Beiträge von dagmarjung

    Die Handvoll weißer Schäferhunde, die ich kenne, sind eher übersensibel und nervlich nicht sehr stabil. Besonders erinnere ich mich an den jungen weißen Schäferhund im Junghundekurs, der ein ziemliches Nervenbündel war - wie froh war ich da über meinen wesensfesten Kleinpudel. (Ich hatte nämlich vor Jahren durchaus auch mit dem W. Schäferhund geliebäugelt.)

    Außerdem sind es aber groß werdende Hunde, die als Junghunde Monat für Monat schnell an Größe und Gewicht zulegen und natürlich auch mal gucken was geht in punkto Durchsetzung eigener Interessen. Fühlst du, liebe Yasemin98 , dich dem ohne jede Einschränkung gewachsen? Angst haben darf man nämlich nicht vor so einem Jungspund. Und du wirst gefragt sein als Erzieherin. Die Erziehung von Hunden und Kindern findet immer im Hier und Jetzt statt. Warten bis Papa nachhause kommt ist keine Option.

    Mit einem Jahr ist deine Hündin, so wie du sie schilderst, vermutlich noch im kontaktfreudigen Jugendalter. Ein Hundeteenie sozusagen. In dieser Aötersstufe geht man noch gerne auf fremde Hunde zu, in der Hoffnung auf Spielkameraden.

    Das ändert sich mit dem endgültigem Erwachsenwerden. Dann können andere Hunde in den Augen deiner Hündin ganz verschiedene Rollen einnehmen: potentielle Sexualpartner, KonkurrentInnen, sexuell aufdringliche Rüden, Eindringlinge ins eigene Revier usw. Du merkst schon: nicht alle diese Rollen sind positiv besetzt! Das Verhältnis zu fremden Hunden ist dann nicht mehr so automatisch freundlich wie meist unter Junghunden.

    Du sorgst schon jetzt am besten für diese kommende Zeit vor - und ja, sie wird kommen, auch bei deiner Hündin - indem du den Begegnungen mit fremden Hunden die Wichtigkeit nimmst. Dadurch, daß du deiner Hündin beibringst, daß andere Hunde sie gar nichts angehen, solange sie an der Leine ist. Sie muß gar nichts mit ihnen tun und die Fremdhunde kommen auch nicht zu ihr. Der Bereich der Leine wird so zum Schutzraum. Umgekehrt haben auch andere angeleinte Hunde dasselbe Recht, nicht von deiner Hündin beschnüffelt und belästigt zu werden.

    Da du erst seit kurzem einen Hund hast, kannst du die feineren Aspekte der hundlichen Körpersprache noch gar nicht kennen. Ob also ein Hund angespannt ist, Angst hat oder schon leise droht, wird dir vorläufig noch sehr häufig entgehen, solange die Körpersprache nicht überdeutlich ist.

    Selbst wenn gar nichts davon der Fall ist, sondern der andere Hundehalter einfach keine Lust oder keine Zeit für einen Hundeplausch hat, ist allein das Grund genug, Abstand zu halten.

    Hunde sind sehr reaktionsschnell und sensibel. An der Leine haben sie nur eng begrenzten Bewegungsspielraum und können sich nicht ausweichen, auch wenn die Stimmung schnell kippt, was jederzeit passieren kann.

    Dazu kommt noch die Handhabung der Leinen. Jeder kennt ja da Umeinanderkreiseln, wenn Hunde sich gegenseitig beschnuppern oder diesem Beschnuppern auch ausweichen wollen. Im Nu haben sich die Leinen verheddert, während die Menschen obendrüber noch hektisch damit beschäftigt sind, genau as zu verhindern.

    In diesem Moment gibt vielleicht ein Hund dem anderen zu verstehen, er soll auf Abstand gehen. Der andere würde das zwar gerne tun, ist aber durch die Leine an den anderen gefesselt. Hund 1 verleiht seiner Drohung Nachdruck, weil in seinen Augen der andere stur ist. Schon ist die Rauferei da.

    Also: an der Leine haben Hunde nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, sich natürlich zu verhalten, da Abstandhalten und Ausweichen bis zur Wohlfühldistanz nicht möglich ist.

    Begegnungen an der Leine sind also schon deshalb mit mehr Spannung verbunden und können leicht schiefgehen.

    Außerdem mögen längst nicht alle Hunde die direkte Begegnung mit Fremdhunden. Manche mögen es einfach nicht, verhalten sich aber unauffällig, viele haben aber auch echte Probleme damit. Deine Zahl von 80% ist schon deshalb nicht realistisch.

    Es hilft Hunden daher und gibt ihnen ein sicheres Gefühl, wenn sie von Anfang verinnerlichen dürfen, daß an der Leine kein Fremdhund an sie herangelassen wird. Sind beide Hunde kontaktfreudig und läßt die Situation es zu, kann man sie ja immer noch ableinen, Kontakt aufnehmen und gegebenenfalls spielen lassen.

    Sie sagt das die Beiden hören, wenn Sie AUS und NEIN sagt. Vielleicht hilft es ja. Ich weiss es nicht.

    Wenn das stimmen würde, würdest du ja nicht unter ständigem Gebell leiden.

    Ist also Blödsinn.

    Hunde verstehen nicht von sich aus "Aus" und "Nein". Man muß ihnen die Bedeutung von Abbruchsignalen erst mal beibringen. Man muß wissen (oder lernen) wie das geht und dann konsequent üben. Das nennt man Erziehung, und es macht Mühe und Arbeit. Denn Hunde erziehen sich nicht von selbst. Das ist und bleibt die Aufgabe des Hundehalters.

    Wenn man die Mühe scheut oder dieses Ziel nicht umsetzen kann, gibt es auch noch das sogenannte "Management". Die Hunde werden so gehalten, daß sie keine Gelegenheit bekommen, unerwünschtes Verhalten zu zeigen. Das bedeutet in diesem Fall, daß die Hunde schlicht nicht in den Garten dürfen.

    Es ist nämlich kein Naturgesetz, daß Hunde im Sommer den ganzen Tag im Garten leben müssen.

    Auch Nachbarn haben Rechte.

    "ist zu teuer" und "kann man halt nix machen"- ich lese da keinerlei Motivation bei der Nachbarin heraus, das Problem aktiv zu. lösen.

    Daher wird es leider auf Duck von außen hinauslaufen, sobald die Nachbarn ringsum sich diese Rücksichtslosigkeit nicht mehr bieten lassen wollen.

    Fun Fact: man kann Hunde sogar ganz ohne Garten halten - sofern man regelmäßig mit ihnen spazierengeht.

    (und ich bin mir ziemlich sicher, daß er unter 10 Jahre alt ist)

    Die Bilder in der Anzeige stammen zum Teil aus vergangenen Jahren. Auf einigen ist er noch wesentlich jünger, aber auf anderen durchaus alt. Besonders auf dem Bild, wo er liegt mit einem blauen Bällchen vor sich, das dürfte das aktuellste sein, da ist auch schon deutlich ein ergrauendes Auge zu sehen und die Fellqualität ist auch nicht mehr gut.

    Ich würde da überhaupt keinen Erwartungsdruck aufbauen und das Thema Keller einfach links liegen lassen. Ihr habt bestimmt im Alltag noch anderes und derzeit wichtigeres zu bearbeiten.

    Wenn deine Hündin nicht ständig die Sorge haben muß, daß sie da runter muß, wird sie sicher auch lernen, entspannt am Kellerzugang vorüberzugehen. Wenn du dem Thema keine Wichtigkeit verleihst.

    Sie wird ja auch noch weiter mental reifen und dann auch selbstsicherer werden.

    und mit etwas ziehen und locken und Leckerchen kommt sie noch bis zur untersten Stufe mit, aber dann ist alles aus.

    Ich vermute, genau mit diesem Trainingsansatz hast du dir das Thema Keller kaputtgemacht.

    Ziehen als Zwangsmaßnahme, auch leichtes Ziehen und auch in Verbindung mit Leckerli, wird auf jeden Fall negativ abgespeichert. Bis zur Leistungsgrenze gehen und darüber hinaus (also bis nach ganz unten führen und dann merken, daß nichts mehr geht) ist ebenso kontraproduktiv. Der Hund beendet die Lektion dadurch mit einer überaus negativen Erfahrung.

    Der richtige Ansatz wäre, ohne Leine und mit tollen Leckerlis schon ein kurzes Stehenbleiben ganz oben am Kellereingang zu belohnen und dann den Hund sofort aus der Situation zu entlassen. Also ganz weit vor dem Erreichen der Leistungsgrenze zu belohnen und die Übung zu beenden. Dann als Steigerung sich kurz in Richtung Eingang hinzustellen. Dann ein Leckerli von der obersten Stufe zu nehmen.

    Später dann eine Stufe tiefer, dann sofort zurück. Usw. Die größte und wirksamste Belohnung ist in diesem Fall immer, gleich wieder umdrehen zu dürfen.

    Aber da der Keller nun so negativ besetzt ist, würde ich ihn erstmal auf längere Sicht ganz vergessen.

    Vielleicht in 1, 2 Jahren, mit einer wesensmäßig gefestigteren Hündin noch mal einen Versuch machen. Wenn du glaubst, sie müßte doch mal aus dem einen oder anderen Grund mit in den Keller kommen.

    Ansonsten reicht es völlig, wenn sie den Keller dauerhaft als unwichtig einstufen kann.

    Ich stelle mir gerade vor, wie dieselben Bilder in einem anderen Kontext bewertet werden würden, zB: "Schlimme Zustände bei Vermehrer X ... seine Hunde leben in Dreck und Müll und müssen ums Futter kämpfen... X hat schon seit längerem Auflagen vom Veterinäramt, kommt ihnen aber nicht nach..."

    Der Aufschrei wäre groß.

    Auf die Idee, mit solchen Bildern Werbung für sich und seine Qualifikation in Sachen Hund zu machen, muß man erstmal kommen.