Beiträge von dagmarjung

    In diesem Alter können sich zB durchaus erste Gelenkprobleme wie Arthrose bemerkbar machen. Das würde ich unbedingt überprüfen lassen, zum einen tierärztlich und zum anderen von einer Tierphysiotherapeutin. Besonders letztere kann da nicht nur vieles erkennen, sondern auch gezielt weiterhelfen, falls das die Ursache der von dir beschriebenen Unlust sein sollte.

    Langsam beginnende chronische Schmerzen können auf jeden Fall zu so einer Unlust führen. Die oft in Vergessenheit gerät oder überspielt wird, wenn der Hund gerade Spaß hat oder in unbekanntem Gelände unterwegs ist. Dann vergißt man halt die Schmerzen, weil man abgelenkt ist.

    Altrer an sich ist keine Krankheit, aber oft mit Krankheiten verbunden. Deshalb ist es immer sinnvoll, alles abklären zu lassen und es nicht einfach bei "er wird halt alt" bewenden zu lassen.

    Bevor wir hier viel spekulieren ob Über- oder Unterforderung, kannst du bitte mal einen typischen Tagesablauf beschreiben? Ruhezeiten, Aktivitäten drinnen und draußen, wie lange und wie oft spazieren, was macht ihr dabei? Freilauf/an der Leine?

    In Anbetracht dessen das ein Gesunder Hund eigentlich 18-20 Stunden des Tages ruht, döst, schläft

    Das ist nicht ganz richtig, denn:

    Kennst Du das Buch von Günter Bloch "die Pizza Hunde". Das ist eine Dokumentation über verwilderte Haushunde in der Toskana und da wird beschrieben, was diese Hunde den ganzen Tag tun. Nichts! Sie rennen nur rum, um sich Fressen zu besorgen

    Tatsächlich kamen die Beobachter hier auf etwa 17 Stunden Ruhezeit (Schlafen, Dösen, Ruhen), nicht auf 18 bis 20. Was sich auch mit Beobachtungen an anderen Caniden deckt.

    Der Wunsch, auch im hohen Lebensalter noch mit einem Hund zu leben, ist nur zu verständlich. Ich durfte in den letzten Jahren zahlreiche ältere Menschen mit Hund kennenlernen. Ich teile sie in zwei Gruppen auf:

    Die Realisten: sie planen ein, daß sie möglicherweise in ein, zwei oder fünf Jahren nicht mehr so fit sein werden wie heute. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit, daß der Hund wegen Krankheit, Pflegeheim oder Tod in Betreuung gegeben oder an einen neuen Platz vermittelt werden muß. Das kann auch mal ganz unerwartet kommen!

    Menschen, die früher immer große Hunde hatten, entscheiden sich nun für einen kleinen Hund, der auch kein Junghund mehr sein muß. Auch wenn das den Abschied von der bisherigen Lieblingsrasse bedeutet. Für Betreuung wird rechtzeitig vorgesorgt.

    "Ich weiß wo Joschi hingeht, wenn ich ihn nicht mehr versorgen kann, und er wird mein letzter Hund bleiben, auch wenn ich ihn überlebe", so drückte es meine Freundin Hanna aus. (Joschi starb vier Jahre vor ihr, und sie hat ihn bis zum Ende vermißt. Ich habe sie oft mit Cara besucht, aber das ist nicht das gleiche.)

    Ein erfolgreiches Züchterehepaar (Anfang 60) plant weit voraus: "In etwa fünf Jahren werden die meisten unserer derzeitigen Großpudel nicht mehr da sein. Wir werden ja auch älter, wir werden nach den jetzigen keine weiteren Großpudel mehr halten und züchten." Letztes Jahr zog eine junge Kleinpudelhündin bei ihnen ein.

    Wer so denkt und handelt, vor dem habe ich tiefen Respekt und ich möchte mir daran ein Beispiel nehmen. Diese HundehalterInnen wollen für ihren Hund das Beste und lieber verzichten sie auf allerletzte Jahre mit Hund, als daß ein Hund bei ihnen zu kurz kommt, weil sie dem nicht mehr gewachsen sind. Zum Glück gibt es viele Menschen, die so vorauschauend sind.

    Die Anderen: Älter werden konfrontiert einen unweigerlich mit dem Verlust von Fähigkeiten. Das ist bitter. Es ist auch schwer vorstellbar, wenn man sich augenblicklich noch wohl fühlt. Man kann natürlich die Augen vor der Zukunft verschließen und sich nach eigenem Gutdünken einen Hund holen. Man hatte ja immer schon Hunde und kennt sich aus.

    Ich kenne leider etliche Fälle, in denen das wenig schön bis katastrophal ausging. Am geringsten wiegt da noch "der Problemhund": Der neue Hund ist so unfaßbar anstrengend, wie der oder die früheren es niemals waren. Ganz furchtbar! Junge Hunde sind aktiv, temperamentvoll, fordernd - man selbst ist aber seit dem letzten Welpen 15 Jahre älter geworden und es ist ein Unterschied, ob man diese Belastung mit 55 oder 15 Jahre später mit 70 Jahren stemmen muß, oder in noch höherem Alter. Die eigene Kondition ist dann einfach nicht mehr so wie früher.

    Solche gefühlten Problemhunde "er ist ja so wild!" :emoticons_look: kenne ich reihenweise. Es ist dann auch immer der Hund schuld oder der Züchter, nur nicht man selbst.

    Katastrophal kann es werden, wenn man "schon immer" Rottweiler/Schäferhunde/xx hatte, und auch mit 80+ kommt nur solch ein großer eindrucksvoller Hund infrage. Der Ridgebackrüde, der in einem konkreten Fall daraufhin einzog, terrorisierte dann ab der Pubertät die gesamte Nachbarschaft bzw die Gassistrecken, fiel Hunde und deren Halter an, weil sein alter Besitzer ihm weder körperlich noch mental gewachsen war. Er durfte stets frei laufen, denn sein Herr konnte ihn nicht halten. Und das ist leider kein Einzelfall.

    Das eigentliche Problem sehe ich nicht so sehr im eigenen Alter. Man kann, wenn man realistisch denkt, noch vieles möglich machen, sich Unterstützung suchen, muß aber auch Kompromisse eingehen. Ein solcher Kompromiss muß darin bestehen, nur einen Hund zu nehmen, den man gut unterbringen kann, wenn man selbst ausfällt.

    Wenn man aber die Augen vor den Realitäten des Älterwerdens verschließt, und so tut, als wäre man mit 80 noch genauso wie mit 40, dann ist es im Grunde genommen keine Frage für ein Hundeforum. Es geht mehr darum, ob man die Augen vor der Wirklichkeit verschließt oder nicht. Älter werden ist bekanntlich nichts für Feiglinge.

    dass man das Kind zeigt und deutlich klar macht, dass es mir gehört und es zum Tabu erklärt.


    Ich schätze ihn sehr, aber habe das Gefühl, dass Hund-Kind Zusammenführungen nicht seine Stärke sind.

    Das glaube ich auch.

    Man kann natürlich etwas für sich in Anspruch nehmen und vom Hund erwarten, daß er das respektiert. Das funktioniert sehr gut: mein Sofa, mein Teller, mein Ball. Aber üblicherweise nur solange man direkt dabei ist und das kontrollieren kann. In Hundekreisen gilt ein Objekt aber als freigegeben, wenn der Besitzer sich anderen Dingen zuwendet.

    Generationen von Hundehaltern haben den Traum begraben müssen, daß ihr Hund auch in ihrer Abwesenheit nicht aufs Sofa oder Bett geht. Bei euch geht es aber um weit mehr.

    Ich kann dich nur bestärken, eisern konsequent zu bleiben und dich nicht umstimmen zu lassen.

    Auch dein Freund und du seid nur Menschen. Niemand kann 24/7 soviel Aufmerksamkeit und Kontrolle leisten, wie hier nötig wäre. Jeder muß sich auch mal entspannen dürfen.

    Leider kann die kleinste Unaufmerksamkeit in dieser Kombination schon zu einem höllischen Worst Case Szenario führen:

    Kind nervt Hund, Hund schnappt. Kind schreit, zappelt, flieht. Die 3 anderen Hunde werden dadurch getriggert und stürzen sich ebenfalls auf Kind. Das ist ein solcher Alptraum, daß ihn sich niemand auch nur ansatzweise ausmalen möchte.

    Das muß mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden! Und da sehe ich Vorschläge wie "jedem Hund das Kind einzeln vorstellen" als regelrecht fahrlässig an, weil die sekundenbruchschnelle Stimmungsübertragung im Rudel damit unberücksichtigt bleibt.

    Die scheinbar bequemste Lösung, Vater zieht mit Kind zur Freundin, ist hier einfach keine.

    Aber das Problem ist, dass das Haus in dem wir aktuell wohnen mir gehört

    Das empfinde ich keinesfalls als Problem, im Gegenteil! Ich war sehr erleichtert, das zu lesen. Dein Haus, deine Regeln!

    Ich laß dir mal eine virtuelle Umarmung da. :streichel:

    Es ist hart für euch alle, und ich hoffe sehr, ihr findet gemeinsam zu einer akzeptablen Lösung.

    Was genau stellt ihr euch unter einem typischen Familienhund vor? Ein Hund, der einfach nett und unauffällig dabei ist und einfach im Alltag neben den Kindern mitläuft, ohne extra Zeit, Arbeit und Aufmerksamkeit zu benötigen? Dann ist ein Schäferhund keine gute Wahl.

    Kein Hund und keine Rasse ist mit den Schlagworten "klug und treu" ausreichend beschrieben. Klug und treu trifft auf alle Hunde zu, weil sie eben Hunde sind. Genau wie "vier Beine und ein Schwanz".

    Was im Alltag passen muß, sind andere ganz Eigenschaften. Mehr oder weniger ausgeprägter Wachtrieb oder Jagdtrieb, reizoffen oder gelassen, Verträglichkeit mit Artgenossen, Kooperationsbereitschaft mit dem Menschen, ob ein Hund im Konfliktfall eher zum Rückzug oder zum Angriff neigt - all das wird wesentlich von der Rasse mitbestimmt. Alle Gebrauchshunderassen, auch der Schäferhund, wurden für andere Zwecke gezüchtet, als dazu, ein unauffällig angepasster Familienhund zu sein.

    Diese und ein paar andere Eigenschaften sind es, die darüber bestimmen, ob eine bestimmte Rasse einigermaßen vorhersagbar ins eigene Leben passt.

    Als Beispiel: Ein Hund mit stark ausgeprägten Wachtrieb möchte sein Heim gegen Fremde verteidigen. Er hat also immer Stress, wenn Besuch kommt. Solche Hunde müssen dann jedesmal weggesperrt werden, wenn Freunde der Kinder zum Spielen kommen. Auch andere Leute können nicht einfach so mal vorbei kommen, jedes mal muß vorher der Hund gesichert werden.

    Viele Hunde mögen keine Artgenossen mehr und können agressiv gegen andere Hunde werden, sobald sie mit 2 bis 3 Jahren wirklich erwachsen werden. Wenn man in einer Gegend mit vielen Hunden wohnt, kann das sehr problematisch werden, zumal wenn man auch noch Kinder dabei hat.

    Mit 10 Monaten ist noch nicht erkennbar, ob und wie stark der Hund diese Eigenschaften zeigen wird, das entwickelt sich erst mit dem Erwachsenwerden.


    Das sind zB nur zwei Eigenschaften, die auf viele Schäferhunde zutreffen. Rassegerechte Auslastung ist auch ein Muß für den Schäferhund und verlangt extra Zeit.

    Daher sind es nicht unbedingt die besten Hunde für Familien mit Kindern, besonders, wenn die Eltern noch keine Hundeerfahrung hsben.

    Eure Recherche über geeignete Rassen war mehr als mangelhaft, wenn ihr euch über diese Punkte nicht informiert habt.

    Die Ersteller der Doggenanzeige schreiben, Daß die Elterntiere aus den USA stammen und daher kupiert sind, die hier geborenen Welpen werden aber nicht kupiert.

    Wie das mit den Farben ist, weiß ich bei Doggen nicht. Bei Pudeln unterscheidet sich jedoch der Standard in den USA vom hiesigen der FCI. Es sind teilweise jeweils andere Farben erlaubt oder eben nicht. Vielleicht ist das bei Doggen ja auch der Fall.