Beiträge von dagmarjung

    Es ist von hier aus letzendlich nicht zu klären, warum genau euer Hund sich so verhält, wie er es tut. Aber eins ist sicher: ihr bekommt nur dann einen Fuß in die Tür, wenn ihr ihn nicht weiter so machen laßt wie bisher. Das ist ganz unabhängig von der Ursache und Motivation des Verbellens.

    Ich habe einen Hund sogar ganz ohne Gartenzugang - auch das geht. Ihr habt ja weiterhin euren Garten zur Verfügung, aber für den Hund gilt dort erstmal Leinenpflicht.

    Und, noch eine vielleicht dumme Frage, müsste er nicht verstehen dass wir entschieden haben dass sie harmlos sind?

    Euer Problem ist das altbekannte Postbotendilemma: diese Mistkerle dringen täglich aufs Neue ins Revier des Hundes ein, und viele Hunde sehen es als ihre Aufgabe, die dreisten Wiederholungstäter zu vertreiben. Obwohl sämtliche Besitzer Postboten als harmlos ansehen, lassen längst nicht alle Hunde sich davon überzeugen.

    Schönfüttern durch die Personen kann funktionieren, es kann den Hund aber auch stärker in den Konflikt treiben: er muß sich den gruseligen Personen ja gezwungenermaßen annähern. Eigentlich wollen wir aber, daß er Abstand zu ihnen hält und ihnen kein besonderes Interesse entgegenbringt.

    Besser und sicherer ist es daher, wenn ihr euren Hund immer tolle Leckerli gebt, sobald die Nachbarn sich zeigen. So daß er sich zu euch umorientiert und nicht zu ihnen läuft.

    Aber nicht zuerst hinlaufen und bellen lassen, dann erst abrufen und belohnen. Denn damit belohnt ihr auch das hinlaufen und bellen mit, was ihr ja nicht wollt.

    Das nur so ganz im Groben, ein guter Trainer wird euch da eingehender beraten können. Es macht auch einen großen Unterschied, ob euer Hund eher aus Unsicherheit pöbelt oder wirklich einen ausgeprägten Wachtrieb entwickelt. Je nachdem wird man das Training und das weitere Management gestalten.

    Dagmar & Cara

    Mittlerweile läuft er auch gezielt raus um sie anzubellen

    Klare Sache: Sowas darf nicht mehr vorkommen. Die Nachbarn haben das Recht, unbehelligt zu ihrer Wohnung und hinaus zu gelangen. Wenn der Hund angeleint ist und bellt, ist das zu tolerieren, dann ist er ja unter eurer direkten Kontrolle. Aber es geht nicht, daß euer Hund entscheidet, wer den von allen gemeinsam genutzen Bereich betreten darf und wer nicht.

    So etwa ab einem halben Jahr entdecken junge Hunde ihre Wachhundeigenschaften, falls sie genetisch so disponiert sind. Ich würde das Verhalten daher eher in diese Richtung interpretieren und nicht auf die Vergangenheit des Hundes schieben. Daß bedeutet aber, daß es zweifelhaft ist, ob der Hund sich an die Nachbarn "gewöhnt" in dem Sinne, daß er sie als dazugehörig und harmlos einstuft. Es kann nämlich sein, daß sein Wachen mit zunehmendem Alter immer ernsthafter wird und vom Bellen zum Beißen übergeht. Denn die Nachbarn gehören ja nicht zur Familie sondern sind eine Art hartnäckige Eindringlinge, die trotz Verweis des Hundes immer wieder kommen.

    Das bedeutet leider, daß euer Hund ab jetzt nicht mehr unbeaufsichtigt in den Garten kann. Und daß ihr unbedingt im Ansatz verhindern müßt, daß er zu den Nachbarn hinläuft - erst hinrennen lassen und dann zurückrufen ist nämlich zu spät.

    Dagmar & Cara

    Mein mit Abstand zwanghaftester Ohrwurm der letzten Zeit: "Baby Shark". Einmal das Orginal:

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    Wer aber eine dramatischer vorgetragenen Version vorzieht, hier bitteschön: Niemand Geringeres als die große Celine Dion versucht sich daran ab Minute 4:16

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    Dagmar & Cara

    Meine Hündin liebt einfach die Abwechslung beim Trockenfutter. Deshalb kaufe ich nur kleine Gebinde und wechlse die Sorten immer wieder durch.

    Wenn es immer nur dieselbe Sorte gibt, mag sie das Futter irgendwann nicht mehr. Eine andere Sorte wird aber gern gefressen. Also komme ich ihr darin entgegen. Ich mag auch nicht jeden Tag immer nur dasselbe essen.

    Das heißt nicht, daß ich unendlich viele Marken und Sorten füttere, aber die bewährten wechsle ich immer wieder durch.

    Ich finde, auch Hunde dürfen sagen, was ihnen schmeckt und was nicht.

    Dagmar & Cara

    Ich habe eine Kleinpudelzüchterin im Kollegenkreis und empfinde die Pudel sensibler bzw. "nerviger" als meine Shelties.

    Das finde ich gerade bei der Größe Kleinpudel sehr ungewöhnlich und untypisch. Darf ich mal neugierig sein und nach der Farbe fragen?

    Letztendlich muß man sich immer ein persönliches Bild von den Eltern bzw der Mutter, der Zuchtstätte und dem Umgang dort mit den Hunden machen, egal bei welcher Rasse. Hunde sind trotz aller Bemühungen der Züchter zum Glück noch keine Markenartikel mit genau festgelegten Eigenschaften.

    Ich vergleiche aber nicht nur meinen eigenen Pudel mit meinem eigenen früheren Sheltie, sondern kenne auch zahlreiche Exemplare beider Rassen über Hundesportverein und -Turniere sowie über den Pudelverein. Ich kenne selbstsichere und unsichere Beispiele beider Rassen. Bei nervös überdrehten Pudeln erlebe ich aber so gut wie immer inkompetente Halter als Ursache, während die hibbeligen Shelties in der Regel bei überdurchschnittlich engagierten Haltern leben, daher vermute ich da eher die genetische Komponente im Vordergrund.

    Das alles ist natürlich ein notwendigerweise beschränkter Blick aus meiner kleinen Ecke im Leben heraus.

    Würde ich heute noch mal nach einem (nervenstarken) Sheltie suchen, was nicht ganz ausgeschlossen ist, würde ich mir eine Person mitnehmen, die sich gut in der Szene auskennt und selbst erfolgreich Shelties im Hundesport führt. Alleine würde ich mir das nicht zutrauen. (Bei Pudeln schon.)

    Ich würde auf jeden Fall einen Welpen nehmen und selbst für eine sehr gute, umsichtige Umweltgewöhnung von Anfang an sorgen. Ein Rückläufer oder älterer Junghund kame für mich bei dieser Rasse nicht in Betracht.

    Dagmar & Cara

    Shelties sind sehr sensibel und die Grenze zur Schissigkeit ist fließend. Neben ihren zahlreichen Vorzügen gehört auch das zum vollständigen Bild dazu. Ich persönlich liebe die Rasse immer noch sehr, aber ich möchte einen Hund mit guten Nerven und da muß man bei Shelties unter Umständen länger suchen. Daher wurde es bei mir dann der Pudel als nächster Hund.

    Pudel: Jagdtrieb ist nicht ausgeschlossen. Kann recht unterschiedlich ausfallen, halt im Durchschnittshund-Normalbereich. Pudel sind allerdings gut erziehbar.

    Manche Besitzer rechnen bei so einer "niedlichen" Begleithunderasse gar nicht mit Jagdtrieb und sind dann entsprechend überrascht. Wenn man aber von Anfang an darauf achtet und erzieherische Grundlagen legt, so wie man es bei anderen Rassen auch täte, ist das Thema bei den allermeisten gut beherrschbar.

    Dagmar & Cara

    Die wichtigsten Hausregeln ergeben sich normalerweise von selbst. Es gibt einfach gewisse Dinge, die du auf keinen Fall möchtest und daher auch ehrlich und authentisch einforderst und durchsetzt. Wenn sie auf den Tisch springt, um den Aufschnittteller zu plündern, stehst du ja bestimmt nicht daneben und überlegst, "Ach, das bearbeite ich, wenn sie mal ruhiger geworden ist...", sondern du handelst sofort und energisch. :smile:

    Daher bin ich ganz sicher, daß deine Hündin bereits einige Hausregeln kennt und verinnerlicht hat.

    Bei anderen Dingen ist man oft weniger konsequent, weil man eigentlich keine klare Haltung dazu hat: Neben 80 % Nein verbleiben 20 % Ja, weil man das Verhalten eigentlich ganz knuffig findet. Beliebte Beispiele sind Anspringen und Betteln. :roll:

    Dafür lohnt es sich dann wirklich, einen Plan zu machen und sich selber an die Nase zu fassen, auf Konsequenz zu achten. Bei euch besonders im Hinblick auf das künftige Leben mit dem Baby.

    Oder die Dinge, die man aus eigener Faulheit gerne mal schlampen läßt. Beispiel: Sitzen und ruhiges Verhalten beim Anleinen und kein Rausstürmen aus der Haustür.


    Dagmar & Cara

    Hunde merken ganz genau, wenn wir mit unserer Aufmerksamkeit innerlich bei ihnen sind. Wenn du deine Hündin hinter ein Gitter packst, dir dabei aber ständig vorsagst "ich ignoriere dich ... ich ignoriere dich" dann ignorierst du sie eben gerade nicht, sondern beschäftigst dich unaufhörlich mit ihr.

    Erst wenn du dich auf etwas anders voll konzentrierst und deine Hündin völlig vergißt, kann sie das akzeptieren und sich entspannen. Homeoffice, Hausarbeit, Computer, egal was. Dann hat dein Hund wirklich Pause von dir. Setz die Zeiten am Tage, in denen du ganz andere Dinge in den Mittelpunkt stellst, die Hündin ist davor und danach dran, hat aber in dieser Zeit Pause von dir und du von ihr.

    Das muß sie wirklich vor der Entbindung kennenlernen.

    In der Tagesbeschreibung deiner Hündin fehlen mir so ein bißchen die Ausflüge zur Umweltgewöhnung. Mitnehmen zu Alltagsaktivitäten, Einkaufen in Geschäften, ein Gang durch die Fußgängerzone oder über den Bahnhof, ein Besuch in der Eisdiele, eine Fahrt mit Bus oder Straßenbahn, je nachdem was in eurem Alltag eine Rolle spielt. Auch das ist Auslastung für den Kopf und Beschäftigung, es muß nicht immer nur Kontakt und Spiel mit anderen Hunden sein. Kann dein Partner einiges davon übernehmen? Das wäre auch eine Gelegenheit, sich selbst mehr ins Spiel zu bringen. Gemeinsame positive Erlebnisse schaffen Bindung.

    Dagmar & Cara