Beiträge von dagmarjung

    Ein unerzogener, körperlich überlegener Hund rennt in böser Absicht auf deine Hündin zu und greift sie an. Deine Hündin interpretiert die Körpersprache des Angreifers völlig korrekt und reagiert mit Angst und Rückzug.

    Und die Halterin des Angreifers maßt sich allen Ernstes sich an, deiner Hündin Nachilfe geben zu wollen? Damit deine Hündin einsieht, wie lieb der Hund ist, der sie soeben verprügelt hat?

    Keine Worte... :no:

    Mal eine ganz andere Frage, machst du außer der notwendigen Grunderziehung auch lustbetonte Tätigkeiten mit Tara wie Apportiertraining oder Nasenarbeit? Also Kopfarbeit jenseits des Gehorsamstrainings für den Alltag?

    Die Arbeit an den Baustellen der Alltagserziehung ist ja nicht so lustbetont. Auch wenn man möglichst positiv daran herangeht, schwebt doch immer ein "Muß" darüber. Auch geht es meistens darum, was der Hund nicht tun darf und nicht darum, seine eigentlichen Talente zu fördern, also das, wofür er brennt.

    Ich bin daher eine Verfechterin davon, neben der Pflicht auch gleich die Kür zu machen. Da kann man gemeinsam Dinge erarbeiten, die dem Hund Spaß machen (Schnüffeln, Beute suchen und bringen) und die daher selbstbelohnend sind. Die notwendige Kontrolle (Warten bis zur Freigabe, Ruhe bewahren, während andere Hunde schon "dürfen") wird automatisch mitgeübt. Und wenn nicht alles gleich klappt, kann man entspannter damit umgehen, denn man brauchrt es ja nicht im Alltag. Ich habe mir damals viel aus solchen Aktivitäten auch für den Alltag mitgenommen. Und nicht zu vergessen: es macht nicht nur dem Hund, sondern auch dem Menschen viel Freude! Man lernt seinen Hund ganz anders kennen und seine Fähigkeiten respektieren.

    Es kann sogar sein, daß für den mental gut ausgelasteten Hund fremde Menschen weniger interessant werden, weil sie nicht mehr das emotionale Highlight des Tages darstellen.

    Spannend. Ich hätte jetzt behauptet das die Meisten aus einem roten englischen Cockerspaniel und einem Kleinpudel stammen.

    Zumindest war es so in unseren Gruppen. (Treffen für Doodle)

    Das kann auch einfach lokal unterschiedlich sein, je nachdem was für Leute in der Gegend mit welchen Hunden "züchten". Vielleicht ist auch mein Bild dadurch verschoben. Ich spreche halt gerne Leute an, nicht nur mit Pudeln sondern auch mit Pudelmischlingen und frage nach. Und hier sehe ich ich wenn, dann die kleineren Cockapoos.

    Die Cockapoos, die ich kenne, sind überwiegend American Cocker (Nicht Englisch Cocker) x Zwergpudel. Überhaupt wird nach meiner Beobachtung der Zwergpudel lieber genommen als der Kleinpudel, weil man auf möglichst kleine Begleithunde abzielt. Da kann es bei der Verwendung von Kleinpudeln schon mal Ausreißer nach oben geben. Außerdem gibt es viel mehr Zwergpudel als Kleinpudel.

    Der American Cocker als Ausgangsrasse hat seinen Ursprung darin, daß diese Mischung ursprünglich aus den USA stammt, wo der AC sehr beliebt ist. Außerdem ist der AC kleiner als der englische Cocker und entspricht durch seine verkürzte Gesichtsform mit stark gewölbter Stirn besonders dem Kindchenschema. Diese Niedlichkeit möchte man auch auf die Mischlinge übertragen.

    Natürlich gibt es auch andere Cockapoos, die Bezeichnung ist ja nicht geschützt und Vermehrer nehmen bekanntlich gerne, was sie zufällig im Haus haben.

    Alle Ausgangsrassen haben aber normale Proportionen. Das ist doch eine andere Ausgangslage als bei Mischlingen mit kurzbeinigen Hunden wie Dackel & Co. Insofern sehe ich da kein speziell erhöhtes Risiko für orthopädische Probleme.

    Wobei bei den Cockapoos vorzugsweise Zwerpudel verwendet werden und bei den Retriever-Doodeln üblicherweise Großpudel. Pudel gelten zwar offiziell als eine Rasse aber genetisch kann man bei Groß und Zwerg schon von 2 verschiedenen Pudelrassen reden.

    Also würde ich den Satz von Selkie so erweitern: Jedes Gen stammt bei dieser Vierfach-Mischung mit 25 % Wahrscheinlichkeit vom Cocker, Labrador, Großpudel oder Zwergpudel.

    Castor : Vielleicht hat der Mensch einfach nur einen schlechten Tag gehabt und unter der Hitze gelitten. Oder es haben ihn an dem Tag schon drei Leute auf dasselbe Thema angesprochen und er hat es in den falschen Hals gekriegt.

    Ich rede auch gerne mit Leuten, die ungewöhnliche Hunde haben und/oder interessante Dinge mit ihnen tun und kann dich daher gut verstehen. :streichel:

    Fenjali :

    Mendelsche Gesetze treffen jeweils nur auf eine klar umrissene vererbare Eigenschaft zu. Ein Tier kann zB Albino oder Wildfarbig oder wildfarbiger, aber verdeckter Albinoträger sein.

    Albino und Wildfarbig haben gemeinsam Nackommen, die verdeckt Albino tragen, selbst aber wildfarbig sind. Wenn diese wiederum zusammen Junge haben, ergibt sich die Aufteilung, an die wir uns aus der Schule erinnern: 25 % Normalfarbig, 50% verdeckte Albinoträger, 25 % Albino.

    "Pudel", "Cocker" oder "Labrador" sind aber jeweils ein ganzer Cocktail aus verschiedensten Eigenschaften. Davon abgesehen wird auch nicht alles und jedes nach Mendelschen Regeln vererbt.

    In der nächsten und übernächsten Generation gibt es also Nachkommen, die in bunter Mischung die verschiedensten Eigenschaften ihrer Rassevorfahren zeigen und dabei vielleicht zufällig auch einer der Ursprungsrassen ähnlicher sehen als einer anderen. Aber es werden keine Cocker, Pudel oder Labradore mehr auftreten.

    Wobei der Trend bei den Labradoodeln und Goldendoodeln nach meiner Beobachtung dahin geht, die F1 Generation wieder an einen Pudel zurück zu verpaaren. Die nächste Generation ist also genetisch zu drei Vierteln Pudel und damit logischerweise einem reinrassigen Pudel schon wieder recht ähnlich.

    Das macht Sinn, weil dadurch das gewünschte Wuschel/Lockenfell sicherer fixiert wird und die Käufer ohnehin einen Hund mit den Eigenschaften eines Pudels haben wollen, der nur nicht Pudel heißen darf, denn Pudel sind uncool.

    Letztendlich spielt die Individualität eine noch größere Rolle als die Rasse. Will man aber geplant einen Hund für soziele Arbeit anschaffen, lohnt sich schon ein Blick auf Rassen, die sich erfahrungsgemäß gut bewähren.

    Aus deiner Schilderung kann ich nicht entnehmen, inwieweit der Halter da "im Unrecht" war. Eine Kontaktsituation im therapeutischen Zusammenhang ist ja nochmal was anderes als die Führung des Hundes im Alltag. Wenn ich in alltäglichen Situationen meinen Hund heranrufe oder bei mir halten will, kann ich nicht immer Rücksicht nehmen ob er das nun grade will oder nicht. Ich bewege mich im öffentlichen Raum und muß dort meinen Hund sichtbar kontrolliert führen. Also rufe ich ihn vielleicht heran, obwohl er sich in diesem Moment lieber weiter entfernen möchte.

    Allerdings gilt dann, daß der Hund an meiner Seite nicht belästigt wird.

    Es kommt ein Mischling raus, von dem man nicht viel vorhersagen kann, besonders was die Größe betrifft. Cockerspaniel und Zwerg- oder Kleinpudel sind eben kleine Hunde, Retriever sind große kräftige Hunde und Großpudel erreichen gar nicht so selten 65+ cm.

    Selbst wenn die Eltern des geplanten Welpen in der Größe relativ nahe beieinander liegen, muß das keineswegs auf deren Vorfahren zutreffen und bei der Nachzucht kann es dann wieder zu Außreißern in jeder Richtung kommen.

    Ähnliches gilt auch für das Haarkleid. Da ist auch vieles möglich, oft auch sehr pflegeaufwendig, also aufwendiger als bei den einzelnen reinrassigen Vorfahren.

    Sollten eventuell Versprechungen wie "allergikergeeignet", "geeignet zum Therapiehund", "kein Jagdtrieb" und ähnliches gemacht werden, das kann niemand garantieren und ist hochgradig unseriös.