Beiträge von dagmarjung

    Den Boston Terrier solltest du von deiner Liste streichen - brachyzephale Rassen bringen ihre Gesundheitsprobleme alleine durch die Anatomie mit. Auch wenn der Körperbau des Boston sportlicher ist als bei Mops und Bully - am Grundproblem des verkürzten Gesichtsschädels und aller damit zusammenhängenden Leiden ändert sich nichts. Dazu zählt nicht zuletzt die schlechte Thermoregulation, wodurch die Brachyzephelen bei Wärme nicht belastbar sind.

    Ich weiß nicht, wie es im Moment bei Kleinpudeln in punkto Beliebtheit und Nachfrage aussieht. Lange Zeit war der Kleinpudel im Vergleich zu Groß- und Zwergpudel die am wenigsten gefragte Pudelgröße. Wenn ihr euch darüber hinaus nicht auf eine bestimmte Farbe festlegt, vergrößert ihr die Auswahl erheblich.

    Zum Jagdtrieb bei Pudeln: es gibt die ganze Bandbreite von gar nicht über mäßig bis ausgeprägt. Vorhersagen kann man das nicht. Wobei man Pudel in dieser Hinsicht trotzdem nicht mit echten Jagdgebrauchshunden vergleichen kann.

    Ich finde, Pudel sind einfach durchschnittliche Otto-Normalhunde, was den Jagdtrieb betrifft. Das gehört zu den allermeisten Hunden nun mal dazu.

    Manche Menschen erwarten aber gar nicht, daß ihr "liebes" Pudelchen überhaupt so etwas wie Jagdtrieb entwickelt und sind dann maßlos überrascht, wenn die süße Bella nicht nur mit Blättchen und Amseln "spielt", sondern "plötzlich und unerwartet" auch Hasen hetzt.

    Wer sich dessen bewußt ist, daß auch Pudel richtige Hunde sind, wird schon beim Welpen und Junghund auf Anzeichen von Jagdtrieb achten und früh gezielt gegensteuern. So wie bei anderen Rassen eben auch. Pudel lassen sich gut erziehen, aber es macht auch bei Pudeln Arbeit, die man nicht scheuen darf.

    Ob ein Hund gerne kuschelt, liegt mehr am Individuum als an der Rasse. Viele Welpen machen sowieso aus jedem Nahkontakt am liebsten ein Beiß- und Raufspiel und lernen sanftes Streicheln erst mit zunehmendem Alter zu genießen.

    Bite niemals den Hund an der Schleppleine mit anderen Hunden spielen lassen!

    Wie du ja selbst schon bemerkt hast, verheddern sich die anderen Hunde nur zu leicht in der Leine. Das ist extrem gefährlich. Knochenbrüche, Strangulieren: Hunde können dadurch schwer verletzt werden.

    Da hilft wirklich nur, die Hundewiese ganz zu meiden, wenn er sich da so hochpusht.

    Er geht in die Lauerstellung, wartet bis wir näher kommen und hüpft freudig davon. Schlichtweg - er verarscht uns und so fühle ich mich auch

    Dises Verhalten sehe ich als Beschwichtigung, nicht als Provokation/Verarschen. Gerade junge Hunde versuchen gerne, eine konfliktbeladene Situation in ein Spiel umzuwandeln und so aufzulösen. Er merkt ja an deiner Körpersprache, daß du in dem Moment sauer bist und ihm seinen Besitz wegnehmen willst. Deshalb sagt er "tu mir nichts - ich will ja nur spielen". Da er mit dem Verhalten erfolgreich ist, weil er flinker ist als du, hat er es als Gewohnheit etabliert.

    Ich meine übrigens, daß dir Leckerchen, Kauartikel usw bei deinem Problem nichts helfen, sondern eher schaden. Und das sage ich, obwohl ich selbst sehr gerne mit Leckerchen trainiere. Aber es paßt eben nicht immer und überall.

    Bei dir und deinem Hund ist das große Thema Ruhe und Entspannung. Und Leckerchen, egal ob du sie vorher, mittendrin oder nachher gibst, sorgen immer für eine gewisse Erregung und Erwartung. Was du aber willst ist Langeweile. Der Hund, der seinen Kopf abgelegt hat, wird aus seinem Dösen nur wieder heraus gerissen, sobald du ihm ein Leckerchen vorhältst.

    Wenn du an Belohnung denkst, denk nicht automatisch an Leckerchen. Alles, was dem Hund guttut, ist Belohnung. Wenn aber ein gestresster Hund endlich döst, ist das die allerbeste Belohnung!

    Ich würde in der Situation keine Leckerlis geben. Du versetzt den Hund ja in ständige Erwartungshaltung. Türen hinter dem Hund schließen zur Gewöhnung finde ich ok (haben wir auch so gemacht als ersten Schritt zum alleine bleiben). Das Wiederkommen sollte aber das normalste der Welt sein, ohne groß Tamtam.

    Das fiel mir auch in deinem ersten Beitrag auf: gibst du beim Wiederkommen Leckerli, wird dein Wiederkommen ja noch mal aufgewertet und der Hund wird dich noch dringender erwarten.

    Du willst aber den Belohnungswert deiner Anwesenheit verringern und nicht erhöhen.

    Wäre es schlechter, wenn die "Ächtung" von "Ups-Würfen", "Hobbyzüchtern" und Bauernhofwelpen wegfallen würde und nicht-untersuchte Familienhunde Welpen produzieren würden, die halbwegs sozialisiert werden? Klar würde auch dort ein Geschäft gemacht - aber evtl. nicht ganz so unappetitlich wie die momentane Realität ist.

    Nein, das würde überhaupt nichts ändern. Denn jenseits der Extreme der organisierten Welpenmafia gab und gibt es ja diese Ups-Würfe, "Hobby"-Züchter und Bauernhofwelpen schon immer in großer Zahl. Und jenseits vom Dogforum sind die auch keineswegs geächtet sondern ganz normaler Teil des Marktgeschehens.

    Naja, ich denke Rütters Ansatz ist Aufklärung, Aufkärung, Aufklärung und das ist auch aktuell der einzige Weg.

    Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung gibt es nun schon seit 40 Jahren. Damals saßen die sozial abgehängten Produzenten noch im Zonenrandgebiet in Niederbayern, verdient haben damals wie heute die Zwischenhändler.

    Seit dieser Zeit wurde in Büchern, Hundezeitschriften, Fernsehen usw immer und immer wieder darüber informiert, wo man sich einen Welpen kauft und vor allem, wo nicht.

    Gebracht hat es nicht viel.

    Ich kenne das nur so, daß zur Untersuchung der inneren Organe ein Ultraschall gemacht wird. Quasi das bildgebende Verfahren für die Weichteile. Der erscheint dann auch nicht nur irgendwo auf der Rechnung, sondern das Ergebnis wird mit dem Tierhalter eingehend besprochen. Irgendwoher muß der Satz "das Herz sieht gut aus" ja kommen - es sei denn, das wurde lediglich durch Abhorchen festgestellt. Was mich bei einer 14-jährigen Hündin aber wundern würde, denn da schaut man sich das Herz doch genauer an.

    Sprich doch nochmal mit deiner Tierarztpraxis darüber.

    Der Zustand deiner Hündin klingt schon sehr bedenklich.

    Bevor du aber eine Entscheidung über einschläfern oder nicht triffst, sollte doch eine Diagnose da sein, damit du die Frage klären kannst, ob eine Besserung möglich ist oder nicht.