Beiträge von dagmarjung

    Szenario 1:

    mein Hund geht zuhause ständig über Tisch und Bänke und das nervt mich.

    Hier macht es Sinn, neue und strengere Hausregeln zu etabileren, weil ich mit ganzem Herzen dahinter stehe und ein Problem lösen will.

    Szenario 2:

    mein Hund und ich leben zuhause konfliktfrei und zufrieden zusammen, Probleme gibt es draußen.

    Neue und strengere Regeln im Haus will ich nur deshalb einführen, weil mich Verhalten an anderer Stelle stört und weil ich mir eine pädagogische Wirkung davon erhoffe. Drinnen brauche ich das nicht.

    Ich muß also willkürliche Regeln setzen, die für unser Zusammenleben im Haus eigentlich sinnlos sind. Wie sehr stehe ich dann überhaupt dahinter? Und kann das wirklich bei Problemen helfen, die an ganz anderer Stelle auftreten? Da habe ich große Zweifel.

    Bodo und Gio können großteils ihre eigenen Entscheidungen treffen. Es ist im Zusammenleben auch nicht wirklich notwendig, es gibt wenig Probleme.

    Hausregeln ergeben natürlicherweise aus dem Zusammenleben, also dem, was dem Hundehalter wirklich wichtig ist und wo er hinter steht.

    Orientierung an dir draußen würde ich draußen üben.

    OT, weil keine Kühe:

    Spoiler anzeigen

    Ich kenne halt die Gegend St Peter Ording/Eiderstedt, und da darf man mit angeleintem Hund überall dorthin, wo man ohne Hund auch hin darf. Natürlich sind bestimmte Gebiete, zB Salzwiesen, wegen Naturschutz allgemein gesperrt oder man man muß auf den Wegen bleiben.

    Wege verlaufen auch am bzw hinter dem Deich, der von Schafen beweidet wird. Man geht oder fährt mit dem Rad also manchmal mitten durch die Schafe, die aufmerksam beobachten, aber sich nicht stören lassen.

    Mit offiziellen Freilaufmöglichkeiten sieht es allerdings nicht so positiv aus. Aber das ist ein anderes Thema.

    Ich finds bedenklich, wie sehr der Almobmann rumdrucksen muss, um auszusprechen, was tatsächlich die beste Lösung wäre: keine Hunde auf Almen mit Weidevieh. Das passt einfach nicht zusammen, nicht in den heutigen Verhältnissen mit einer zunehmenden Anzahl von mitgeführten Hunden.

    Was er sagen müßte, sich aber nicht traut: Wanderurlaub in den Alpen mit Hund könnt ihr knicken, tragt euer Geld lieber an die Nordsee, da gibt's nur Schafe auf dem Deich.

    Denn mal ehrlich: den Hund wie vorgeschlagen beim Wandern im Hotel zu lassen, ist doch keine Alternative. Frauchen und Herrchen machen eine Tageswanderung, während sich der Hund im Hotelzimmer die Blase zukneift. Ist die Familie dann erschöpft wieder da, steht noch die große Hunderunde an. Ja klar, genau so stellt man sich Wanderurlaub mit Hund vor! :ugly:

    Und so richtig macht der "defensive" Tagesausflug mit Hund doch auch keinen Spaß, wenn man jederzeit damit rechnen muß, daß man mitten auf der Strecke spontan umdrehen muß.

    Mich nervt immer wieder der Unterton in solchen Reportagen, als wären Tierhalter irgendwie grenzwertig sozialpervers, weil sie a) Geld und b) auch mehr als unbedingt nötig für ihre Tiere ausgeben.

    Ich hab noch nie eine vergleichbare Reportage über Menschen gesehen, die sich neue und eventuell nicht ganz billige Autos leisten oder Fernreisen oder eine teure Einbauküche, obwohl es Gebrauchtmöbel doch auch tun würden.

    Erinnert sich noch jemand an die Fernsehwerbung aus den frühen Achtzigern, glaube ich? Da wurde die Portionsschale Nassfutter auf ein Tellerchen (nicht etwa in einen Napf!) gestürzt und dann drapierte eine manikürte Damenhand noch extra ein Zweiglein Petersiie obendrauf.

    Das HF verkaufte sich wohl sehr gut. Das war ja auch schon damals auf einen Kundenkreis gezielt, der "schön angerichtet" zu schätzen wußte. Auf jedem Fall mehr als ein Hund es je täte.

    (Bei mir gab's jedenfalls damals wie heute immer nur Durcheinander im Napf.) :D

    Spiel bei Hunden ist Bewegung, die sitzen ja nicht am Tisch und spielen Monopoly. Deshalb gehört das Spiel zum allgemeinen Thema Spazierengehen, Bewegung, Auslastung. Wenn du das Gefühl hast, dein Hund nervt dich in der Wohnung mit ständigen Spielaufforderungen, dann stellt sich automatisch die Frage, wie lange und wie oft geht ihr raus und was macht ihr draußen und wie sind andererseits die ebenso wichtigen Ruhezeiten. Deshalb wäre es sinnvoll, diese Fragen in einem Thread zu behandeln.

    Mein herzliches Beileid erstmal! :streichel:


    Ich mußte zwar keinen Hund, aber einen Vogel einschläfern lassen, der gelähmt, aber noch fit im Kopf war und das was hart. Ich kann das also nachvollziehen. Trotzdem war ja keine Lebensqualität mehr gegeben. Das gab den Ausschlag.

    Ich kene Menschen, denen der Verlust ihres Hundes so sehr belastet, daß sie nie wieder einen neuen Hund haben wollen, nur um das nicht noch mal erleben zu müssen. Andere holen so schnell wie möglich einen Nachfolger, um die Leere zu füllen. Ich könnte das nicht, aber es gibt hier kein Falsch oder Richtig.

    Einen neuen Hund in sein Leben zu holen hat für mich nichts, aber auch gar nichts mit Verrat zu tun. Ob schnell oder nach längerer Zeit ist dabei egal. Du liebst doch deine verstorbenen Hunde deshalb nicht weniger.

    Wenn du dich bereit fühlst, dann hol dir einen Hund oder warte noch aus praktischen Gründen, bis deine Kinder etwas größer sind, wenn das euren Alltag leichter macht, Aber warte nicht wegen irgendeiner Art von schlechtem Gewissen.

    Nach Caras Tod hätte ich mir sehr gerne wieder einen Hund geholt, wenn auch nicht sofort, aber meine Gesundheit und finanzielle Erwägungen, insbesondere die massiv gestiegenen Tierarztkosten, sprechen dagegen.