Beiträge von dagmarjung

    Was voraussichtlich bleiben wird, ist ein reizoffener und reaktiver Hund mit geschwächtem Nervenkostüm, der von der Rasse her die Veranlagung hat, Konflikte nach vorne zu lösen.

    Das ist so ein Ausdruck, den man noch nicht so recht verstehen kann, wenn man Hundeanfänger ist, deswegen hier mal eine Erläuterung.

    "Nach vorne gehen" oder "Konflikte nach vorne lösen" bedeutet, wenn der Hund sich genervt fühlt, wenn er sich aufregt oder Angst vor etwas hat, dann reagiert er mit Angriff und beißt zu.

    Das ist die erste und oft einzige Lösungsmöglichkeit, die ihm einfällt, wenn er ein Problem hat.

    Es gibt Hunde, die würden stattdessen eher fliehen. Dobermänner sind aber als Schutzhunde dafür gezüchtet, nicht zu fliehen sondern im Zweifelsfall anzugreifen. Das steckt in ihnen drin.

    Massiver Stress in der Jugend wirkt sich auf das Wesen des erwachsenen Hundes aus. Ein Hund mit stabilem Nervenkostüm wird kaum Anlässe sehen, sich dauernd aufzuregen, da er sich in seiner Umwelt insgeamt wohl fühlt und gelassen bleiben kann. Bei einem unsicheren Hund sieht das aber ganz anders aus. Ein unsicherer Hund hat schneller und öfter Angst und reagiert dann, wenn er ein typischer Dobermann ist, mit angreifen und beißen.

    Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß Nala, wenn sie älter wird, potentiell gefährlicher werden wird als andere Hunde, die sicherer im Wesen sind.

    Daher auch die vielen Stimmen hier, die betonen, wie ganz besonders aufmerksam, sorgsam und vorausschauend Nala in Zukunft geführt werden müßte, damit sie ihr Leben lang weder Menschen noch Tiere gefährdet. Und daß es jemand mit viel Hundeerfahrung und einem anderen Wohnumfeld sein muß, der dies leisten kann.

    Fakt ist, ein (kostenloses) Beratungsangebot vor dem Kauf, wie Tucker es anbietet, ist auch bei anderen Hundetrainerinnen ein Ladenhüter. Ich kenne auch hier welche, die das anbieten, und kein Mensch interessiert sich dafür.

    (Stattdessen wird dann ein paar Monate später das zehnjährige Töchterchen mit dem halbstarken Australian Shepherd in den Basiserziehungskurs geschickt, denn es ist ja ihr Hund und sie soll ihn endlich erziehen. Nur eins von dutzenden Beispielen)


    "So viele tolle Hunde sitzen in deutschen Tierheimen": Das mag vor vielen Jahren mal der Fall gewesen sein, als Hunde nur über lokale Anzeigenblättchen angeboten werden konnten. Da war es nicht so einfach, Käufer für Hunde zu finden, die aus diversen Gründen ihren Besitzer wechseln mußten, und mancher landete deshalb im Tierheim.

    Heute dagegen gibt es Ebay Kleinanzeigen und sonstige Internetportale, und alles was, nett, gesund, nicht zu alt und nicht zu groß ist, findet darüber einen Käufer.

    Im Tierheim landen bis aus Ausnahmen heute nur noch, so hart es klingt, die schwer vermittelbaren Ladenhüter.

    Ich besuche nun seit fast 14 Jahren ab und an die Webseite meines lokalen Tierheims und schaue mal so aus Neugier, ob da ein Hund sitzt, den ich mir in meinem Leben vorstellen könnte.

    Bisher war noch kein einziger dabei. Keineswegs alles hoffnungslose Fälle, aber aus verschiedenen Gründen hätte keiner gepaßt.

    Nochmal alle bisherigen Infos zur Herkunft:

    Die TE schreibt: "Sie ist mitten in der Stadt in einer Wohnung aufgewachsen."

    Außerdem, daß der "Züchter" seine Welpen bereits mit 6 Wochen abgibt, Sie selbst hat Nala mit 7 Wochen übernommen.

    Mehr und konkretere Infomationen gab es bisher nicht, aber schon diese wenigen lassen einige Rückschlüsse zu. Da dem Produzenten das Wohl der Welpen gleichgültig ist, wie man am Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erkennt, wird es bei der Auswahlk der Elterntiere und der Aufzucht genauso mangeln.

    Ob der Verkäufer im übrigen wirklich bescheuert genug war, einen Wurf Dobernänner in einer Stadtwohnung aufzuziehen, ist fraglich. Es ist ebenso möglich, daß Nala über den Welpenhandel illegal importiert wurde und in Wirklichkeit im Käfig irgendeiner Welpenfabrik geboren und aufgezogen wurde.

    In beiden Fällen ist eine Deprivationsproblematik sehr wahrscheinlich, aber aufgrund der wenigen Informationen spekulativ.

    Ihr habt leider mit eurer Trainerin und ihren veralteten Ansichten einen ... schlechten Griff getan. Das tut mir sehr leid für euch! Es gibt halt neben guten auch immer noch zuviele schlechte Trainer und als Anfänger kann man das kaum unterscheiden.

    Eine dieser überholten Ansichten ist es, daß ein Hund stets niedriger in der Rangfolge steht als alle anderen Familienmitglieder, die Kinder eingeschlossen. Also alle dürfen und sollen ihm Befehle geben, ihm Dinge wegnehmen usw. Klingt das vielleicht bekannt?

    Euer Hund ist kein Welpe mehr, sondern ein Teenager. Als der Welpe bei euch einzog, war er mit eurer Tochter quasi noch auf Augenhöhe. Sie waren zwei kleine Kinder.

    Inzwischen hat der Hund aber eure Tochter, die immer noch ein Kleinkind ist, an Reife längst überholt. Ein Kleinkind hat aber keinerlei Autorität über ein wesentlich älteres Geschwister.

    Könntet ihr euch vorstellen, daß ein Vierzehnjähriger Junge sich von einem Kleinkind bevormunden oder etwas wegnehmen läßt? Das ist kaum realistisch, oder?

    Auch unter Hunden bzw Caniden ist das so.

    Wenn ein junger Wolf in einem echten Wolfsrudel (Ein Elternpaar mit Nachwuchs aus mehreren Jahren) ein Jahr alt ist, wird der nächste Wurf Welpen geboren. Die Jungen des Vorjahres rücken nun zu älteren Brüdern und Schwestern auf. Das ist eine echte Beförderung, denn damit sind sie erziehungsberechtigt! Das ist tatsächlich eine ihrer Aufgaben im Rudel. Sie erhalten also Autorität über die noch jüngeren Rudelmitglieder, die neuen Welpen.

    Hunde sind zwar keine Wölfe, aber auch sie reifen zu Erwachsenen heran. Es ist also kein Zufall, wenn eurer einjähriger Neufundländer gerade jetzt anfängt, eurer Tochter Grenzen zu setzen und vorher nicht.

    Er ist nicht verhaltensgestört oder agressiv, er wird einfach erwachsen. In seinen Augen kann ein kleines Kind niemals weisungsberechtigt sein oder darf ihm was wegnehmen. Das muß sich ein "älterer Bruder" nicht gefallen lassen.

    Natürlich wollt ihr nicht, daß der Hund das Kleinkind nach Hundeart erzieht oder gar maßregelt

    Darum seid ihr als Eltern gefragt, beide zu beaufsichtigen, zu erziehen, zu managen und mögliche Konflikte schon im Vorhinein zu erkennen und zu lösen.

    Wie genau, dazu haben ja schon viele geschrieben.

    Von einem einjährigen Hund zu sagen er würde dies oder das nie tun, ist einfach nicht realistisch.

    Mit einem Jahr sind Hunde mitten in der Entwicklung, und einige Wesenzüge bilden sich jetzt erst allmählich aus. Jagdtrieb, Wach- und Schutzverhalten, Territorialität, aber auch Abgrenzung gegenüber Artgenossen können dazu gehören.

    Richtig fertig in ihrem Wesen sind Hunde mit etwa drei Jahren, die Riesen wohl eher noch später.

    Von" das würde er nie tun" bis "das hat er noch nie getan" ist es daher nur ein sehr kleiner Schritt. Vorausschauend mit einigen Veränderungen rechnen ist daher angebracht.

    Ich bin definitiv Eigentümerin, aber der Verein kann das Eigentumsrecht bei Vertragsverletzung zurückziehen.

    Da der Verein nach dem Verkauf jedes Recht an dem verkauften Hund verloren hat, kann er das natürlich nicht. Er hat dir ja keine Rechte verliehen, sondern etwas verkauft.

    Also Sachen gibt's... :doh:

    In punkto Kastration lohnt es sich, sich vor der Entscheidung sehr eingehend zu informieren. Es gibt bei jeder Entscheidung Vor- und Nachteile, die man schon sehr genau und auf den eigenen Hund bezogen gegeneinander abwägen sollte.

    Viele Tierschutzorganisationen bestehen in ihren Verträgen auf einer Kastration, aber lediglich deshalb, weil sie den künftigen Hundebesitzern nicht zutrauen, beabsichtigte oder versehentliche Würfe zu verhindern.
    Das ist aber mit etwas Umsicht und einer Leine wirklich gut machbar.

    https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.p…odul=3&ID=18951

    :klugscheisser: Wirksamer verbaler Abbruch:

    Bloß keine Diskussionen, keine langen Sätze (lang = mehr als 2 Worte), kein "Bitte" denn eine Bitte läßt immer die Möglichkeit offen, ihr nicht nachzukommen.

    "Nicht Anfassen!" ist schon sehr gut.

    Ein knackiges "Finger weg!" ist noch deutlicher und spricht direkt zum inneren Kleinkind des Gegenübers, das normalerweise prompt gehorcht. Das Mutti-Kommando wirkt ohne Umweg über den Intellekt direkt aufs Stammhirn.

    Danke für eure lieben Worte und eure Anteilnahme!


    Ich habe Cara ja immer scherzhaft gesagt, sie müßte wenigstens 18 Jahre alt werden. Ihr wißt schon: Rauchen, Trinken, Autofahren, schmutzige Filme gucken.. :roll:

    In den letzen 2 Jahren merkte man ihr das Alter aber schon an. Trotzdem habe ich zu Weihnachten noch gedacht, daß wir noch ein, zwei gemeinsame gute Jahre vor uns hätten.

    Aber letztendlich war die Lebensuhr doch an verschiedenen Stellen abgelaufen.

    Wenn man einen Hund in sein Leben holt, gehört der Tod des Hundes eben dazu. Das ist auch in Ordnung so.

    Was mich nachträglich jedoch schmerzt ist, daß Cara ihre letzten Stunden ohne mich verbringen mußte. Freitag abend als Notfall in die Tierklinik, Samstag mittag OP und das Ende.

    Das war so nie vorgesehen, daß sie nicht in meinen Armen einschlafen kann.

    War ja nicht zu ändern, sie sollte ja ihre Chance haben, die Krebsdiagnose kam dann ja überraschend dazu.


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