Beiträge von dagmarjung

    Wegnehmen und in Schrank schliessn? Denkt sie, dass ist ihr Baby?? :thinking_face: :thinking_face: :thinking_face:

    In Babys beißt man nicht rein. Man trägt sie vorsichtig aufs Lager, schiebt sie zärtlich an die Bauchleiste und rollt schützend sich drum herum.

    Ich glaube daher nicht an die Babytheorie.

    Es ist nicht ungewöhnlich, daß ein Hund ein Lieblingsspielzeug hat, daß er allen anderen vorzieht und mit dem er sich besonders intensiv beschäftigt.

    Aus welchen Grund auch immer war es bei Cara und bei einer Hündin von Freunden ein bestimmtes Gummibrötchen, das ganz besonders begehrenswert war.

    Und alle Hunde auf dem Pudelplatz fanden den roten Gummiball unvergleichlich viel besser als den orangenen oder den blauen.

    Wegnehmen würde ich das Ding nur, wenn du den Eindruck hast, deine Hündin zeigt regelrechtes Suchtverhalten. Indem sie sich nur noch dafür und für nichts anderes mehr interessiert. Das kann mit einem Spielzeug, daß der Hund überwiegend alleine benutz, aber kaum passieren.

    Wenn Hunde süchtig werden, dann weil der Mensch den Ball immer und immer wieder schleudert und im Hund das lustbetonte Jagen und damit den Adrenalinschub triggert.

    Diese Aussage führt jegliche Einschätzungen durch Trainer und sogar und erst Recht jeden Wesenstest ad absurdum.

    Das ist aber nun aus dem Zusammenhang gerissen. Eine Hundesitterin ist keine Trainerin und ich kann mir auch keine seriös arbeitende Trainerin vorstellen, die einen ihr nochweitgehend unbekannten Hund in Abwesenheit der Halterin ungesichert in einer unkontrollierberen Umgebung frei laufen läßt.

    Wesenstests erfolgen unter kontrollierten Bedingungen.

    Danke, daß du das noch mal genauer erläutert hast, ich verstehe auch deinen Ansatz, KayaFlat.

    Ich bin aber der Meinung, hier geht es wirklich nicht ums Helikoptern der Halterin, sondern um absolute Basics, die die Hundesitterin nicht beachtet hat. Sie zeigt dadurch, daß sie eben nicht weiß, was sie tut.

    Denn wirklich niemand kann einen Hund nach nur dreimaligem Ausführen so sicher beurteilen, um ihn auf gut Glück von der Leine zu lassen. Als Steigerung noch dazu in einer Situation mit mehreren fremden Hunden in einer Freilaufzone. Der Hund kennt die Betreuerin noch nicht und ob er ihr gehorcht, ist reine Glückssache. Was ist, wenn die junge Hündin in eine Auseinandersetzung zwischen Hunden gerät und panisch wegrennt?

    Gerade erfahrene, wirklich professionell arbeitende Betreuer kennen die Risiken, handeln daher vorausschauend und sind nicht so blauäugig, sich auf "wird schon gutgehen" zu verlassen.

    Die Haltung der Hundesitterin, die hier für mich durchklingt, "ich bin die tolle Hundeflüsterin und kenne mich mit dem Hund daher viel besser aus als die Halterin" ist für mich unprofessionell. Sowas würde ich eher von einer hundevernarrten Teenagerin erwarten, die sich und ihre Erfahrung vorläufig arg überschätzt.

    Ich finde das Verhalten der Hundesitterin mehrfacher Hinsicht extrem! unprofessionell. Ich wundere mich wirklich, daß sie anscheinend tatsächlich gewerblich mit Hunden arbeitet.

    - Vereinbarung - und gar eine schriftliche - ignorieren :no:

    - Hinweise auf Jagdtrieb und Menschen belästigen ignorieren :no:

    - überhaupt auf die Idee kommen, einen fremden Hund schon am dritten Tag abzuleinen :shocked:

    - ganz besonders wenn es ein pubertierender Hund von 16 Monaten mit altergemäßen Flausen im Kopf ist :doh:

    Ich finde das Verhalten nicht untypisch für heranwachsende Amstaffs & Co auch wenn sie nicht aus schlechter Haltung kommen. Hier in meiner Ecke sind die Rassen nicht verboten und man trifft sie daher oft. So konnte ich schon einige heranwachsende Amstaffs, Pitbulls, auch Rottweiler und deren Mischlinge verfolgen

    Mit Artgenossenunverträglichkeit, besonders gegenüber gleichgeschlechtlichen, muß man bei dieserm Hundetyp einfach rechnen. Manche Halter hier waren noch stolz auf ihren Junghund, der kontaktfreudig und verspielt mit anderen Hunden war. Irgendwann kam aber regelmäßig der Umschwung, wenn der Hund auch innerlich erwachsen wird und dann keine fremden Hunde mehr um sich duldet. Vernünftige Halter sichern spätestens dann den Hund konsequent und lassen keine Fremdhundekontakte mehr zu.

    So gehaltene Hunde verhalten sich dann auch ruhig und neutral und fallen mir positiv auf. Ich bin aber mit meiner Hündin auch immer großzügig ausgewichen und habe ihnen den nötigen Raum gegeben.

    Schwierig, besonders für Ersthundehalter dieser Rassen ist die Phase des Erwachsenwerdens zwischen 9 Monaten und drei Jahren, wenn der Hund wiedersprüchliche Signale sendet, zwischen Kontaktfreude und Agression, und der Halter noch das innere Bild vom lieben, verspielten Junghund vor Augen hat.

    Ein Spielkontakt kann dann zB sehr schnell in Agression oder auch, noch schlimmer, ins Jagdverhalten kippen, weil der Hund innerlich zwischen mehreren Emotionen schwankt..

    Ein gut passender Maulkorb wirkt immer groß wie ein Eimer am Hundekopf. Also nicht optisch passend wie ein Halfter am Pferd. Ein Maulkorb, der optisch passend wirkt, ist mit Sicherheit zu klein.

    Eine gute Beratung ist das A und O, damit der Korb wirklich gut sichert und gleichzeitig den Hund nicht stört. Tierärzte benötigen Maulkörbe nur ganz kurzfristig, um den Hund für Behandlugen zu sichern, sind daher nicht die kompetentesten Ansprechpartner für Maulkörbe, die dauerhaft in Gebrauch sein sollen.

    Als Cara ein Welpe war, wurde mir die 5-Minuten Regel von der Hundetrainerin so erklärt: Sinnvoll ist sie in Bezug auf das stramme Mitlaufen des jungen Hundes an der kurzen Leine, angepasst an das Tempo des Menschen. Das ist ja durchaus das, was sich viele Hundeanfänger unter "Spazierengehen mit Hund" vorstellen.

    Das kann ein Welpe aber noch nicht bzw nur über kurze Zeit leisten, sowohl körperlich als auch mental.

    Nicht gemeint ist mit dieser Faustregel aber die freie Bewegung draußen, auch über längere Zeit. Spielen, Erkunden, Pause machen, Schnüffeln, Rennen, Klettern, Buddeln, Schwimmen, soziale Kontakte usw im Wechsel je nach den Bedürfnissen des Welpen.

    Leider wird diese Regel oft in der Weise weitergegeben bzw mißverstanden, daß Leute ihre Welpen quasi nur in homöopathischen Dosen nach draußen lassen.

    Ich finde ein großer Unterschied ist hier dass sie nie gesagt hat, dass sie der Welpe stört! Nur, dass ihr die Situation gerade zu viel ist

    Danke DaisyMaisy genau das habe ich auch aus dem Eröffnungsbeitrag herausgelesen. Das ist auch der Grund, warum ich hier 100% optimistisch bin, daß die TE aus ihrem momentanen Stimmungstief herausfinden wird.


    Es gab hier im Forum gelegentlich auch schon andere Fälle, wo der Welpenblues eher ein Hinweis auf eine real suboptimale Hundeanschaffung war.

    Aber meistens steht so wie hier einem erfüllenden Leben mit Hund nichts entgegen, wenn man sich selbst die Zeit gibt. Dann geht der Blues von selbst vorbei und die Freude am Hund kommt.

    Bei Cara hatte ich nicht so sehr den Blues im eigentlichen Sinne, aber ich vermißte lange das innige Verhältnis, das mich mit ihrer Jahrzehnte früher verstorbenen Vorgängerin Nuja verbunden hatte. Cara war niedlich, aber doch noch fremd und außerdem mein erster Welpe. Mit der Zeit wuchs die Freundschaft und Verbindung und Cara wurde ebensosehr mein Herzenshund wie es Nuja gewesen war.

    Es bekommen ja längst nicht alle Mütter den Babyblues, obwohl sich bei allen die Hormone umstellen. Und andererseits berichten hier immer wieder NeuhundehalterInnen von recht massiven Symptomen, die denen des Babyblues weitgehend entsprechen.

    Etwas muß in beiden Fällen gleich sein und nicht allein hormonbedingt.

    Ich selber kenne das Gefühl auch, zum Glück nur in leichter Form, bei jeder Anschaffung eines Haustieres schon seit meiner Jugend auch bei solchen Tieren, die das eigene Leben nicht annähernd so stark verändern wie ein Hund. Das war lange vor dem Internet und ich hatte niemanden, mit dem ich mich darüber austauschen konnte. Damals hatte ich noch nicht mal ein Wort Wort dafür.

    Aus Erfahrung weiß ich aber seit dieser Zeit, daß das negative Gefühl immer von selbst vorbeigeht, und das gibt mir Gelassenheit wenn es beim nächsten Tier doch wieder auftritt.

    Noch einige kleine Tips:

    - Pack all dein schlauen Hundebücher auf ein Regal über Kopfhöhe und dort vergiß sie fürs Erste. Ab jetzt lernst du in erster Linie von deiner kleinen Hündin. Sie wird dir schon zeigen, wer sie ist und was sie braucht, wenn du ihr einfach zuhörst.

    (Sollte in einem deiner Bücher eine Liste sein wie: "100 Dinge, die ein Welpe bis zum Monat X kennengelernt haben soll" oder "10 Kommandos, die ein Welpe bis zum Monat Y beherrschen muß", dann stell das Buch nicht ins Regal, sondern entsorge es im Altpapier.)

    - Das wichtigste, was dein Welpe dich lehren kann: Optimismus und Lebensfreude. Dafür sind Welpen die besten Fachleute! :nicken:

    - Und vergiß nicht, viele Fotos von deiner Flauschemaus zu machen! Die Kleinen wachsen so schnell... an den Hundekinderbildern wirst du dich noch in vielen Jahren erfreuen.