Beiträge von dagmarjung

    Ich schimpfe auch mit ihr wenn ich merke dass sie es könnte aber nicht tut.

    Woran genau merkst du, daß sie es könnte, aber nicht tut?

    Die Faustregel lautet: wenn mein lernender Hund etwas Gewünschtes nicht tut, dann, weil er es in diesem Moment, unter genau diesen Umständen, noch nicht kann. Mit dieser Annahme liegst du in 99,99% der Fälle richtig.

    Vielleicht ist es ein neuer Ort. Vielleicht ist die Ablenkung gerade zu groß. Vielleicht wurde heute schon zuviel trainiert und die Konzentration ist nicht mehr da. Die Frustrationstoleranz ist einfach altersbedingt auch noch nicht so groß. Usw, usw...

    Schimpfen hilft da nichts.

    Was helfen kann, je nach den Umständen: Eine Pause. Eine Wiederholung unter leichteren Umständen. Schluß machen für heute und überlegen, woran es liegen könnte, daß der Hund nicht mitmacht. Morgen dann frisch an die Sache rangehen.

    Sowieso immer: kurz, konzentriert trainieren und nie zu lang. Schluß machen, wenn der Hund noch Lust auf mehr hat.


    Mein Trainer meint unter Hunden ist das anders, die lernen es nur durch die körperliche Korrektur.

    Auch das ist Blödsinn.

    Hunde verlangen voneinander kein Sitz, kein Platz, kein Fuß, kein Hierher und keine sonstigen Kunststückchen, die wir Menschen unseren Hunden beibringen.

    Das einzige, was Hunde voneinander manchmal auch körperlich einfordern ist: bleib weg, lass mich in Ruhe, halte Abstand, raus aus meinem Revier. Sonst nichts.

    Sofort Trainer wechseln!!!

    Sorry, aber ich kann diesen Blödsinn aus dem Mund inkompetenter Trainer nicht mehr hören.... "freundlich und nett trainieren ist ja gut und schön, aber bei Rasse X (hier beliebige Rasse einsetzen) geht das nicht, da muß man dem Hund mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt!"

    Die allerdümmste Rechtfertigung für Gewalt am Hund.

    Bei keinem halbwegs intelligentem Hund wirst du mit körperlicher Gewalt punkten. Wenn du aber eine Rasse wie Australian Shepherd hast, die mental auch wirklich erwachsen werden, dann kannst du es dir auf Dauer genau mit solchen Methoden so richtig verscherzen beim Hund. Das ist reines Gift für eure Beziehung. Denn mit 2 bis 3 Jahren wird deine Hündin sich so was wahrscheinlich nicht mehr bieten lassen sondern mal ihre 42 Argumente einsetzen.

    Respekt verdient man sich niemals mit körperlichen Übergriffen. Auch nicht durch Brüllen. Ganz im Gegenteil. Dein Bauchgefühl hat vollkommen recht.

    Wenn ein einjähriger Hund noch nicht alles so beherrscht, was man von ihm erwartet, dann liegt das schlicht daran, daß der Hund noch mitten im Lernprozess ist und man weiter üben und festigen muß. Das heißt, nur soviel verlangen, wie der Hund in diesem Monant auch leisten kann. Die Anforderungen nicht zu schnell steigern. Belohnen, belohnen, belohnen. Viele Wiederholungen. Von Erfolg zu Erfolg lernen, den Hund nicht auflaufen lassen, um ihn dann zu maßregeln. Da sind Basics des Hundetrainings, die aber leider immer noch nicht jeder "hust" Trainer drauf hat.

    Auch Trockenfutter wird ja nicht wirklich gekaut, so wie wir Menschen jeden Bissen kauen. Allenfalls werden die Brocken einmal durchgebissen, wenn sie allzu groß sind. Füttert man aber Trofu in der empfohlenen Größe für den Hund, dann bekommen kleine Hunde auch kleine Bröckchen Trofu, und die werden ohne Kauen runtergeschlungen.

    Ausdauernd bekauen Hunde nur ihre Kauartikel.

    Kleine Hunde neigen mehr zu Zahnstein als große, aber vor allem ist die Zusammensetzung des Speichels je nach Hund unterschiedlich. Eine Halterin zweier Kleinhunde desselben Rasse berichtete mir, daß einer ihrer Hunde bei gleicher Fütterung sehr viel Zahnstein hätte, der andere gar keinen.

    Meine Kleinpudelhündin hatte Glück und lebernslang kaum Zahnstein, es reichte, wenn die TÄ bei der jährlichen Kontrolle kleine Ansätze wegschabte, und das, obwohl ich keine weitere Zahnpflege betrieben habe. Aber das ist einfach individuell sehr verschieden.

    das fast schon beschwörende "bleeeeeeeeiiiiiiib", das man so oft hört.

    wenn man das so hört, weiß man auch sofort: es wird nicht klappen.

    Wer darauf vertrauen darf, daß sein Hund das Kommando befolgt, spricht es anders aus. Der große Rest vergrößert den Abstand zu schnell, überfordert dadurch den Hund und gegen diesen Trainingsfehler helfen auch keine Beschwörungsgesänge. :roll:

    Im Hundesport ist das Kommando überflüssig. Da soll der Hund präzise sitzen, stehen oder liegen bis man das Kommando auflöst.

    Aber im Alltag finde ich es schon nützlich, wenn es nämlich egal ist, in welcher Position der Hund wartet. Hauptsache, er bleibt am Ort. Bei mir heißt es "Warten".

    Wobei es für Cara einerseits ein Kommando war, aber noch mehr eine Ankündigung, was ich gerade vorhabe, nämlich mich kurz zu entfernen, während sie dableiben soll. Dann habe ich "Warten" aber nicht zusätzlich zu "Sitz" oder "Platz" gesagt, sondern stattdessen.

    Ein Anwendungsbeispiel: Ich sitze im Zug, Cara liegt unter dem Sitz. Ich möchte zur Toilette gehen und will, daß sie ruhig am Platz bleibt und nicht denkt, wir steigen jetzt aus oder ich geh weg und hab sie vergessen. Also gebe ich das Hör- und Sichtzeichen "Warten" und stehe dann auf. Cara wußte dann Bescheid und blieb ruhig auf ihrem Platz. (zur Sicherheit war sie auch angeleint.) Wenn sie aber bis zu meiner Rückkehr doch mal aufstand oder sich aufsetzte, habe ich mir dadurch nicht das "Sitz" oder "Platz" Kommando versaut, denn bei "Warten" kommt es nicht darauf an.

    So gab es im Alltag zahlreiche Anwendungsbeispiele, zB auch wenn ich mich kurz entfernt habe, um ein Suchobjekt zu verstecken oder Ähnliches. Einfach mal den Hund kurz irgendwo parken. Auch wenn er angeleint gar nicht weg kann, finde ich so ein Wort nicht überflüssig.

    Nochmal zum Thema Wesenstest (obwohl das ja nun durch ist):

    Es ist ein Irrtum zu glauben, dabei würde nur der Hund alleine getestet. Es wird vielmehr das Gespann Hund & Halter überprüft, auch der Umgang des Halters mit dem Hund gehört dazu und inweit der Halter willens und fähig ist, seinen Hund verantwortungsvoll zu führen.

    Und dafür wollen die Prüfer schon den Halter selbst sehen und nicht dessen Tochter, Mutter, Freundin oder Nachbarin.