Und wie soll es ohne Korrekturen/Leichte Rucks am Halsband funktionieren?
Ich habe das Fußlaufen ebenso wie viele andere HF ganz ohne Leine aufgebaut. So geht es nämlich leichter. Man hat keine schlackernde Leine zwischen sich und dem Hund. Die Leine benötige ich nicht, weil ich dafür sorge, daß mein Hund bei dieser Übung gerne ganz dicht bei mir sein will.
Die Leine wird wenn überhaupt, dann nur zur Absicherung gebraucht, zb auf dem Hundeplatz, wenn man zu mehreren in einer Gruppe übt. Sie hängt dann aber immer durch.
Grundsätzlich gibt es zwei grundverschiedene Ansätze.
Old Style, durch Strafen:
Der Hund wird jedesmal am Halsband geruckt, wenn er zu weit vorne, zu weit hinten, zu weit zur Seite hin abweicht. Er wird also überall bestraft, nur nicht in der gewünschten Position am Knie des HF. Er muß selber durch Versuch und Irrtum recht mühsam schlußfolgern, wo er in Sicherheit ist und wo es unangenehm für ihn wird.
Nicht bestraft zu werden ist die einzige Form der Bestätigung für richtiges Handeln.
Der Hund lernt also: richtiges Verhalten = keine Strafe; falsches Verhalten = Strafe.
Würdest du oder dein Freund unter diesen Umständen gerne und freudig lernen und mitarbeiten? - Wohl kaum.
Aufbau nach aktuellem Wissensstand über positive Verstärkung:
Dem Hund wird die richtige Position gezeigt, indem genau dort seine Belohnung (Futter, Spielzeug) auf ihn wartet. Nur dort und nirgendwo anders. Er sucht also aktiv diese Position. Woanders wird er aber nicht bestraft, er bekommt lediglich keine Belohnung. Im Verlauf des Trainings muß er immer länger auf die Herausgabe der Belohnung warten und lernt so, die Position über längere Zeit und auch in der Bewegung zu halten.
Der Hund lernt also: richtiges Verhalten = Belohnung; falsches Verhalten = keine Belohnung.
So lernt der Hund mit Freude! Für Hunde, die so aufgebaut werden, gibt es auf der Welt nichts Schöneres, als mit dem Hundeführer zusammenzuarbeiten, denn das bedeutet jede Menge SPASS!
Das Video zeigt das ganz wunderbar. Auch, daß die Freude nicht einseitig ist! Nicht nur der Hund strahlt, auch sein Hundeführer.
Funktionieren tun letzlich beide Ansätze - wenn man auf freudiges Arbeiten und eine vertrauensvolle Beziehung keinen Wert legt, auch der erste. Der geht halt auf Kosten des Hundes.
Wer sich einen Freund wünscht und keinen Sklaven, wird immer die zweite Herangehensweise wählen.
Das läßt sich auch auf andere Lerninhalte übertragen und letzlich auf den gesamten Umgang mit dem Hund.
Dagmar & Cara