Beiträge von dagmarjung

    Danke für die Bilder! Ogottistdersüß! :herzen1:

    Die Sache mit dem Lernfenster bezieht sich darauf, daß Hunde bis zu einem gewissen Alter einiges kennengelernt haben sollten. Und zwar ganz grundsätzliche Dinge:

    - Es gibt drinnen und draußen, verschiedene Untergründe und Gerüche. Man kann darauf laufen und sich bewegen. Man kann sich draußen lösen.

    - Menschen sind nette Wesen. Sie sind vertrauenswürdig und man kann schöne Dinge mit ihnen gemeinsam tun. Wenn sie etwas von einem wollen, macht es Freude, mitzutun.

    - Es gibt immer mal wieder was Neues im Leben. Neue Orte, neue Gerüche, neue Situationen. Mit meinen Menschen zusammen kann ich das erforschen und brauche keine Angst zu haben.

    All das sind Basics, die jeder gut aufgezogene Welpe, der in eine liebevolle Familie kommt und dort nicht nur den Garten sieht, von ganz alleine mitbekommt. Ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm ist dafür nicht erforderlich.

    Was ein Lernfenster nicht bedeutet: daß der Hund bis zur 16. Woche alles kennengelernt und jedes Kommando geübt haben muß. Ich hatte vor 13 Jahren einen Welpenratgeber, da sollte man dem Welpen wirklich alles in diesen paar Wochen zeigen - Auto, Zug, Bus, Straßenbahn, Fußgängerzone, Bahnhof, Steinbrücke, Holzbrücke, Hängebrücke, normaler Aufzug, gläserner Aufzug, Ziegen, Schafe, Kühe, Pferde... um nur ja nicht das Zeitfenster zu verpassen. :roll:

    Ehrlich, einen besseren Weg, um einen Welpen (und seine Halter) in den Wahnsinn zu treiben, kann ich mir nicht vorstellen.

    Schließlich hat der Tag auch für Welpen nur 24 Stunden und der junge Hund braucht viel Zeit, um neue Eindrücke zu verarbeiten.

    Es ist also nicht nötig, alles einzeln zu üben. Wenn mein Welpe mir vertrauensvoll in eine Straßenbahn folgt, kann er das Grundprinzip "fahrende Dinge sind okay" später auch auf einen Bus oder eine Fähre übertragen. Wenn der Welpe verinnerlicht hat, daß der Mensch manchmal wichtige Zeichen gibt und eine bestimmte Handlung belohnt, wie "Komm her!" dann wird er später auch weitere Kommandos wie Sitz problemlos lernen. Weil er das Prinzip "lernen" gelernt hat.

    Dagmar & Cara

    Du kannst schon einige Dinge "einsparen". :smile:

    Zunächst einmal, Erziehung und Kommandos lernen sind zwei verschiedene Dinge. Erziehung heißt im wesentlichen, dem Hund die Hausregeln bei euch zu vermitteln. Das passiert vom ersten Tag an. Wo darf er hin, wo nicht, was darf man ankauen und was nicht, nicht drängeln, nicht anspringen, usw.

    Kommandos lernen - da braucht es am Anfang noch gar nicht viel. Herankommen, Dinge ausgeben, ein Abbruchsignal. Natürlich trainiert man diese Basics auch von Anfang an. Du mußt dir aber keine Sorgen machen, daß du wertvolle Zeit verpaßt, wenn dein Hund noch kein SitzPlatzFuß kann.

    Wichtig: Sowohl Erziehung wie Training sind allein Sache der Erwachsenen! Kinder sind niemals Erzieher!

    Falls du erwartest, der Hund würde sich den Kindern auf Dauer "unterordnen", wenn diese Sitz, Platz, Fuß mit ihm üben, kannst du diese Idee gleich begraben. (Leider steht das noch so in einigen Hunderatgebern.) Hunde sind sozial hochintelligente Wesen und sie können genau zwischen Erwachsenen und Kindern unterscheiden. Sie wissen wer Autorität in der Gruppe hat, wer die Leitpersonen sind und wer nicht. Spätestens der pubertierende Hund läßt sich von den "Welpen" der Familie genauso wenig herumkommandieren wie ein menschlicher Teenager von seinen halb so alten Geschwistern.

    Die Kinder dürfen mit dem Hund spielen, aber nur unter Aufsicht, nicht zigmal am Tage und nicht zu wild.

    (Später dürfen sie auch mal Tricks einüben, wenn sie Lust haben.)

    Da deine Kinder mit dem Hund sowieso nicht alleine rausgehen dürfen, brauchen sie diese Kommandos auch nicht. Bei allen kritischen Situationen im Alltag, zB: der Hund hat ein Spielzeug des Kindes genommen oder liegt da, wo die Kinder spielen wollen oder er wird zu wild mit den Kindern, sollen die Kinder nichts selbst regeln, sondern immer einen Erwachsenen dazu rufen. Denn von Kindern läßt sich ein heranwachsender oder erwachsener Hund nichts sagen. Im Canidenrudel gilt die Autorität des Älteren, und das wird in wenigen Monaten der Hund sein, der die Kinder rasch an Reife überholt. Es könnte sonst passieren daß er mit der Autorität des älteren Bruders die Kinder maßregelt, wenn sie sich in seinen Augen anmaßend verhalten und seine Signale nicht verstehen. Und Kinder in diesem Alter verstehen noch längst nicht alle Signale von Hunden.

    Die Leinenführigkeit ist ein Thema für sich, denn das ist für Welpen Extremsport fürs Hirn. Sie können sich noch nicht so lange konzentrieren. Daher wird die Leinenführigkeit nur in ganz kurzen Abschnitten geübt, das heißt: weniger als eine Minute, aber dann sauber und genau.

    Verlangt man dauernde Leinenführigkeit von einem Welpen, dann überfordert man ihn maßlos und es ist kein Wunder, wenn er dann überdreht. Auch wenn so ein Riesenbaby schnell wächst und an Gewicht zulegt und dann auch anstrengend wird: das Hirn ist eben doch nur das eines Welpen bzw Junghundes und reift nicht früher als bei anderen Hunden.

    Dagmar & Cara

    Da bei den Pudeln die zugelassenen Größen ohne Lücke direkt aneinander grenzen und international auch noch verschiedene Einteilungen gelten, kommt es tatsächlich auch in den "besten Familien" vor, daß ein Pudelwelpe aus dem Maß seiner Eltern hinauswächst oder je nachdem kleiner bleibt als erwartet. Das gilt jedenfalls für die drei kleinen Größen Toy, Zwerg und Kleinpudel. Die Großpudel bleiben größenmäßig doch unter sich.

    Dagmar & Cara

    Merle gibt es nicht bei Pudeln und gab es noch nie. In der Zuchtgeschichte finden sich zwar Bilder von gescheckten Pudeln, aber keine einzige Abbildung eines Merlepudels.

    Allerdings geistern inzwischen schon einige Generationen angeblich reinrassiger Merle Zwergpudel herum. Das erste Auftreten dieser genetischen Wunder fällt ganz zufällig in die Zeit, in der a) Merle groß und gewinnträchtig in Mode kam und b) die in Größe und Körperbau ähnlichen Shelties von einer seltenen zu einer häufigen Rasse geworden waren.

    Tja, Wunder gibt es immer wieder! :hust:  :no:

    Ich bin in diesem Punkt echt angefresssen, denn man muß Merle wirklich nicht auch da noch reinzüchten, wo es nie war, sondern sollte froh sein, wenn die Rasse es nicht trägt. Beim Pudel sind kleine Merlestellen durch das lockige Haar schwer zu erkennen, eine Merle x Merleverpaarung deshalb nicht auszuschließen. Und wenn die Idioten unbedingt Merlepudelmixe wollen, dann sollen sie sie doch Doodle nennen, die kann man doch heute mindestens so teuer verkaufen wie Pudel!

    So, ich habe fertig.

    Dagmar & Cara

    Duplo besteht nur teilweise aus Schokolade und dieser Teil auch nur aus Vollmich mit wenig Kakao. Das schadet einem 11 Kilo Hund nicht. Das Gift ist im Kakao und selbst von einer dunklen Schokolade müßte dein Hund viel mehr fressen um auch nur ein leichtes Bauchdrücken zu spüren.

    Das Plastik"papier" drumherum ist weich und wird wieder hinten rauskommen.

    Dagmar & Cara

    Deshalb habe ich immer jeden Streicheln lassen und ich glaube das war so ein bisschen der Fehler, weil sie jetzt glaubt, dass JEDER sie streicheln will und deshalb gefrustet ist, wenn sie nicht hindarf.

    Ja, ich glaube auch, daß das nicht die beste Idee war. Denn dadurch hat Rose gelernt, daß sie sich ständig mit fremden Menschen direkt befassen muß. Die Lektion, die sie stattdessen hätte lernen sollen ist aber, daß Fremde uninteressant und langweilig sind und du diejenige bist, die das regelt, während sie sich entspannen kann. Das muß deine Hündin nun dringend nachholen.

    Die scheinbare Freude, mit der junge Hunde fremde Menschen und Artgenossen begrüßen, ist oft zu einem guten Teil Beschwichtigungsverhalten. Der Welpe weiß instinktiv, daß er schwächer und langsamer ist als sein Gegenüber und signalisiert ihm durch aufdringliches "Anschleimen": "tu mir nichts, ich bin nur ein kleiner, lieber Welpe!"

    Wenn nun die Kinderzeit endet und der Hund erwachsener wird, wächst auch die Selbstsicherheit. Dann traut er sich, seine vielleicht schon lange vorhandene Abneigung zB gegen das Angefaßtwerden direkter durch agressives Verhalten zu äußern. (Das muß zunächst noch gar kein Beißen sein, da gibt es Abstufungen.)

    Dann kommt es zu einem Umschwung im Verhalten, der den Besitzern oft unverständlich ist, "weil er sich doch früher immer so gefreut hat".

    Ich hoffe, eine gute Trainerin kann dich sehr bald dabei unterstützen, die Körpersprache deiner Hündin besser zu lesen und die feinen Anzeichen zu sehen.

    Dagmar & Cara

    Eigentlich wäre ja der Facepalm-Smiley angebrachter gewesen. Aber dieser ganze 400-Seiten-Roman inclusive Sterbegeschichte der Vorgängerhündin und genauer Beschreibung sämtlicher Hunde, die man sich irgendwann mal angeschaut, aber doch nicht gekauft hat: das ist schon Realsatire.

    Dagmar & Cara

    Welpen aller Rassen sind typischerweise kontaktfreudig und wollen spielen.

    Erwachsene Hunde wollen, wenn sie einer Wach- und Schutzhundrasse angehören, ihr Revier, sich selbst und ihre Menschen abgrenzen und Eindringlinge vertreiben. Das ist kein Charakterfehler, dazu wurden sie ja gezüchtet. Aber man muß damit umgehen und seinen Hund jederzeit kontrollieren können.

    Teenagerhunde - also im Alter deiner Hündin - sind mitten in der Entwicklung von einem zum anderen. Das ist für Ersthundehalter oft nicht ganz leicht einzuordnen. Aus der Freude am Kontakt werden nun gemischte Gefühle. Begrüßem oder Vertreiben? Oder ein bißchen von beidem? Aufregend ist es allemal und man will unbedingt hin, aber es entscheidet sich spontan, ob gespielt oder gemobbt wird, ob man sein Ego am anderen Hund poliert oder ob man doch spielen will, ob man von einer Person gestreichelt werden will oder sich in T-Stellung kontrollierend vor sie drängt. (Könntest du den Unterschied erkennen?)

    Viele Ersthundehalter bekommen diese Entwicklung nicht rechtzeitig mit und sehen in ihrem Hund noch immer den verspielten Welpen, wenn dieser schon längst zum provokanten, pöbelnden Teenager mutiert ist.

    Sie wirkt zwar böse, aber sie würde nichts tun.

    Sie tut jetzt schon etwas. Aggressionsverhalten beginnt nämlich nicht erst dann, wenn der Hund seine Zähne im Gegenüber versenkt.

    Daß deine Hündin derart ausrastet, wenn sie nicht zu Hund oder Mensch darf, ist ein Alarmsignal, das du unbedingt ernst nehmen mußt. Eine entspannte, höfliche Begegnung ist damit schon unmöglich geworden. Die anderen Hundehalter haben 100% recht, wenn sie das Verhalten als gefährlich einschätzen und dir ausweichen. Erfahrungsgemäß ist es dann nämlich bis zum ersten Biß nicht mehr weit. "Sie würde nie etwas tun" wird dann ganz fix zu "Das hat sie noch nie getan!"

    Hunde lügen nicht. Wenn sie knurren, bellen, schnappen und sich in die Leine werfen, wirken sie nicht nur agressiv, sondern sie sind es in dem Moment auch.

    Nimm das bitte sehr ernst. Tips hast du ja schon bekommen.

    Dagmar & Cara