Beiträge von dagmarjung

    Körperliche Auslatung bzw. Gassigänge machen wir vor allem in der Stadt durch die Straßen, mit teilweise schnüffeln lassen, teilweise an der kurzen Leine neben uns gehend Meter zurücklegen.

    Das ist keine körperliche Auslastung, sondern geistige Anstrengung für einen reizoffenen Hund. Er soll sich auf euch konzentrieren, muß dabei viele (zuviele) Reize verarbeiten, muß in einem an euch angepasstem Tempo laufen. Er kann sich also seelisch nicht entsopannen, gleichzeitig fehlt ihm aber körperliche Auslastung.


    Alle paar Tage gehen wir mit ihm als großen Spaziergang auf eine größere Wiese in der Nähe wo er rennen kann und an der Schlepp "einfach mal machen kann".

    Das ist ein guter Ansatz! :smile: - Das Verhältnis sollte aber genau umgekehrt sein: längere Spaziergänge in der Natur mit möglichst freier Bewegung (wenn auch an der Schlepp) sollten tägliche Routine sein, die nur in seltenen Ausnahmefällen einmal nicht stattfindet. Lern- und Übungsgänge in Cafes, belebten Einkaufszonen usw sollten dagegen höchstens alle paar Tage eingeplant werden. Nur so kann der Hund seine Batterien auch wieder aufladen.

    Mit der Zeit kann man dann auch mehr verlangen, der Hund wird ja noch reifer im Wesen. Aber er muß die Möglichkeit haben, in seinem Tempo und ohne Überforderung zu lernen.

    In Summe kommen wir im Schnitt auf 1,5 Stunden pro Tag, bis vor kurzem eher weniger als das, jetzt versuchen wir aber eher mehr als das zu schaffen - meistens verteilt auf 3-4 Mal, ein längerer Spaziergang von 30-60 Minuten und die restlichen ca. 20 Minuten.

    1,5 Stunden Gehorsam, Training, Reize aushalten und sich konzentrieren müssen ist viel zu lang für den Hund.

    Aber: 1,5 Stunden Gesamtzeit Bewegung pro Tag ist deutlich zuwenig für einen jungen, aktiven Hund. Da liegt das Problem auch nicht an der Rasse, egal welche auch immer da drinsteckt. Jeder gesunde Hund hat in diesem Alter das Bedürfnis, sich zu bewegen, und zwar im eigenen Tempo, auch mal im Galopp und nicht ständig nur an kurzer Leine.

    Mit meiner kleinen Pudelhündin Cara habe ich im selben Alter einen täglichen längeren Gang von etwa 2 Stunden eingeplant, dazu eine Morgenrunde von wenigstens 30 Minuten und noch ein, zwei mal Kurzgassi zum Lösen. Insgesamt kamen da schon 3 Stunden draußen zusammen. Klar mußte das je nach den Umständen auch mal gekürzt werden, aber hätte ich diese 3 Stunden in meinem normalen Alltag nicht zur Verfügung gehabt, hätte ich mir keinen Hund geholt.

    Ich weiß nicht, ob jemand von euch zockt, aber es gibt da dieses eingedeutschte Wort "looten", also etwas erbeuten von einem Gegner, den man besiegt hat.

    Oh ja!

    Ein immer wieder ergreifender Anblick, wie edle Ordensritter, mächtige Magier und erhabene Elfen, unterwegs im Auftrag des Guten, Wahren & Schönen sowie zur Rettung der Welt jeden einzelnen besiegten Ork und Straßenräuber filzen, um ihm seine 3 Kupfermünzen und ein zerdrücktes Pausenbrot abzunehmen.

    (Und das schon seit Pen und Paper Zeiten... )

    Der "Super-Rückruf" wird ganz neu aufgebaut, so als ob der Hund noch gar keinen Rückruf kennt. Also völlig unabhängig vom bisher gewohnten Kommando. Dafür gibt es gute Anleitungen, sicher auch im Internet.

    Wie tinybutmighty schreibt, wichtig dabei ist, daß der Superrückruf immer etwas Besonderes bleibt, sehr hochwertig belohnt wird und sich nicht im Alltag abnnutzt.

    Wenn du lediglich den gewohnten Rückruf auch auf die Pfeife übertragen möchtest, dann reicht es aus, wenn du den Hund öfters verbal heranrufst und direkt nach dem Wortkommando pfeifst. Nach einigen Malen kannst du dann die Reihenfolge umkehren, und wenn der Hund das verstanden hat, das Wortkommando weglassen. Natürlich auch hier immer belohnen, wenn der Hund kommt.

    Ich sag mal so: einem normalen Hund ohne spezielle Einschränkungen schadet Abwechslung überhaupt nicht. Das Erlebnis einer neuen Umgebung bietet ja auch geistige Anregung und macht dem Hund Freude.

    Abgesehen vom Hund erkunde ich auch selbst gerne mal Neues. Standardrunden hat man ja ohnehin immer.

    Wobei in der Schilderung der liiiebevollen :smiling_face_with_heart_eyes: Wohnungsaufzucht an keiner Stelle erwähnt wird, daß die Welpen auch mal in den oben erwähnten Garten kommen und dort Gras, Erde, Himmel und Wetter kennenlernen. Naja, man kann nicht alles haben. Weden ja sonst schmutzig, die Kleinen. Aber ein Bällebad haben sie.

    Achja, die VDH-Ahnentafeln der Zuchthunde werden schön betont

    Ja, aber nur die der Rüden. Die Hündinnen können damit nicht aufwarten. Aber macht nichts, Super-Duper-Europa-Weltsieger kann man ja auch ohne VDH Papiere problemlos in der Mehrzweckhalle von Albertshausen werden.

    Achja, wenn für eine supertolle Zuchthündin allerbester Qualität nur 800 Euro Anschaffungskosten entstehen, wie kommt es dann bei deren Welpen zu einer Preisexplosion um mehr als das dreifache? Mist, ich bin zu doof für solche Rechnungen. War schon immer schwach in Mathe...