Ich sehe hier auch einen massiven Anfall von Welpenblues. Objektiv hat es dein Zwergpudel nämlich gut bei dir. Der Welpenblues erwischt typischerweise gerade solche Menschen, die sich sehr umfangreich vorbereiten, viele Gedanken zur Hundehaltung machen, viel lesen und hohe Ansprüche an sich selbst haben.
Du kreist nun innerlich so sehr um den Hund, daß es deinem Unterbewußtsein regelrecht Angst macht.
Das ist das eigentliche Problem beim Welpenblues: das Unterbewußtsein kann nicht rational wissen, daß die Angst sachlich unberechtig ist. Das muß der Kopf übernehmen und der muß dann auch mal den Bauch überstimmen. Das Bauchgefühl hat nämlich nicht immer recht.
Was wenn ich nicht dazu fähig bin, die riesige Verantwortung zu übernehmen,
So riesig ist die Verantwortung in Wirklichkeit gar nicht. Du hat prima Vorausssetzungen. Viel dümmere Leute als du schaffen es, einen Zwergpudel gut zu versorgen.
Ehrlich, ich kenne so einige...
Das Problem ist aber auch, dass die Kleine mich in der Verfassung wahrscheinlich nicht ernst nimmt, oder zumindest merkt dass etwas nicht stimmt.
Sie kennt dich noch gar nicht richtig. Sie ist jetzt in einer neuen Umgebung gelandet und dabei, sich zu orientieren, dich und ihr neues Leben kennenzulernen. Die innere Verbindung ist noch nicht da, jede Freundschaft braucht Zeit zum Wachsen. Das kommt mit der Zeit.
Das hat nichts mit nicht ernst nehmen oder so zu tun, wenn sie sich nicht immer so verhält, wie du es möchtest oder erwartet. Es ist ganz normal, daß ihr beiden euch noch nicht so richtig versteht.
wie schlimm es für Welpen ist, sie wieder abzugeben.
Es ist für Welpen nicht schlimm, sie wieder abzugeben. Welpen sind im anpassungsfähigsten Alter. Beim Züchter würde sich die Kleine sofort wieder zuhause fühlen, bei einem Neubesitzer innerhalb weniger Tage.
(Das sage ich nicht, um dir zu raten, sie abzugeben - nur zu deiner inneren Entlastung.)
So unermeßlich viel Arbeit ist es gar nicht, einen Welpen zu versorgen. Nach Bedarf rausgehen - du hast ja sogar einen Garten, das erleichtert vieles - kleine Ausflüge, um das Leben kennenzulernen, Füttern, Spielen, erste Hausregeln. Mach dir vorerst keine Gedanken um SitzPlatzFuß.
Am allerwichtigsten: kreise nicht 24/7 um deine Hündin.
Als meine Pudelhündin als Welpe zu mir kam, mußte sie relativ schnell das Alleinebleiben für einige Stunden lernen. Ich habe daher von Anfang an eine tägliche Zeit von einigen Stunden festgelegt, in der keine tollen Dinge passierten. (Füttern, Spielen, Ausflüge). Nur das Nötigste an kurzen Gängen zum Lösen.
Alles an Beschäftigung und Aufmerksamkeit fand vorher oder nachher statt. Diese Pause vom Menschen tut auch unabhängig vom Alleinebleibtrainig beiden gut, dem Hund und dem Menschen. Kümmere dich mit voller Aufmerksamkeit um andere Dinge und laß dem Welpen auch mal (innerlich) Ruhe. Richte deine Aufmerksamkeit auf anderes. (Ausnahme natürlich wenn zwischendurch Gassi erforderlich ist.)
Ich kann dir fest versprechen: Du bekommst dein Leben zurück. Ein Leben mit einer tollen Hundefreundin an deiner Seite. Es wird dich bereichern und nicht überfordern.