Beiträge von dagmarjung

    Havaneser sind kleine Begleithunde mit sehr langer Tradition. Die Vorfahren dieses Hundetyps gab es schon im Mittelalter. Es waren immer Hunde, die sehr eng mit ihren Menschen zusammengelebt haben und Freude bereiten sollten, ohne allzu anspruchsvoll zu sein. Dafür sind sie seit alterher gezüchtet worden. Ihre soziale Anpassungsfähigkeit ist ihre Stärke.

    Wenn du diese Rasse ausgesucht hast und eine Züchterin gefunden hast, die die Hunde gut betreut und aufzieht, dann kannst du im Prinzip jeden Welpen aus dem Wurf unbesehen nehmen. Die Unterschiede werden nur sehr gering sein, und wie der Welpe sich weiter entwickeln wird, hängt in allererster Linie von eurem Umgang mit ihm ab.

    Ein quirliger Havaneser ist auch noch mal was anderes als ein quirliger Malinois.

    Jeder gesunde Welpe ist aber aktiv und liebt Action. Das ist bei allen Rasse normal. Beißspiele stehen hoch im Kurs, sanftes Streicheln lernen die meisten erst später im Leben so richtig zu schätzen.

    Die Züchterin meiner Kleinpudelhündin was sehr old school und hat sich gar keine Gedanken über Wesens- und Temperamentsunterschiede ihrer Welpen gemacht. Ich habe bei meinem Auswahl-Besuch auch keine bemerkt, die 6-wöchigen Welpen waren alle gleichermaßen lieb, lustig, verspielt und neugierig.

    Es waren eine kleine, eine mittlere und eine etwas größere Hündin im Wurf. Ich habe einfach die mittlere genommen und damit - natürlich - die beste Pudeline der Welt erwischt. Hätte ich aber die kleine oder die große genommen, wäre ich ganz genau so glücklich geworden.

    Und es gibt im Tierschutz genügend Hunde, die auch als Ersthundhalter zu managen sind;

    - Aber sie zu finden, das dürfte für Hundeanfänger sehr schwer sein.

    Seriöse Orgas oder Tierheime verschweigen nichts und drehen einen Angsthund auch keinem Anfänger an

    Ein unerfahrener Ersthundehalter ist aber schon damit überfordert, seriöse von unseriösen Orgas zu unterscheiden. Und es gibt ja nicht nur schwarz und weiß, auch alle Grautöne dazwischen.

    Für eine Tierschutzorga ist halt häufig ein Hund, der keine direkte Angst vorm Menschen zeigt „sehr freundlich“.

    Ein Hund, der nicht total ängstlich ist und gerne frisst ist dann „leicht zu erziehen und unerschrocken“ etc.

    Das mag halt zutreffen, wenn man es mit anderen Hunden aus dem Tierschutz vergleicht.

    Das sehe ich auch so. Ein Hund, der in einer Hundegruppe im Shelter lebt und sich dort relativ zutraulich zeigt (oder vielleicht nur heftig fiddelt), kann trotzdem maßlos überfordert sein wenn er als Einzelhund in eine städtische Mietwohnung mit Autostraße vor der Tür vermittelt wird.

    Viele Hunde im Tierschutz eignen sich als Familienhunde.

    In Tierheimen sitzen nur äußerst selten Hunde, die an Familien mit kleinen Kindern vermittelt werden. Die allermeisten werden nicht einmal an Familien mit gößeren Kindern abgegeben.

    Solche seltenen Goldstücke, wenn sie doch einmal ins Tierheim kommen, schaffen es normalerweise nicht einmal bis auf die Vermittlungs-Webseite, die sind schon vor Ablauf der Quarantändezeit vergeben. Deshalb ist es ratsam, mit dem Tierheim direkt Kontakt aufzunehmen. Vielleicht ergibt sich was.

    Wikipedia sagt zum Stichwort "Drohreflex": "Die Reaktion auf die Bedrohung ist ein erlerntes Verhalten, bei Welpen unter drei Monaten lässt sie sich daher meist nicht auslösen"

    Wenn deine kleine Hündin diese Altersgrenze erst vor einer Woche überschritten hat, würde ich mir noch keine Sorgen machen.

    Es ist ja nicht so, daß ein erlerntes Verhalten blitzartig ab Tag X auftreten muß, wenn ausdrücklich die meisten Welpen es bis zu 12 Wochen noch gar nicht zeigen.

    ich kann schlecht einschätzen, was er auf der „Flucht“ erlebt hat.

    Problematisch ist ja meist ein Mangel an Erlebnissen in der prägenden Phase, Stichwort Deprivation. Ein normal sozialisierter Hund kann dagegen auch mit zeitweisen Belastungen fertigwerden, sollte er solche tatsächlich erlebt haben. Ich würde bei der Vorgeschichte nicht zögern, Kontakt mit der Züchterin aufzunehmen, die ihn ja vom ersten Tag an kennt, und den Hund persönlich kennenlernen.

    Finde ich super - es handelt sich aber trotz etwas mißverständlicher Ausschreibung nur um einen einmaligen Termin, keinen fortlaufenden Kurs. Was ja auch vollkommen ausreicht für das Thema. Ich wünsche dem Dozenten viel Erfolg und viele TeilnehmerInnen!