Beiträge von dagmarjung

    Stubenrein sein und sich melden sind zwei verschiedene Dinge. Freue dich, wenn dein Hund sich schon recht oft meldet, aber erwarte nicht, daß er schon perfekt stubenrein ist. Viele andere Hunde im selben Alter sind es auch noch nicht, das heißt, es klappt im Großen und Ganzen schon recht gut, aber ab und zu passiert eben noch was in der Wohnung.

    Dazu kommt, daß der Kleine erst seit drei Wochen bei dir ist und sich wahrscheinlich noch nicht so ganz heimisch fühlt.

    Stubenreinheit ist nämlich keine Gehorsamserziehung im Sinne von Erlaubt/Verboten. Sondern die Stubenreinheit basiert auf dem natürlichen Drang des Hundes, seinen unmittelbaren Heimbereich nicht zu verschmutzen. Also auf dem Gefühl des Hundes, dort heimisch zu sein. Unsere Aufgabe besteht nur darin, den Hund in diesem Entwicklungsprozess zu unterstützen, indem wir oft mit ihm rausgehen.

    Warte nicht, bis dein Hund sich meldet, sondern geh selbst oft genug raus, mit einem jungen Hund lieber einmal öfters.

    Und lass ihm bitte die Decke bzw ein weiches Hundebett.

    Dagmar & Cara

    Eine zweigleisige Vorgehensweise hat sich beim Training der Leinenführigkeit bewährt: Der Hund wird mit Geschirr und Halsband ausgerüstet. Am Geschirr darf er ziehen.

    Will man die Leinenführigkeit üben, wird die Leine am Halsband befestigt. Es wird nur in ganz kurzen Einheiten mit Locken und Belohnung geübt, anfangs nur wenige Schritte. Dabei bleibt die Leine immer locker. Aufhören, solange es noch richtig gut läuft und der Hund aufmerksam ist.

    Leinenführigkeit verlangt sehr viel Konzentration vom Hund, wenn er das noch nicht kennt. Diese Konzentration kann er noch nicht lange durchhalten.. Also ganz langsam steigern. Nach und nach kann man dann die Halsbandzeiten erweitern und die Geschirrzeiten reduzieren.

    Das Praktische daran ist, wenn man im Alltag einfach nur von A nach B will und keine Zeit oder Aufmerksamkeit für das Hundetraining hat, versaut man sich trotzdem nicht die bisherigen Trainingserfolge. Man führt den Hund dann eben am Geschirr.

    Dagmar & Cara

    Hundebegegnungen an der Leine:

    Du merkst bereits, daß dein Hund nicht mit jedem anderen gut kann. Erspare ihm und dem Gegenüber daher unbedingt Begegnungen an der Leine. Nimm deinen Hund immer auf die abgewandte Seite, so daß du als Puffer zwischen ihm und dem anderen Hund bist. Zügig vorbeigehen. Idealerweise macht der andere Hundehalter das gleiche, so lassen sich Hundebegegnungen stressfrei gestalten..

    Hundebegegnungen zwischen Fremdhunden stehen immer unter einer gewissen Spannung. Wer ist der andere, will der mir was Böses, muß ich den aus meinem Revier vertreiben, ist er oder sie eine potentielle Paarungspartnerin? Alles ist möglich.

    An der Leine können die Hunde ihren Wohlfühlabstand nicht wahren, einander nicht ausweichen. Dann sind auch noch die Frauchen/Herrchen inclusive Spielzeug und Leckerchenbeutel dicht dabei und müssen womöglich gegen den anderen Hund abgegrenzt werden. Wenn sich dann noch die Leinen beim Umeinanderkreiseln verwickeln, ist die Beißerei da.

    Hunde müssen nicht jedem anderen Hund "Hallo sagen". Genausowenig wie wir jedem Fremden auf der Straße die Hand schütteln. Es nimmt sehr viel Spannung aus dem Hundeleben, wenn der Hund sich darauf verlassen darf, daß kein anderer Hund an ihn herankommt, wenn er an der Leine ist. Umgekehrt darf er natürlich auch keine anderen angeleinten Hunde belästigen.

    Dagmar & Cara

    Ich bekomme anhand deiner Schilderung kein klares Bild von dem, was passiert.

    Magst du das noch einmal genauer beschreiben?

    Hebst du den jungen Hund oft hoch, wenn ja, warum? Wie hältst du ihn dann?

    Wenn ich meinen Kleinpudelhündin hochhebe, dann nur mit einem guten Grund. zB weil ich sie in den Fahrradkorb setzen will oder wenn ich eine Rolltreppe benutze. Ich kündige das Hochheben mit einem Hörzeichen an, die linke Hand stützt die Vorbrust und sichert die Vorderläufe und die Rechte stützt das Hinterteil von unten. Der Hund ruht dann sicher an meiner Brust und als Cara noch Welpengröße hatte, wäre sie in dieser Position gar nicht an mein Gesicht gekommen.

    Was Hunde nicht mögen: Ohne Vorwarnung hochgerissen werden, an den Vorderläufen hochgezogen werden, unter den Arm geklemmt werden, freischwebend in der Luft baumeln, Auge in Auge vors Gesicht gehalten werden (Drohgeste).

    Dagmar & Cara

    Verhalten und Hormone sind immer vielschichtig und nicht eindimensional zu sehen. Aber Testosteron ist schon ein Baustein im Gefüge, dessen Fehlen auch zu Reaktionen führen kann.

    Es wird auch nicht nur von Rüden, sondern auch von Hündinnen gebildet und gilt auch als Hormon des "sozialen Erfolgs".


    https://www.wuff.eu/wp/die-kastrat…ogischer-sicht/

    "Angstaggression

    Eine sehr häufig auftretende Form der Aggression stellt die ­Angstaggression dar. Bei dieser ist eine Kastration ­völlig kontraindiziert und wird das Problem deutlich verschärfen. Der Grund hierfür ist, dass Panik- und Angstreaktionen, die durch einen, auch befürchteten, ­Kontrollverlust oder das Erwarten einer ­gefährlichen Situation seitens des Tieres ent­stehen, unter der Kontrolle des Stress­hormons Cortisol aus der Neben­nierenrinde stehen. Das männliche Sexualhormon Testosteron hemmt die Cortisolausschüttung, wirkt dadurch angstlösend und steigert das ­Selbstbewusstsein. Durch die Wegnahme der Sexualhormone macht man diese Tiere noch un­sicherer, was zu einer Verschlimmerung des gezeigten ­Verhaltens führt. Eine ­Kastration ist hier also absolut kontra­indiziert."

    Immerhin ist es ja bemerkenswertt, daß der Hund erst im Alter von 5 Jahren eine plötzliche Verhaltensänderung zeigt. also im mittleren Erwachsenenalter. Da ist doch die erste Frage immer, was hat sich im Leben dieses Hundes in letzter Zeit verändert. Medizinisch, Lebensumstände usw.

    Das heißt nicht, daß es am Chip liegen muß. Aber neben der Abklärung weiterer Fragen (Schmerzen?) sollte man dem schon nachgehen.

    Dagmar & Cara

    Testosteron ist nicht nur für männliche Sexualität im engeren Sinne zuständig, sondern auch für Selbstsicherheit. Fällt es weg, kann der Hund dadurch unsicherer im Wesen werden und dadurch auch schneller zuschnappen, wenn er sich bedroht fühlt.

    Daher die Frage, ob die Verhaltensänderung mit dem Einsetzen des Kastrationschips zusammenfällt.

    Dagmar & Cara

    Fahradfahren ist schön, praktisch und macht Spass - wenn du aber so sportlich fahren wikllst, daß du ins Schwitzen kommst und wirklich Kalorien verbrennst, mußt du in einem Geschwindigkeitsbereich fahren, der für Hunde nicht mehr geeignet ist.

    Der Hund soll locker im Trab laufen, ohne sich merklich anzustrengen. Man passt sich also dem Tempo des Hundes an und nicht umgekehrt. Fürs eigene Abnehmen reicht das nicht.

    Davon abgesehen ist natürlich jede Bewegung besser für die Figur als im Auto zu sitzen. ;)

    Dagmar & Cara

    was wäre, wenn dein Freund erstmal alleine mit ihr spazieren geht und zB nur die Löserunden machst? Um sich attraktiver zu machen.

    Das wäre allenfalls dann eine Möglichkeit, wenn die Hündin bisher noch keinerlei schlechte Erfahrung mit dem Freund gemacht hätte.

    Wenn also eine bisher neutrale Person sich in den Augen des Hundes aufwerten will, indem sie Spaßaktionen unternimmt.

    Aber hier wäre das absolut kontraproduktiv, denn die Hündin hat ja schlechte Erfahrungen mit dem Freund machen müssen. Es wäre so, wie wenn jemand gemobbt wird und nun als Gegenkur dem Mobber weiter ausgeliefert wird. Auch wenn der nun nichts "Böses" tut, ist es Stress.

    Um Vertrauen aufzubauen, müssen erst mal sehr viel kleinschrittigere Aktionen passieren als ein gemeinsamer Spaziergang, bei dem der Mensch ja schon deshalb Macht über den Hund ausübt, weil er die Leine in der Hand hält.

    Dagmar & Cara

    Die Hündin und ich verstehen uns ohne Worte, sie reagiert auf die kleinsten Zeichen, es ist eine intensive Verbindung…was ist wenn es mit ihm niemals so wird?

    Du bist also verwöhnt. ;)

    Ich hatte auch eine solche Verbindung mit meiner ersten Hündin Nuja, einer Schäferhündin. Sehr viele Jahre später kam meine jetzige Hündin Cara als Welpe zu mir (siehe Avatar) und es war mit ihr zunächst mal gar nicht so toll und intensiv, wie ich das von Nuja in Erinnerung hatte. Cara war niedlich, aber doch ein fremdes kleines Wesen, keine langvertraute Freundin.

    Inzwischen ist die Verbindung längst ebenso intensiv wie damals mit Nuja, nur anders.

    Jede Freundschaft braucht Zeit zum Wachsen. Beide Seiten müssen sich erst kennenlernen und aufeinander einspielen. Das dauert. Du darfst aber fest darauf vertrauen, daß es mit der Zeit passieren wird und du dann auch nicht mehr Vergleiche ziehen mußt. :smile:

    Dagmar & Cara