Gerade sehr große Rassen sind mit 9 Monaten oft noch kindlich im Wesen. Sie sind meist Spätentwickler. Das kindlich-unterwürfige Verhalten wird aber nicht dauerhaft so bleiben. Es ist eine Entwicklungsphase und keine dauerhafter Charakterzug. Mit dem Erwachsenwerden entwickeln Hunde ein wesentlich stärkeres Selbstbewußtsein und setzen sich dann auch zur Wehr, wenn sie angegangen werden oder greifen von sich aus andere Hunde an, denn Angriff ist schließlich die beste Verteidigung. .
Leider hat dein Junghund auf der Hundewiese lernen müssen, daß andere Hunde ihn terrorisieren. Sehr häufig verläuft die Entwicklung in der Folge dahin, daß ein solcher "Opferhund" selber zum Mobber und Angreifer wird, wenn er heranwächst. Denn er hat ja gelernt, daß andere Hunde Feinde sind.
Was ich oben beschrieben habe klingt nicht schön, und es wird dir angesichts deines derzeit friedlichen Hundes unwahrscheinlich erscheinen, aber Hunde sind Hunde und keine Engel auf Pfoten. Behalte diese mögliche Entwicklung bitte unbedingt im Auge. Denn oft bekommen Hundehalter den Umschwung vom lieben Riesenbaby zum ruppigen Teenager zu spät mit, nämlich dann, wenn der angehende Jungrüpel sich scheinbar ohne Vorwarnung einen anderen Hund greift, um sein Ego aufzupolieren. ("Dashaterjanochniegetan!")
Oft ist das dann ein kleinerer, schwächerer Hund, denn an die Großen traut man sich zunächst noch nicht ran.
Also: Hundewiese meiden, wenn es da so zugeht wie du beschreibst, und den Hund so zuverlässig unterstützen, daß er verinnerlicht: ich muß nicht selbst regeln, mein Mensch beschützt mich immer. Dazu gehört auch, daß er nicht selbst regeln darf.
Meine Pudelhündin wedelt übrigens auch immer, wenn sie ihre Nase in Mäuselöcher steckt. Das ist aber kein Ausdruck von Zuneigung. Sie möchte die Maus schnappen und töten und ist deshalb erregt.
Dagmar & Cara