Beiträge von dagmarjung

    Ich gehe mal davon aus, daß du die Situation "Personen gehen beobachtend mit" im Training bereits übst? Auch mal auf einem fremden Platz oder auf unbekanntem Gelände draußen?

    Das kommt gepaart mit meiner Nervosität

    Ich vermute mal, daß hier ein wesentlicher Grund liegt, denn das ist ja fast immer der Auslöser für Prüfungsstress beim Hund. Fremde Personen beobachten mich und Frauchen ist (deshalb) nervös! Alarmstimmung!

    Es gibt Mentaltraining für Sportler bzw Hundeführer, zu diesem Thema gibt es auch Seminare. Ich stelle mir vor, daß du einen Ansatzpunkt findest, wenn du in diesem Sinne an dir selbst arbeitest und dann innnerlich gelassener in die Prüfung gehst.

    Dagmar & Cara

    Problem ist, wenn er trotzig ist macht er Sachen von denen er weiß, dass er es nicht darf. Draußen zum Beispiel Kot fressen.

    Ich verstehe, daß dich das Verhalten deines Hundes belastet. Hunde sind aber nicht in dem Sinne trotzig. Sie tun nichts, um uns mit Absicht zu ärgern. Was für einen Vorteil hätte das auch für sie?

    Probiere es doch mal mit einer anderen Sichtweise:

    Wenn dein Hund gestresst ist und sich nicht gut fühlt, greift er auf altgewohnte Verhaltensweisen zurück, um sich ein gutes Gefühl zu verschaffen und sich innerlich zu entlasten. Er hat dann einfach nicht mehr die inneren Reserven für Gehorsam, Selbstbeherrschung und Frustrationstoleranz. Das ist aber nicht gegen dich gerichtet.

    Um einen hündischen Pirana mit Leckerlis zu belohnen, könntest du sie einfach vor ihm auf den Boden fallen lassen.

    Übrigens finde ich es toll, daß du einem alten, nicht einfachen großen Hund einen guten Platz schenkst! :cuinlove:

    Dagmar & Cara

    Mein Kleinpudel lebt etwa so wie du es schilderst und erfüllt alle deine Anforderungen, inclusive Hundesport. Die Größe der Kleinpudel liegt so um die 40 cm, +/- 5cm.

    Mit Menschen und Hunden entspannt, aktiv und sportlich, sehr kooperativ und vielseitig, macht gerne alles mit. Jagdtrieb mäßig und gut beherrschbar.

    Von deiner Liste finde ich den Collie gut geeignet. Elo, Wolfsspitz und Eurasier wären nicht meine erste Wahl, wenn es um Hundesport geht.

    Dagmar & Cara

    Hunde können sich gut auf verschiedene Personen einstellen. So ganz grundsätzlich sollten aber schon beide am gleichen Strang ziehen. Wenn dein Mann zwar keinen Clicker verwenden, aber trotzdem positiv mit Belohnung arbeiten will, sehe ich kein Problem. Falls er aber wie vor 40 Jahren den Hund per Leinenruck und Runterdrücken trainieren will, dann schon.

    Der Clicker an sich ist ja nur ein zeitweiliges Lernhilfsmittel. Wenn das Gelernte gut beherrscht wird, braucht man ihn für die Anwendung nicht mehr.

    Dagmar & Cara

    Bevor die Pudel als Rasse hier in schlechten Ruf geraten: es sind nicht alles kleine Ressourcenschweine. Tatsächlich beobachte ich seit Jahren auf unserem Pudelvereinsplatz viele liebe, aber unbedarfte PudelhalterInnen, die alles tun, was man nicht machen soll: Leckerchen an die ganze Meute verteilen, Bälle für alle gemeinsam werfen - ohne daß es knallt.

    Aber Pudel sind natürlich individuelle Persönlichkeiten und nicht einer wie der andere. Zum Glück sind sie aber im Regelfall gut erziehbar, wenn man weiß, was man will und es dem Pudel verständlich machen kann.

    Dagmar & Cara

    Wenn der Hundehalter sich mit der Erziehung zurückhält und erwartet, daß andere Hunde seinem Hund Grenzen setzen, lernt der junge Hund, daß Bonnie sich ihm gegenüber durchsetzt, Bella aber nicht. Also wird er höflich und respektvoll gegenüber Bonnie sein, aber Bella nach wie vor quer über die Wiese jagen.

    Ich bin durchaus wie du der Meinung, daß Hunde viel voneinander lernen können, aber der Hundehalter selbst ist als Erzieher in allererster Linie gefordert.

    Dagmar & Cara

    Eine Frage noch an euch: Lasst ihr eure Hunde gar nicht an der Leine laufen? Wie macht ihr das dann in der Stadt oder an der Straße? Oder laufen sie immer neben euch? Wenn ja, wie habt ihr das trainiert?

    Wenn man wegen seiner Wohnumgebung dazu gezwungen ist, daß der junge Hund von Anfang an viel an der Leine laufen muß, hat sich die Trennung von Geschirr und Halsband bewährt. Der Hund trägt dabei gleichzeitig beides. Am Geschirr wird aber kein Wert auf Leinenführigkeit gelegt. Die Leine wird lang gefaßt, der Hund darf schnüffeln, auch mal ziehen, muß sich nicht auf so sehr auf den Menschen konzentrieren. Hilfreich kann auch eine "Schlamperleine" von etwa 4 Metern sein, die etwas mehr Freiraum zuläßt als die normale Führleine.

    Im Gegensatz dazu wird am Halsband die Leinenführigkeit konsequent geübt. Der Hund darf weder zurückhängen noch ziehen, die Leine soll immer locker sein. Das ist für junge Hunde aber eine Konzentrationsübung, zu der sie nur in ganz kurzen Zeitspannen in der Lage sind. Also keinesfalls 5 Minuten, sondern anfangs weniger als eine Minute. Lieber kurz und erfolgreich, als zu lang und mit Halsbandrucken.

    Und auch nicht täglich 20 mal üben.

    Allmählich, wenn der Hund Fortschritte macht, kann man dann die Zeitdauer der Übungen steigern. Und allmählich mehr am Halsband führen als am Geschirr. Der Hund kann das durch das unterschiedliche Körpergefühl Geschirr versus Halsband gut unterscheiden. Und natürlich durch unterschiedliche Körpersprache und Hörzeichen des Menschen.

    Was du von deiner Hundeschule erzählst, klingt für mich mehr nach sinnlosem Drill als nach lebenspraktischen, ans Alter der Junghunde angepassten Lerninhalten. Da würde ich sofort Schluss machen. Sicherlich trägt das, was du dort gelernt hast, zum Stress deines Hundes bei, der sich in Beißen äußert.

    Wenn du die Möglichkeit dazu hast, würde ich lieber täglich einen längeren Aufenthalt draußen einplanen (ich sage mit Absicht nicht Spaziergang) und dazu mehrere kleine Lösegänge.

    Wennn der junge Hund etwas Unerwünschtes hergeben soll, ist Tauschen gegen was Besseres (Leckerli, Spielzeug) immer noch die beste, weil stressfreieste Methode. Junge Hunde nehmen nun mal altersbedingt alles ins Maul. Zum Glück läßt diese kindliche Phase bald von selbst nach.

    Dagmar & Cara

    Es ist ja doch ein großer Unterschied, ob eine erfahrene Trainerin, die beide Hunde gut kennt, das beaufsichtigt, oder ob der Hundehalter das im Alleingang mit fremden Hunden angeht.

    Auf jeden Fall ist es unwahrscheinlich, daß der junge Hund die Erfahrung mit einem speziellen Hund dann auch auf alle anderen überträgt. Warum sollte er? Hunde sind sozial sehr intelligent und stellen sich auf ihr jeweiliges Gegenüber ein.

    Dagmar & Cara