Beiträge von dagmarjung

    Eigentlich sollte man erkennen können, ob Hündinnenurin oder Wildfährten das Interessse deines Rüden erregt. Bei Pipistellen wird zB auch geleckt, um den Geruch zum Jacobsohnschen Organ im Gaumen zu transportieren, und es geht um bestimmte Stellen, wo Hunde eben gern urinieren. Während Wildgeruch , Wildspuren usw meist nicht so punktuell sind und eben einen Verlauf haben, der dann nachgesucht wird. Das kann natürlich auch bei der Spur einer läufigen Hündin der Fall sein, aber dann wird von Pipistelle zu Pipistelle gesucht.

    Ein Hund in der Pubertät kann sich natürlich auch für beides begeistern.

    Zum Sexualverhalten: In der Pubertät wird der Rüde zunächst mal mit Testosteron regelrecht geflutet. Im Verlauf der Entwicklung zum Erwachsenen nimmt der Pegel dann ganz von selbst aber auf Normalmaß ab.

    Das ist also eine begrenzte Zeit, die man durchstehen muß, aber leider auch die Zeit, in der viele Rüden kastriert werden, weil die Besitzer vorschnell in Panik verfallen.

    Vielleicht hilft dir der Gedanke, daß du keine Erziehungsfehler gemacht hast, sondern daß es eine normale Entwicklungsphase ist. Du mußt damit umgehen, aber du brauchst dir ganz bestimmt keine Vorwürfe machen.

    Mehr Ruhe reinbringen klingt auf jeden Fall sehr angebracht für euch. Das Rammeln istr nämlich oft nämlich eine stressbedingte Entlastungshandlung. Es ist nachvollziehbar , wenn ein Rüde in diesem alterstypischen Testosteronrausch dafür eher das Rammeln wählt als etwa das Kauen. Das heißt aber nicht, daß das Rammeln ursächlich sexuell motiviert ist. Ein Hund im Stress will sich einfach gute Gefühle verschaffen.

    Dass Hunde schnüffeln und lecken und sabbern ist ja recht normal finde ich

    Lass das nicht zu! Er steigert sich dadurch nur immer mehr hinein.

    Dagmar & Cara

    Der Begriff "Hundetrainer" ist eigentlich falsch. Es müsste "Hundehaltertrainer" heißen. Jede und jeder HundetrainerIn wird nämlich den folgenden Satz unterschreiben:

    "Ich trainiere zu 95 % den Menschen und nur zu 5 % den Hund. "

    Bei euch macht im Moment nur ein Einzeltraining Sinn, keine SitzPlatzFußGruppenstunde in der Hundeschule. Weil es um die Grundlagen geht: Verständnis für den Hund, Körpersprache lesen lernen, Kommunikation auf freundliche, gewaltfreie Art.

    Dazu gehört auch: Was ist Belohnung, wie belohne ich richtig, was empfindet der Hund überhaupt als Belohnung, die ihn motiviert? Dazu gehört viel mehr Wissen als Keks reinschieben!

    Das ist alles gar nicht so leicht, wie es klingt, wenn man dafür eingefahrene Denkweisen und Verhaltensmuster ablegen muß. Das kratzt ganz schön am Ego.

    Ich finde es daher gut, daß du auf diesem Weg vorangehst, dir wird es leichter fallen, weil du motiviert bist, die Dinge zum Positiven zu verändern. Dein Freund wird die Erfolge sehen und dann kann er ja vergleichen.

    Dagmar & Cara

    Wie andere schon schrieben, hilft ein Anschiss rein gar nichts beim Training der Stubenreinheit. Weil es keinen Sinn macht, den Hund für ein natürliches, unvermeidbares Bedürfnis zu bestrafen.

    Aber da wir sie fast nie dabei erwischen, da wir ja schlafen, gibt es keine Strafe, macht ja keinen Sinn nach so langer Zeit. Sie meidet meinen Freund danach aber trotzdem. Das meint er unter anderen mit Respekt und Ausstrahlung.

    Ihr meint vielleicht, Akita wüßte, daß sie etwas Falsches getan habe, weil sie deinen Freund auch meidet, wenn sie zur Tatzeit alleine war und ihr die Bescherung erst später entdeckt. Möglicherweise sogar, bevor ihr sie entdeckt. Das wird dann gerne, aber fälschlich, als "schlechtes Gewissen" interpretiert,

    Das stimmt aber nicht. Die Verknüpfung ist viel einfacher: Geruch von Kot/Urin + Anwesenheit deines Freundes = Stress für den Hund. Und Stress möchte man vermeiden. So einfach ist das.

    Es kann sogar sein, daß Akita sich schon deshalb vorzugsweise nachts löst, weil ihr dann schlaft und sie entspannter ist als in eurer Gegenwart. Jeder Anschiss in Verbindung mit dem Lösen, ob während oder nachher, ist also absolut kontraproduktiv für die Stubenreinheitserziehung.

    Oft genug rausgehen und für eine gute Vertrauensbasis sorgen wird euch weiterbringen.

    Gewalt fängt nicht erst beim Schlagen und Würgen an!

    Dagmar & Cara

    Ein Welpe/Junghund nimmt vieles einfach hin. Er ist ja durch seine Unselbstständigkeit total auf seine Bezugspersonen angewiesen. Wenn er außer den Strafmaßnahmen auch positive Erfahrungen mit seinen Besitzern macht, was ja in der Regel so ist, dann entwickelt sich trotzdem eine einigermaßen tragfähige Beziehung. Trotz, aber nicht wegen körperlicher Strafen.

    Daher kann ich nachvollziehen, daß dein Partner sagt, es hat immer so funktioniert.

    Etwas ganz anderes ist das mit einem erwachsenen, fremden Hund, der schon mehrere Besitzerwechsel hinter sich hat. Von dem bekommt ihr nämlich keinerlei Vertrauensvorschuß. Mit körperlicher Einschüchterung präsentiert ihr euch als Willkürherrscher, nicht als vetrauenswürdige Führungspersönlichkeiten. Vetrauen kann man nicht erzwingen, man muß es sich verdienen.

    Ein erwachsener Hund, mit dem euch noch keine vetrauensvolle Beziehung verbindet, ist mental lange nicht so sehr von euch abhängig wie ein Welpe und wird daher nach eigenem Ermessen auch schneller zur Gegenwehr greifen. Daher ist ein höflicher Umgang mit dem Hund auch im eigenen Interesse besonders wichtig. Erziehung muß natürlich sein, und Regeln darf und soll der Hund lernen. Das geht aber auch gewaltfrei.

    Wer meint, seine Dominanz durch Machtspielchen demonstrieren zu müssen, hat keine. Der ist nur ein Spielplatzrowdy, keine Autoritätsperson.

    Dagmar & Cara


    Mein Hund und ich sind gemeinsam als Team unterwegs, und es geht mich durchaus etwas an, was mein Hund mit anderen Hunden tut oder was andere Hunde mit ihm tun. Weder ich noch der andere Hundehalter ist da außen vor.

    Kein Kontakt an der Leine ist absolut sinnvoll:

    - mein Hund darf sich an der Leine - an der er ja nicht ausweichen kann - jederzeit sicher fühlen, nicht von anderen Hunden belästigt oder gar angegriffen zu werden.

    - jeder kennt das umeinander Kreiseln von Hunden, die sich gegenseitig beschnüffeln oder auch dem Beschnüffeln ausweichen wollen, je nachdem. Und jeder kennt auch den Anblick von zwei Hundebesitzern, die versuchen, die ineinander verwickelten Leinen hektisch zu entwirren. Wenn die Hunde in dieser bereits spannungsgeladenen Situation beschließen, sich doch nicht zu mögen und das auch kommunizieren, sind sie quasi aneinander gefesselt, können nicht ausweichen und die Keilerei ist da.

    Dagmar & Cara

    Ein Frage, die du dir beantworten solltest: Wohnst du mitten in der Stadt oder weiter außerhalb und eher reizarm? Muß dein Hund in lebhafter, städtischer Umgebung mit vielen Reizen, denen man nicht ausweichen kann, funktionieren oder kannst du Reize und Ruhe selbst dosieren?

    Dagmar & Cara

    Nein, richtig kneifen tun wir ihn natürlich nicht.

    Wir wollen ihm nur damit zeigen das es nicht in Ordnung ist was er da tut.

    Da ihr das Kneifen und Runterdrücken als Strafe einsetzt, muß es für den Hund unangenehm sein. Eine Strafe muß um zu wirken, unangenehm sein, damit der Hund sein Verhalten lieber sein läßt, um der Strafe zu entgehen.

    Es gibt also drei Möglichkeiten: Ihr straft so sanft, daß es den Hund nicht weiter beeindruckt und er weitermacht.

    Oder ihr tut ihm so sehr weh (Kneifen) und macht ihm Angst (Runterdrücken) daß die Strafe wirkt und er das Beißen einstellt (Möglichkeit 2) oder daß er aus Angst agressiv wird und erst recht beißt, diesmal aber ernst und nicht spielerisch (Möglichkeit 3).

    Ich glaube, ihr könnt daraus erkennen, daß Strafe keine gute Lösung ist, um einem Welpen die Beißhemmung beizubringen. Ihr wollt ja ein freundschaftliches Verhältnis zu eurem Hund aufbauen und keinen Krieg gegen ihn führen.

    Andere Ansätze wurden ja schon genannt.

    Dagmar & Cara