Laß sie einfach nicht mit jüngeren und schwächeren Hunden spielen. Gar nicht, auch nicht versuchsweise. Ein Hund, auch ein junger, muß nicht mit jedem spielen. Manchmal passt es eben nicht. Es reicht, wenn deine Hündin einige wenige Spielkameraden hat, mit denen sie sich gut versteht.
Du mußt auch keine Angst haben, daß sie nicht gut sozialisiert wird, wenn sie nicht mit allen anderen Junghunden spielt. Im Gegenteil, es ist besser, wenn sie frühzeitig lernt, andere Hunde einfach zu ignorieren und in Ruhe zu lassen. Daß also der Anblick eines anderen, auch gleichaltrigen Hundes nicht automatisch bedeutet, daß die beiden jetzt interagieren müssen.
Wenn du das beachtest, bereitest du dich mit deiner Amstaffhündin schon gut auf die Zukunft vor.
Die Spiele junger Hunde aller Rassen setzen sich vor allem aus Elementen von Jagd und Kampf zusammen. Hetzen, Ringen, Raufen, Kräftemessen. Das ist ganz normal. Welpen und Junghunde spielen nun mal mit vollem Körpereinsatz, das heißt aber nicht, daß sie "dominant" sind. Junge Hunde lernen mit der Zeit, sich zurückzunehmen, wenn der Spielpartner sich entsprechend wehren kann. Das passiert aber nicht, wenn er erheblich schwächer ist und leicht untergebuttert werden kann.
Im Wildleben wären alle Geschwister gleich alt und in etwa gleich stark. In der Welpengruppe einer Hundeschule ist das nicht so, hier treffen Welpen verschiedenen Alters und sehr verschiedene Kampfgewichte aufeinander. Da ist einfach nicht jeder Welpe für jeden anderen ein passender Spielpartner. Die Trainerin sollte darauf achten und zB die Gruppe fürs freie Spiel nach Größe trennen oder nur jeweils zwei passende Welpen miteinander spielen lassen.
Für die Sozialisation reicht es, wenn Welpen Hunde verschiedener Rassen und Größen kennenlernen und so als Artgenossen einordnen können. Kennenlernen ist aber nicht gleichbedeutend mit spielen.
Dagmar & Cara