Nach dieser Übung und ca. 30 Minuten „zurückschicken“ sollten wir Leinenführigkeit machen
Bei jedem guten Training gilt: in der Kürze liegt die Würze.
Erst 30 Minuten permanent korrigieren und danach noch Leinenführigkeit - das überfordert die Konzentrationsfähigkeit maßlos, zumal in diesem jungen Alter und bei einem Hund, dessen Thema ausgerechnet Frustrationstoleranz ist.
Dinge, die schon richtig gut laufen, die kann man auch mal länger am Stück abfragen. Aber wenn es darum geht dem Hund Neues beizubringen, das er noch nicht kann und das ihm schwerfällt, dann muß er bei der Vorgehensweise deiner Trainerin zwangsläufig scheitern.
Nicht umsonst ist es ein sehr wichtiger Leitsatz, von Erfolg zu Erfolg zu trainieren und nicht von Mißerfolg zu Mißerfolg. Das setzt aber voraus, daß der Hund nur soweit und so lange gefordert wird, wie er das Geforderte auch leisten kann.
Offenbar ist der Trainerin das nicht bewußt, da sie das aus Überforderung entstehende Stressverhalten nicht als Übersprungshandlung erkennt, sondern als "rotzfrech und Absicht" einstuft. Womit sie es auf eine persönliche Gefühls- und Beziehungsebene hebt, (Frechheit darf man sich nicht bieten lassen) die sachlich unzutreffend ist und folgerichtig zur agressiven Eskalation in Form von Schlagen und Kneifen führt. Diese Einstellung ist eigentlich ein typischer Halterfehler, der einem Profi nicht passieren darf.
Zusammengenommen mangelt es hier eindeutig an Fachkenntnis.
Gerade wenn man über Korrektur arbeiten will, (wie sinnvoll das hier ist, ist eine andere Frage) muß man extrem aufpassen, den Hund nicht mental zu überfordern.