Historische Romane ist in meinen Augen eher ein Marketingbegriff oder eine Schublade, damit die Buchhandlungen wissen, in welches Regal die Bücher sortiert werden sollen. Und soweit ich sehe, kann die geschichtliche Epoche von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit reichen oder ein Stück darüber hinaus, endet aber auf jeden Fall vor 1900.
Die Grenze zur Fantasy ist aber nach meinem Eindruck eher fließend. Vor einiger Zeit fand ich in einer großen Buchhandlung eine Neuerscheinung unter den historischen Romanen, die sich eindeutig auf das beliebte Gesellschaftsspiel "Die Siedler von Catan" bezog. Auf meine Anmerkung an die Angestellte, daß Catan kein Teil der irdischen Geschichte oder Geographie ist, sondern ein reines Fantasieprodukt, bekam ich zur Antwort, da keine Magie drin vorkommt, wäre es hier schon richtig. Na denn... 
Im Urlaub las ich einen historischen Roman, der glaube ich "Die Tochter des Fährmanns" hieß und im Spätmittelalter in Köln spielte. Einer der Protagonisten war ein einzelgängerischer Jäger, der sich in einer Hütte ansiedelte und in Nullkommanix sechs wildlebende Raben zu gehorsamen Dienern heranzähmte, die fortan kein anders Ziel im Leben hatten, als ihm zur Verfügung zu stehen. Unter anderem brachte er ihnen bei, "Feuer" zu rufen, falls mal jemand seine Hütte abbrennen wollte.
An diesem Punkt gab ich das Buch zurück, denn was in einem DSA-Roman charmant wirkt (er ist Magiedilletant oder hat *Tiere zähmen* auf 20) ist in einem historischen Roman nur peinlich. Da kann die Autorin noch so oft den unfertigen Kölner Dom beschwören oder die Namen der Kölner Marktplätze aufzählen, es hilft nix mehr.
(DSA = Das Schwarze Auge, ein Fantasy-Rollenspiel, zu dem auch einige Romane erschienen sind.)
Dagmar & Cara