Um für dich selbst Klarheit zu gewinnen, mach dir doch mal eine Pro und Contra Liste. Schreib alles auf, was dir Freude macht mit deinem Hund und alles, was du eher als Belastung empfindest. Oft sieht man dann schon etwas klarer, wenn die eine Liste sehr lang und die andere nur kurz ist.
Insgesamt lese ich schon heraus, daß du deine Hündin sehr häufig fremdbetreuen läßt und froh bist, wenn du deine Ruhe hast. Das ist in keiner Weise negativ gemeint. Mir scheint es einfach so, daß du jedenfalls an Werktagen zuwenig Energie hast, um dich deiner Hündin so zu widmen, wie du es eigentlich möchtest und wie sie es auch braucht.
Da würde ich mich eigentlich lieber hinlegen und erstmal nix machen zum abschalten und nicht laufen. Aber nach 4 Stunden Schlaf im Büro will natürlich der Hund mal langsam Action
Das ist leider ein Punkt beim Thema Hund & Vollzeitarbeit, der oft unterschätzt wird: selbst wenn der Hund nicht alleine bleiben muß, der Beruf schlaucht und dann fehlt es vielleicht an eigener Energie.
Wenn deine Hündin aber gut mit der wechselnden Fremdbetreuung zurechtkommt und du das finanzieren kannst, ist das kein Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Denn dann ist ja für ihre Bedürfnisse gesorgt.
Am Wochenende kommt dann dazu dass natürlich alles mit dem Hund geplant werden muss und ich habe das Gefühl ich habe fast keine Freizeit mehr. Viele Sachen schaffe ich gar nicht mehr zu machen.
Auch wenn man während der anstrengenden Werkwoche nicht so motiviert ist, sollte man sich doch aus ganzem Herzen aufs Wochenende freuen und auf alles, was man dann endlich gemeinsam mit seinem Hund unternehmen kann. Wenn der Hund aber auch am Wochenende eher im Weg ist und einen vor allem an anderen Aktivitäten hindert, dann steht das Thema Abgabe doch ernsthaft im Raum. Denn ein Hund soll ja dein Leben bereichern und nicht immer nur lästig sein.
Ich weiß nicht, was für Schrauben du da drehen kannst. Eventuell Arbeitszeit etwas verkürzen?
Ein Hund verlangt nun mal Zeit. So 3 -4 Stunden am Tag sollten alles in allem drin sein, mit Spaziergängen, Kurzgassi, Pflege, Füttern, Spielen usw.
Auch ich habe Hobbys und Aktivitäten aufgegeben oder eingeschränkt, seit ich einen Hund habe. Und das geht wohl allen HundehalterInnen so, denn man hat ja vor dem Leben mit Hund nicht 3 Stunden am Tag dagesessen und Däumchen gedreht, sondern sich anderweitig beschäftigt. Die Frage ist halt, ob man das Leben mit Hund als lohnender empfindet als das ohne Hund und daher die Freude mehr wiegt als die Einschränkungen. Das kannst du nur für dich selber beantworten.
Deine täglichen Laufzeiten sind auch eher hoch finde ich. Du könntest gut einiges davon ersetzen durch qualitativ hochwertige Arbeit (Dummy, Fährte, Mantrailing, ZOS, Artenspürhund usw.). Das braucht dein Vizsla ja eh.
Allerdings ist qualitativ hochwertige Beschäftigung ja nicht unbedingt weniger zeitintensiv als reines Laufen. Mit Löserunde vorher, Vorbereitung, Durchführung und nochmal Lösegang kommt man da schon auf dieselben Zeiten. 45 Minuten und 60 Minuten finde ich nun auch nicht so viel für einen jungen aktiven Jagdhund.
Dagmar & Cara