

    Die Autorin hat eine Umfrage unter mehr als 300 tiertherapheutisch arbeitenden Personen gemacht,wie zufrieden sie mit ihrer Rasse oder Rassemischung sind, ob sie sich dieselbe Rasse/Mischung/denselben Hund noch einmal zulegen würden und viele Fragen mehr.

    Unter anderem scheinen sich reinrassige Hunde hier im Durchschnitt besser zu bewähren als Mischlinge. Vielleicht weil die Wesenseigenschaften besser vorhersagbar und passender zueinander sind als bei Mischlingen.

    Hündinnen werden zweimal im Jahr läufig. Ich persönlich würde in der Zeit von einem Einsatz absehen. Das bedeutet einen "Dienstausfall" von gut 6 Wochen im Jahr.

    Warum? Ein Höschen hilft.

    Dagmar & Cara

    In Deutschland bekommen sowieso nur Blindenführhunde Sonderrechte, keine sonstigen Behindertenbegleithunde, egal wie wichtig sie für ihre Besitzer sind. (Leider, denn eine Erweiterung wäre längst überfällig.)

    Deswegen würde dir ein Attest auch gar nichts nützen. Egal, was auf der Kenndecke deines Hundes steht, du darfst ihn nur an Orte mitnehmen, wo jeder andere Hundehalter es auch darf.

    Es spricht aber nichts dagegen, daß du dir eine Kenndecke mit einem Aufdruck wie "Bitte Abstand halten" o. Ä. anfertigen läßt oder selber bastelst.

    Trotzdem wirst du als Hundehalterin bestimmt oft angesprochen werden. Es ist einfach üblich, daß Leute positiv auf Hunde reagieren und einen ansprechen. "Ist der aber hübsch, welche Rasse, ich hatte auch mal so einen, wie alt isser denn, Rüde oder Hündin, darf ich mal streicheln..." Oft wirst auch gar nicht du angesprochen, sondern dein Hund: "Bist du aber lieb, wie heißt du denn? " :roll:
    Das gehört zum Leben mit Hund einfach dazu.

    Falls du so etwas wie "nicht ansprechen" auf die Kenndecke schreibst, werden dich bestimmt viele Leute fragen, warum sie denn den Hund nicht ansprechen sollen, so lieb wie der guckt...

    Wie Millemaus schreibt: Ein Maulkorb wird dir da bestimmt mehr nützen.

    Dagmar & Cara

    Ich bin sicher, viele Hunde nehmen das Begleithunddasein selbst unter schwierigen Bedingungen sehr viel lockerer als man denken sollte. Umgekehrt bin ich auch sicher, viele dieser Hunde würden allerdings einen schönen Waldspaziergang klar bevorzugen.

    Dazu ein kleiner, streng wissenschaftlicher Test:
    Mitten in Hannover, alljährlich zur Weihnachtszeit. Cara und ich steigen aus dem Bus. Zur Linken: Die Eilenriede, Hannovers weitläufiger Stadtwald. Stille, Natur, Dunkelheit, leinenlose Freiheit. Zur Rechten: ein größerer innerstädtischer Weihnachtsmarkt mit Gedränge, Lichtern und Musik.

    Jetzt dürft ihr raten, wo mein Pudel mich hinzieht.
    Aber nur einmal! :D

    Klar, es sind die Essensgerüche und die Pommes auf dem Boden, die den Weihnachtsmarkt für Cara so anziehend machen. Aber eins steht fest: zum Waldspaziergang muß ich sie in diesem Moment zwingen, von sich aus strebt sie zum Markt. Und Pommes hin oder her: sie kommt mit dem Marktgetriebe offensichtlich sehr gut zurecht.
    (Ich sag ihr dann immer: erst die Pflicht, dann das Vergnügen, und bestehe auf einer Runde durch die Eilenriede, bevor wir den Weihnachtsmarkt besuchen. )

    Dass es Hunde geben soll, die für die Aufgabe brennen, inmitten von Gedränge den ganzen Tag auf Asphalt mitzulatschen (so wie in beschriebenen Situationen gesehen), kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Kurze Leine, umgeben von vielen fremden Füßen und der Gefahr des Getreten-Werdens.


    Alles mit Augenmaß: allzugroßes Gedränge mag ich selbst auch nicht, da gehe ich nicht hin oder zu anderen Zeiten. Dasselbe gilt für laute Musik. Den ganzen Tag auf Asphalt gibt's bei uns auch nicht, aber ein Stadtbummel am Samstagvormittag ist allemal drin.
    Mittelaltermärkte sind zwar ein Tagesausflug, aber wenig Gedränge, viele Pausen und auf Naturboden. Und als Leine kommt die 4 Meter lange Schlamperleine zum Einsatz. Lang genug zum Schnüffeln, im Bedarfsfall schnell verkürzt.
    Getretenwerden ist eh kein Thema, sollte es einmal unerwartet eng werden, ist ein kleiner Hund wie Cara auf dem Arm sicher.

    Es ist schon klar, daß das nicht jedem Hund gefällt oder gut tut, deshalb schätze ich Caras tolle Begleithundeigenschaften ja auch so sehr. Sie sind eben nicht selbstverständlich.

    Dagmar & Cara

    Ich seh lieber nen Pudel mit Bömmeln auf dem PO im Showring, als nen Bully mit deformierter Schnauze. Da sollen sich die Leute lieber an den Frisuren austoben als am Körperbau eines Hundes. Die "Schönheitswettbewerbe" haben einigen Rassen weitaus schlimmeres angetan als jede Pudelfrisur.

    Ja, du hast recht, aber - die Ausstellungsfrisuren tragen unverhältnismäßig viel zum Negativ-Umage des Pudels in der Offentlichkeit bei. Der Pudel ist dadurch zum Sinnbild des künstlichen, denaturierten Showhundes geworden, dessen extravagantes Aussehen die Eitelkeit seiner Besitzer befriedigt. In wirklich jeder Reportage über Hundeausstellungen, und sei sie noch so kurz, werden Pudel in Showfrisur gezeigt. Sie symbolisieren den übersteigerten Schönheitswettbewerb, und das nicht im positiven Sinne.
    Obwohl man im realen Leben nur ganz selten Pudel in Showfrisur trifft, schrecken sie viele Interessenten vom Pudel ab, die sich einen "natürlichen" Hund wünschen. Wenn die Familie über eine große Ausstellung geht, um sich über Rassen zu informieren, dann zieht Vati garantiert Mutti am Pudelring vorbei und sagt "alles, aber bloß keinen Pudel".

    Dagmar & Cara