Beiträge von dagmarjung

    Ich habe mal ein Video rausgesucht, extra nicht von Windhunden, das Hunde im jagdmotiviertem Lauf in engen Kurven zeigt. Man sieht, daß im Ernstbezug keine "m" Stellung gezeigt wird, weder im Lauf geradeaus noch in Kurven.

    Die "m"Stellung ist tatsächlich ein rein soziales Signal, eine Spielaufforderung zum Rennspiel. Sie hat keinerlei Funktion zur Optimierung von Kraft, Geschwindigkeit oder Wendigkeit.

    (ab 0.57 ist das eigentliche Coursing zu sehen)

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    Das Laufen im Kreis, wenn man einen Hund oder Mensch zum mitspielen auffordern will, macht Sinn: man will sich ja nicht fluchtartig von ihm entfernen, sondern auffordernd in seiner Nähe bleiben.

    Dagmar & Cara

    Wenn der IW auf welche Art auch immer verbessert werden soll, dann doch nicht mit Rassen die mit HD kämpfen. Der IW hat kein HD Problem, warum hole ich dieses dann in die neue Rasse rein? Das wichtigste Problem, welches ich im Vergleich zu anderen Rassen eher als gering ansehe, ist die Herzerkrankung. Dummerweise haben Pudel auch mit dem Herzen zu kämpfen.

    Das wäre mir wirklich neu, daß ausgerechnet Großpudel verstärkt mit HD zu kämpfen haben.

    Pudel ist nicht gleich Pudel. Bei den Kleinen, nicht aber bei den Großen ist die Herzklappeninsuffizienz ein Thema. Bei den großen würde ich mir weit mehr Gedanken um die Magendrehung machen. Ich weiß nicht, wie es da beim IW aussieht.

    Dagmar & Cara

    Im Prinzip finde ich es kein Verbrechen, neue Rassen aus vorhandenen zu kreieren. So sind doch schließlich viele Hunderassen entstanden. ZB der Leonberger oder der Eurasier.

    Auch der Irische Wolfshund wurde ja, weil er ausgestorben war, "rückgezüchtet" aus Deerhound, Doggen und Barsois sowie vermutlich den allerletzten Resten der orginalen IW.

    Von daher ist bereits der heutige IW kein ganz reiner Windhund mehr. Will man noch etwas mehr weg vom Windhund und mehr in Richtung Begleithund, finde ich Pudel gar keine schlechte Wahl.

    Der Knackpunkt ist halt, die Inzuchtfalle zu vermeiden. Die alten Rasseerfinder waren zumeist reiche Leute, die sich große Zwingeranlagen hingestellt haben (und das ganz bestimmt nicht nach heutigen Vorstellungen von artgerechter Haltung) oder sie waren klug genug, von Anfang an genügend Mitstreiter ins Boot zu holen. Viel züchten und viel Unerwünschtes aussortieren war dann die Devise.

    Unter heutigen Verhältnissen, so ganz für sich und mit ängstlich gehütetem Copyright kann man wohl kaum genügend breite Zuchtbasis aufstellen, um auf Dauer einen ausreichenden Genpool sicherzustellen.


    Dagmar & Cara

    Die Lösung war dann ganz simpel und hatte nichts mit meinen Vermutungen zu tun. Es geht dem Hund dabei nur darum, genügend Druck auf die Hinterläufe zu bekommen, um maximal beschleunigen zu können. Man muss allerdings (wie immer) auf die restliche Körpersprache achten, um dies nicht zu verwechseln.

    Würde das zutreffen, müßten alle beteiligten Hunde diese Haltung zeigen, also nicht nur der Verfolgte, sondern auch die Verfolger. Schließlich will nicht nur der Hase, sondern auch die Jäger wollen maximal schnell sein.

    Man sieht diese "m" Haltung allerdings nur im Spiel und hier immer nur bei dem Hund, der freiwillig die Rolle des Hasen übernimmt.

    Das spricht dafür, daß es keine optimale Haltung für Höchstgeschwindigkeit ist, sondern im Gegenteil ein gewisses Selbst-Handikap, das der "Hase" sich leisten können muß. Im vollen Lauf bei maximaler Geschwindigkeit wirkt ein Hund strominienförmig, der Schwanz wird nach hinten weggestreckt.

    Wenn im Beispiel oben beide Hündinnen diese "m" Haltung zeigten, forderten sie sich gegenseitig zum Verfolgen auf, indem sie sich als "Hase" anboten.

    Dagmar & Cara

    Runder Rücken im Lauf und Schwanz auch oben gerundet und nach unten zeigend = Rücken und Schwanz bilden zusammen ein "m": das ist die typische Körperhaltung bei der Aufforderung zum echten, freudigen Rennspiel. Das heißt, es ist wirklich ein entspanntes Spiel ohne jede Tendenz zum Fiddeln. Diese Körperhaltung betont die freundliche Spielabsicht. Solange der verfolgte Hund diese Haltung zeigt, fühlt er sich in seiner Rolle wohl und will den Verfolger zum Nachlaufen anregen. Das ist also ein sicheres Zeichen dafür, daß man die Hunde miteinander rennen lassen kann.

    Wenn beide abwechselnd oder gleichzeitig dieses körpersprachliche Signal zeigen, dann heißt das einfach "Fang mich doch!"


    Sollte die Körperhaltung sich ändern, indem der Verfolgte das Hinterteil und den Schwanz einklemmt, (Kein "m" mehr) hat er Angst bekommen und fühlt sich in der Rolle des "Hasen" nicht mehr wohl. Das kann natürlich auf der Hundewiese auch mal passieren, zB wenn aus einem Verfolger mehrere werden. Dann muß man das Spiel, das zumindest für den Verfolgten keines mehr ist, abbrechen.

    Dagmar & Cara

    Sie überschlägt sich jeden Morgen fast vor Freude wenn ich rauskomme.

    Das ist nicht wünschenswert, sondern ein Alarmsignal. Das heißt nämlich, daß sie auch nach 3 Jahren scheinbarer Gewöhnung die langen Trennungszeiten schlecht wegsteckt. In einer sicheren Beziehung besteht kein Grund, sich vor Aufregung schier zu überschlagen. Daher fallen Begrüßungen dann wesentlich gelassener aus.

    Tatsächlich gibt es hier im Forum eine ganze Reihe Threads, in denen die Hauptbezugsperson des Hundes, die ständig mit ihm zusammenlebt, ihn erzieht und sich mit ihm beschäftigt, sich darüber Sorgen macht, daß der meist abwesende Partner, der sich kaum mit dem Hund beschäftigt, viel "freudiger" begrüßt wird als sie selbst. Das ist aber normales Verhalten. Die Hauptperson ist verläßlich da, der Hund hat eine sichere Bindung zu ihr, die muß man nicht überschwänglich demonstrieren. Bei der anderen Person ist das nicht so.

    Auch meine Hündin begrüßt mich mit einem gelassenen "Na, auch wieder da", während sie sich bei meiner Nachbarin, die wir nur alle paar Wochen mal treffen, vor Freude gar nicht lassen kann. Hat sie deshalb zu ihr eine engere Beziehung zur Nachbarin als zu mir? Natürlich nicht. Durch die seltene Begegnung ist lediglich die Erregung größer. Sobald ich mich abwende und gehe, ist das Freudenfest auf einen Schlag beendet und meine Hündin folgt mir, ohne meine Nachbarin weiter zu beachten.

    Wenn meine Hündin mich doch mal mit mehr Überschwang begrüßt, dann weiß ich, daß sie während der Trennung Stress hatte. ZB wenn ich sie zu ganz ungewohnter Zeit oder in fremder Umgebung alleine lassen mußte.

    Ein Hund, der so weitgehend isoliert gehalten wird wie Kona, hat natürlich allen Grund, seinen Menschen, wenn er dann mal erscheint, so aufgeregt zu begrüßen wie du es schilderst. Natürlich freut sie sich in dem Moment auch wirklich. Aber diese überschwängliche Freude deutet vor allem auf den großen Mangel in ihrem Leben hin und ist kein Ausdruck von echter Lebenszufriedenheit.

    Dagmar & Cara

    Dazu kommt in diesem Fall, daß Wurfschwestern sich in allem wesentlichen Eigenschaften gleichen, die sonst einen Unterschied zuwischen Hunden ausmachen: Stärke, Alter, Erfahrung. Daher hat keine von beiden einen Anlass, nachzugeben und die andere als endgültige Siegerin anzuerkennen. Eher geht der Kampf bei nächster Gelegenheit in die nächste Runde.

    Das ist die besonders giftige Dynamik unter gleichgeschlechtlichen Geschwistern im selben Haushalt. Aus diesem Grund können sich unterschiedliche Hunde meist besser arrangieren als ein gleichgeschlechtliches Wurfgeschwisterpaar.

    Warte aber nicht zu lange. ... Auch wenn du sagst in deiner Abwesenheit passiert nichts, so kann sich das doch von heute auf morgen ändern.

    Das kann ich nur unterstreichen. Hunde entwickeln sich rasend schnell und gerade im ersten Jahr gibt es für jeden Hundehalter ständig "das hat er doch noch nie gemacht"- Momente. Meistens harmlos oder höchstens peinlich, aber im Fall deiner Hündinnen läuten wirklich alle Alarmglocken.

    Dagmar & Cara

    Alle Hunde brauchen Sozialkontakte, aber Welpen ganz besonders. Im Wildleben wäre ein alleingelassener, von seinem Rudel getrennter Welpe ein toter Welpe. Welpen wissen das instinktiv und daher sind sie so anhänglich und können anfangs noch nicht alleine bleiben.

    Wenn man seinen Welpen - egal welcher Größe und Rasse- also mit ins Schlafzimmer nimmt oder im Wohnzimmer oder draußen im Stall bei ihm nächtigt, verwöhnt man ihn nicht, sondern man befriedigt ein Grundbedürfnis seines Hundes.

    Dagmar & Cara

    Es ist für gleichgeschlechtliche Wurfgeschwister normales Verhalten, daß sie sich nicht auf Dauer im selben Haushalt vertragen. Wobei es große Unterschiede zwischen den Rassen und Typen gibt. Meutehunde wie Beagles sind da anders zu beurteilen als Rassen, die schon per se eher unverträglich mit Artgenossen sind. Bei letzteren - und der Dogo gehört mit Sicherheit dazu - ist die Aufnahme von zwei Wurfschwestern oder Wurfbrüdern ein Ticket zur Hölle. Ein vernünftiger Züchter gibt seine Welpen daher niemals zu zweit ab. Das kann sogar bei Zwergpudeln gewaltig in die Hose gehen.

    Gleichgeschlechtliche Geschwister sind zunächst einmal Konkurrenten. Einen älterer Bruder oder eine ältere Schwester könnte ein Welpe als überlegen anerkennen und sich ihm anschließen, aber ein gleichaltriges, gleich starkes Geschwister? Von dem läßt man sich garantiert nichts sagen!
    Es sind schon viele Hundehalter reingefallen, die dachten: "die Kleinen spielen so schön miteinander - nehmen wir doch gleich beide!"

    Wenn schon im zarten Alter von 4 Monaten aus dem Welpenspiel Ernstkämpfe geworden sind, kannst du dir ausrechnen, wie die Lage eskalieren wird, wenn die Hündinnen in die Pubertät kommen und läufig werden. Dann ist nämlich erst recht ein biologiescher Grund gegeben, die Konkurrenz endgültig zu beseitigen.

    Dagmar & Cara

    PS: das ist kein Fehlverhalten, sondern zum einen bei verschiedenen Rassen züchterisch gewollt, zum anderen biologisch sinnvoll. Geschwister wandern im Freileben nach und nach ab und trennen sich, gründen eigene Familien. Sie glucken nicht lebenslang zusammen.

    Ich gehe mit meiner Hündin das letztemal raus direkt bevor ich selbst ins Bett gehe. Als allerletzte Handlung des Tages. Ganz egal, ob das um 23.00 Uhr ist oder um 3.00.

    Sie legt sich auch provozierend extra laut auf den Boden, tut so als würde sie schnarchen und läuft zwischen den Räumen hin und her, damit die Krallen klackern.

    Kein Hund tut solche Dinge, um Menschen zu ärgern oder zu provozieren. So quer um die Ecke denken höchstens Menschen.

    Eure Hündin ist aus irgendeinem Grund unruhig und das drückt sich eben in Bewegung, lautem Atmen usw aus. Krallen klackern nun mal auf Laminat oder Parkett, da kann der Hund nichts für.

    Dagmar & Cara