Beiträge von dagmarjung

    In den Zeiten, als es noch mehr streunende Hunde gab und wirklich unerwünschte Mischlingswürfe öfter vorkamen, wurden solche Welpen durchaus mal verschenkt. Das liegt aber deutlich länger zurück als die 70er/80er Jahre. Konrad Lorenz beschreibt in seinem Buch "so kam der Mensch auf den Hund" fatalistisch, daß man eben mit Welpen rechnen muß, wenn man eine Hündin hat. Das beschreibt aber im wesentlichen die Zeit vor dem Krieg, bis in die Fünfziger Jahre.

    Im Tierheim mußte man jedenfalls auch in den 70ern bereits eine Gebühr für einen Hund zahlen. Schließlich waren Tierheime damals wie heute knapp bei Kasse. Aber natürlich wesentlich weniger als für einen Welpen vom Züchter.

    Dagmar & Cara

    Ein Hund, der trotz Bemühungen seiner Halter mit drei Jahren noch nicht stressfrei alleine bleiben kann, hat ein echtes Problem. Nicht alleine bleiben können ist ein häufiger Abgabegrund.

    Da würde ich noch mal sehr kritisch nachfragen. Denn falls das eine echte Baustelle sein sollte, ist es mit ein bißchen Üben wahrscheinlich nicht erledigt. Hier im Forum gibt es einen Thread zum Thema:
    Lonely Barkers - die Alleinbleib-Selbsthilfegruppe

    Während der Abwesenheit der Halter auf den Tisch springen und fressen ist dagegen kein Problem. Der Hund nutzt dann nur die Gunst der Stunde, warum auch nicht? Man läßt halt nichst Essbares in Reichweite liegen und schließt die Küchentür, fertig.

    Zu fragen wäre, ob das "kleine Problem" nur vorgeschoben wird, um das echte Problem zu beschönigen.

    Welcher Abgabegrund wird denn von den Haltern genannt?

    Dagmar & Cara

    Jeder, der in einer Mietwohnung lebt, und das nicht gerade im Erdgeschoss, hat dasselbe Problem. Du bist also nicht allein! :nicken:

    Meist führt das Hochnehmen dazu, daß der Welpe doch noch etwas einhält, es sei denn, er hat's in dem Moment schon laufen lassen.

    Am besten wartest du gar nicht erst ab, bis der Welpe sich hinhockt, sondern folgst der bekannten Regel: Nach dem Schlafen, Fressen, Spielen rausgehen und ansonsten alle zwei Stunden, außer der Welpe schläft gerade. Dann mußt du dir um ein oder zwei Minuten hin oder her keine Sorgen machen.

    Bei der Züchterin hat der Welpe übrigens gelernt, auf eine Decke Pipi zu machen.

    Na toll. :xface: Dann würde ich in der ersten Zeit alle Teppiche entfernen.


    Dagmar & Cara

    Ich halte nicht viel von Hundeschulen. ...

    Zumal viele Hunde ortsgebunden lernen und dann das Gelernte draußen nicht umsetzen, weil sie es mit dem Platz verbinden.

    Abgesehen davon, daß für einen neuen Tierschutzhund eher Einzeltraining zuhause angesagt ist als eine Hundeschulgruppe: Man lernt Neues auf dem Platz - und übt es dann draußen weiter! Es ist ganz normal, daß die neue Lektion am neuen Ort noch mal neu aufgebaut werden muß, damit der Hund sie generalisieren kann. Aber man hat auf dem Platz ja gelernt, wie es geht.

    Viele Hundehalter sind allerdings zu faul, diesen zweiten Schritt zu tun, und schieben den Mißerfolg dann auf die Hundeschule oder auf den Hund.

    Dagmar & Cara


    Ich liebe Cockerspaniel sehr, und die Rasse stand auch auf meiner Liste. Von Natur aus sind es auch keine Schnarchnasen, sondern muntere Hunde. Ich habe mich aber dann doch für den Pudel entschieden, weil nach meinem Eindruck Pudel besser altern als Cocker. Auf mich wirken Cocker oft schon im mittleren Alter älter, als sie eigentlich sind.

    Dagmar & Cara

    Ich finde es traurig, dass hier so viele User meinen kastrierten Kiro da hätten "verrotten lassen" ohne zu wissen, warum und wann er kastriert wurde. Es hätte gereicht, dass die Glöckchen fehlten.

    Dafür hätten sie stattdessen einem anderen Hund ein Zuhause gegeben, der es genauso verdient. :ka:

    Jeder, der einen Hund aus dem Tierheim nimmt, läßt doch automatisch die anderen "verrotten". Man muß immer eine Wahl treffen. Wenn ich mich unter Tierschutzhunden umschaue, dann sortiere ich nach Rüden und Hündinnen, Größe und Alter, kastriert oder unkastriert, Rassen und Mischungen und sortiere einige bzw viele schon mal gleich aus. Es werden in jedem Falle noch übergenug Hunde übrig bleiben, unter denen ich wählen kann.

    Dagmar & Cara

    Wenn es dir um das Alleinebleiben geht, solltest du deinen Hund auf keinen Fall direkt vorher körperlich oder geistig auspowern. Sonst ist der Hund von der Aktivität noch zu erregt, sich zu entspannen. Der Gegensatz von hoher Aktivität zu gar-nichts-mehr-los ist dann zu groß. Besser ist es, zB eine eher gemütliche Löserunde draußen zu drehen, dann zuhause noch ein Weilchen rumzuhängen ohne sich mit dem Hund zu befassen und dann erst zu gehen.

    Falls du auf dem Spaziergang interessante Dinge wie Übungen, Spiel usw machen willst, dann eher in der Mitte und nicht am Ende.

    Ansonsten sehe ich das wie Hummel: Natürlich müssen die Bedürfnisse des Hundes nach Bewegung und geistiger Anregung im Laufe des Tages erfüllt werden, und ein müder Hund ruht lieber als ein unausgelaster. Aber falls Trennungsangst die Ursache für die Probleme beim Alleine bleiben ist, dann wird Auslastung alleine nicht helfen.

    Dagmar & Cara

    Der Alltag meiner Hunde ist sowieso spannend genug, sie gehen mit wenn wir die restlichen Tiere füttern, sind immer auf dem Hof dabei und schauen zu oder liegen vor dem Haus und gucken durch die Gegend.

    Ich finde das einen ganz wichtigen Aspekt, der bei der Frage "wieviel Beschäftigung braucht ein Hund" oft vergessen wird.

    Deine Hunde bekommen schon ganz nebenbei eine gewisse Beschäftigung, es gibt immer was zu erleben, zu gucken, zu riechen. Das ist die beste artgerechte Auslastung, wenn man so will. Verhaltensforscher beschreiben dieses Rumhängen und Gucken, was so im Umkreis passiert, als zweite Hauptbeschäftigung nach dem Schlafen und Dösen.

    Meine Hündin wohnt als Einzelhund im ruhigen Singlehaushalt im zweiten Stock. Da ist einfach nichts los. Sie kann nicht mal zum Fenster rausgucken und vorbeigehende Hunde verbellen. Also wenn ich nicht mit ihr rausgehe und mit ihr spiele, (sei es drinnen oder draußen), sie schnüffeln und rumgucken lasse usw, verläuft ihr Tag schon sehr reizlos. Deshalb heißt ein fauler Gammeltag bei uns nicht, daß ich nur kurz mit ihr rausgehe, außer es geht mal gar nicht anders. Es heißt nur, daß wir nicht so weit gehen, uns eher mal in Lieblingsecken länger aufhalten.

    Dagmar & Cara