Ich denke gerade über deine Motivation nach. Denn du schreibst ja, daß du eigentlich gar keinen zweiten Hund suchst. Pinta ist dir aber aufgefallen, weil sie deinem Ersthund ähnlich sieht.
Daß die ohnehin mehr als knappe Wesensbeschreibung keine realistische Grundlage hat, wurde ja schon ausführlich herausgearbeitet.
Was bleibt also? Warum spricht gerade das Bild dieser Hündin so zu dir, daß es dich nicht losläßt, obwohl noch mehr als 1000 andere Hunde im selben Shelter sitzen? - Die Antwort dürfte klar sein: es ist die Ähnlichkeit zu deinem Ersthund.
Ich kann das aus eigener Erfahrung sehr gut verstehen. Wenn ich einen Hund treffe, der einem meiner ehemaligen Hunde ähnlich sieht, geht mir jedesmal das Herz auf. Automatisch projiziere ich alle schönen Wesenseigenschaften und das Gefühl der innigen Verbindung auf diesen fremden Hund und sehe ihn in einem freundlichen Licht.
Da ich aber Rassehunde hatte, ist mir schon bewußt, daß nicht jeder schwarze Kleinpudel und nicht jede etwas zierliche Schäferhündin so ist wie meine Cara und meine Nuja. Die sehen sich halt ähnlich, weil sie derselben Rasse angehören.
Der emotionale "Der ist genau wie X!"
Effekt schlägt bei Mischlingshaltern nochmal härter zu, weil man normalerweise nur selten einen Mischling findet, der genauso aussieht wie der eigene geliebte Hund. Auch mir geht das so. Wenn ich einen Hund sehe, der meinem Sittinghund aus Teenagertagen, dem Mischling Lukas ähnelt, beeindruckt mich diese Begegnung in ganz besonderer Weise.
Was ich damit sagen möchte: Nüchtern betrachtet, ist die äußerliche Ähnlichkeit zu einem bekannten und geliebten Hund einfach kein gutes Kriterium zum Hundekauf. Das Herz ist in diesem Fall kein guter Ratgeber.