Beiträge von dagmarjung

    Ob man es Ressourcenverteidigung nennt oder Eifersucht, ist letztlich egal im Hinblick darauf, wie man damit umgeht.

    Ich bin allerdings schon der Meinung, daß man es mit Recht Eifersucht nennen kann, wenn ein soziales Wesen wie der Hund seinen Bindungspartner gegen mögliche Konkurrenz abgrenzt. Dahinter steht eben die Befürchtung, diesen Partner zu verlieren.

    Ich habe auch mal einen Bericht über eine neuere Studie dazu gelesen, die sich nicht um Stoffhunde und Eimer drehte. (Weiß allerdings nicht mehr, wo.)

    Die Konsequenz hier bleibt aber die gleiche, egal ob man es Eifersucht nennt oder Ressourcenverteidigung: Du mußt Regeln vorgeben und bestimmst, wer wann Dinge bekommt oder Zugang zu dir hat. Nicht die Hunde. Und du mußt ein sehr waches Auge dafür entwickeln, ob und wie die Hunde sich gegenseitig einschränken, bedrohen, fixieren usw.

    Dagmar & Cara

    Du hast zwei Chihuahuas. Bei so kleinen und niedlichen Zwerghündchen neigt man automatisch dazu, einiges nicht ganz so ernst zu nehmen wie bei großen, wehrhaften Hunden. Mach einfach mal das Gedankenspiel und stell dir bildlich vor, Gina und Linchen wären Rottweilerhündinnen. Stell dir dann die bisherigen Situationen vor, wie du sie hier geschilderst hast, nur eben mit zwei Rottweilern. Da macht die Idee, einen Hundetrainer jetzt hinzuzuziehen und nicht erst, wenn es schlimmer wird, doch gleich viel mehr Sinn, oder? ;)

    Im übrigen finde ich es toll, daß du Linchen eine Chance gibst und ich wünsche dir von Herzen, daß die Zusammengewöhnung klappt.

    Dagmar & Cara

    Bin dem Thema Frühkastration beim Australian Labradoodle noch einmal nachgegangen und dabei auf folgendes Zitat aus einer Zuchtordnung gestoßen:


    7.3. Sollte der Welpe nicht Kastriert werden können (z.B. Medizinische Gründe) muss dieses auf dem Formular durch den Tierarzt und dem Züchter mit den Unterschriften bestätigt werden. In diesem Fall bleibt der Züchter Miteigentümer des Welpen. Erst nach der Durchführung der Kastration geht der Welpe ganz in das Eigentum des Welpenkäufers über. Musterverträge stellt Alfa-Europe Ihnen gerne zu Verfügung.

    Das ist Irreführung des Käufers bzw reines Wunschdenken des Verkäufers. Sobald das Geld für den Hund bezahlt wurde, geht der Hund - wie jede andere Ware auch - in das vollständige Eigentum des Käufers über, und der Verkäufer verliert alle Rechte daran. Da ähnliche Klauseln vor allem bei Tierschutzhunden oft Thema sind, ist die Rechtslage vielfach besprochen und eindeutig.

    Dagmar & Cara

    Beim Australian Labradoodle gibt es aber wenn ich es richtig im Kopf habe vom Verband den Zwang zur (Früh-)Kastration oder?

    Ach die waren das... ja, stimmt, ich habe das gerade auch noch mal nachgeschaut.

    Liebe TE, Frühkastration beim Welpen ist ein massiver Eingriff, der die körperliche und geistige Ausreifung des Hundes beeinträchtigt. Dazu kommt der Stress der Operation + Nachsorge, der den Welpen zu einer Zeit zugemutet wird, in der jeder einzelne Tag für die Entwicklung zählt.

    Selbst bei medizinischer Notwendigkeit wird jeder gute Tierarzt versuchen, eine Kastration beim Junghund soweit wie möglich hinauszuschieben, um ihm eine möglichst weitgehend normale Entwicklung zu ermöglichen.

    https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.p…odul=3&ID=18951

    Sollte es tatsächlich so sein, daß dein Züchter diese Operation bei seinen Welpen schon vor der Abgabe durchführt, hat er sich damit disqualifiziert. Ihm liegt dann nichts am Wohlergehen seiner Welpen, sondern lediglich daran, den Verkaufspreis hoch zu halten, indem man keine Konkurrenz aufkommen läßt.

    Im Gegensatz dazu freuen sich gute Züchter alter ebenso wie junger Rassen, wenn sie vielversprechende Welpen an Menschen verkaufen können, die Interesse an seriöser Zucht im Rahmen eines kontrollierenden Zuchtverbandes zeigen. Denn sie möchten ihre Rasse fördern.

    Jegliche Klausel im Kaufvertrag, daß du als Welpenkäufer den Hund kastrieren lassen must, ist nach geltendem Recht nichtig, da du alle Eigentumsrechte an deinem Hund hast und niemand dir vorschreiben kann, wie du ihn fütterst, in welche Hundeschule du gehst oder ob du ihm kastrieren läßt oder nicht.

    Dagmar & Cara

    Herdenschutzhunde zeigen mit dem Erwachsenwerden die typischen Eigenschaften wie Wehrhaftigkeit, Abgrenzung des "Eigenen" gegen Außenseiter und Territorialverhalten.

    Dafür ist eure Neschi jetzt im typischen Alter. Dazu kommen die Defizite in ihrer Jugendentwicklung.

    Nach deiner Schilderung klingt es so, als wolle Neschi deinen Partner für sich haben und du bist in ihren Augen überflüssig. Das wird nicht von selbst besser werden, besonders dann nicht, wenn dein Partner die Nacht mit ihr verbringt und du außen vor bleibst. Dann fühlt sie sich in ihrer Sicht der Dinge bestätigt.

    Ein/e Trainer/in mit Herdenschutzhunderfahrung ist bei euch ganz dringend vonnöten.

    Dagmar & Cara

    Noch ein Nachsatz zum Thema Stubenreinheit. Im Grunde ist es keine pädagogische Leistung des Menschen, wenn Hunde stubenrein werden. Hunde haben nämlich von Natur aus das Bestreben, ihren engeren Wohnbereich nicht zu verschmutzen. Die Frage ist, was sehen Hunde als ihren Wohnbereich an? - Das ist der Ort, in denen sie sich wohl und geborgen fühlen, wo sie ruhen und sich entspannen.

    Dazu gibt es einiges zu beachten:

    - Welpen können noch nicht lange einhalten und dann ist es schnell zu spät, egal wo.

    -Ältere Junghunde und Erwachsene müssen bei einem Besitzerwechsel neu lernen, wo sie zuhause sind und sich entspannen können. Auch das kann in der neuen Umgebung eine Weile dauern.

    - Kleine Fortschritte in der Stubenreinheit lassen sich bereits daran erkennen, daß ein Hund zB extra das Schlafzimmer verläßt, um sich im Flur zu lösen. Dann hat er das Schlafzimmer bereits als Zuhause verinnerlicht, der Flur liegt für ihn aber noch außerhalb. Aus Menschensicht dasselbe, aus Hundesicht aber ein Unterschied. Ein Schritt auf dem Weg zur vollständigen Stubenreinheit.

    Die natürliche Neigung des Hundes zur Sauberkeit fördern wir alleine dadurch, daß wir mit dem neuen Hund, ob jung oder alt, möglichst oft rausgehen. Lob und Strafe und jeglicher pädagogische Kopfstand unsererseits sind dagegen unwichtig. Wobei wir ihm natürlich den richtigen Ort so angenehm wie möglich machen werden, aber im Prinzip ist es bereits selbstbelohnend, wenn man sich endlich erleichtern kann. Das Gefühl kennen wir ja alle.

    Dieses starke natürliche Bestreben des Hundes ist aber letztlich auch der Grund dafür, daß sich veraltete, auf Strafe basierende Konzepte - wie den Hund zum Ort der "Untat" führen und dort zu strafen oder zu ermahnen - so hartnäckig halten, weil sie scheinbar funktionieren. Wenn der Hund nämlich gleichzeitig regelmäßig rausgeführt wird, sieht es so aus, als ob er wegen des Tadels stubenrein wird, das ist aber ein Irrtum. Man kann sagen, daß Hunde trotz solcher Erziehungsmaßnahmen stubenrein werden und nicht wegen ihnen.

    Dagmar & Cara

    Frage mich, wie Nicht-Jäger es schaffen, ihren Dackel erstens auszulasten und zweitens den Jagdtrieb ständig zu kontrollieren. Bin tatsächlich etwas ratlos.

    Wer zB in der Stadt wohnt und seinen Hund in Grünanlagen und Parks ausführt, hat schon dadurch kaum Probleme mit Wild und Fährten.

    Jäger andererseits sehen es nicht als Einschränkung an, wenn sie ihren Hund dauerhaft angeleint im Revier führen. Da du ja schon in der Jägerschaft aktiv bist, erkundige dich doch mal bei deinen hundehaltenden Jagdkollegen, wie sie den Alltag mit ihrem Jagdhund gestalten und ob und unter welchen Bedingungen sie ihn frei laufen lassen.

    Dagmar & Cara