Beiträge von dagmarjung

    Ich finde das Thema und die Diskussion darüber sehr spannend!

    Für mich sind Beziehung und Erziehung zwar verschiedene Dinge, aber sie greifen schon ineinander. Wenn ich meinen Hund erziehe, ihm Regeln beibringe und auch durchsetze, dabei auch lerne, wie er tickt und wie ich mich ihm verständlich machen kann, dann fördert das auch die Beziehung zwischen uns. Wir lernen dabei beide immer mehr, uns aufeinander zu verlassen. Das gibt Sicherheit für beide Seiten.

    Meine Erziehungsarbeit ist auch ein Teil meiner freundschaftlich-liebevollen Beziehung zum Hund.

    Ich würde aber niemals von einem Hund erwarten, nur aus Liebe zu mir den Hasen nicht zu hetzen, auf einem zugewiesenen Platz zu bleiben oder was für Gehorsamsleistungen auch immer ich von ihm erwarte. Das sind alles Sachen, die ich durch Erziehungsarbeit/Konditionierung aufbaue (oder schlicht mit der Leine unterbinde).


    Als Kontrast möchte ich ist eine wunderbar herzliche Beziehung zwischen Mensch und Hund zeigen, die ganz ohne Erziehung auskommt.

    Hier seht ihr Cara mit ihrer Nenn-Oma Hanna, sie war damals über 90:


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    Wir haben sie zweimal besucht die Welpen und neben der Hundemutter, war auch der Vater da,

    Genau das ist ein typisches Zeichen für einen Vermehrer. Gute Züchter suchen intensiv nach dem besten, passendsten Rüden und scheuen dafür auch weite Wege nicht.

    Vermehrer nehmen einfach den nächstbesten Rüden, meist den eigenen, Hauptsache die Rasse paßt.

    Zu den Sachfragen haben andere schon geantwortet, ich schreib mal was zum Welpenblues.

    Ich hatte auch immer schon ansatzweise "Welpenblues", wenn ich mir neue Tiere angeschafft habe, selbst als ich noch gar keinen Hund hatte sondern andere Tiere wie Vögel oder Kleinnager, die nicht im entferntesten so sehr ins eigene Leben eingreifen wie Hunde.

    Trotzdem war da immer anfangs das Gefühl, diese neue Verantwortung sei eigentlich eine unerwünschte Belastung. Das Wort "Blues" für dieses Gefühl kannte ich da noch nicht mal.

    Die gute Nachricht: Es geht mit Sicherheit von selbst vorbei!

    Du must gar nichts machen. Die Zeit arbeitet für dich. Man gewöhnt sich allmählich an den neuen Alltag mit Hund. Das braucht eine gerwisse Zeit, dann sind die Abläufe verinnerlicht.

    Dazu kommt, daß gerade ein Welpe anfangs viel und oft Aufmerksamkeit beansprucht, vor allem wegen der häufigen Gassigänge. Je älter dein Hund wird, desto mehr bekommst du auch dein eigenes Leben zurück, kannst dich ohne Unterbrechung mit eigenen Dingen beschäftigen usw. Dein Hund ist dann ganz selbstverständlicher Teil deines Alltags und du wirst das Leben mit ihm ohne Einschränkung genießen.

    Sie war zuletzt im November läufig und soweit ich es erkennen konnte ohne große Ereignisse, auch nichts was auf eine Scheinträchtigkeit hätte hinweisen können.

    Jede unkastrierte Hündin durchläuft hormonell nach der Läufigkeit zunächst die Scheinträchtigkeit und dann die Scheinmutterschaft. Das gehört zum normalen Zyklus.

    Bei manchen merkt man es am Verhalten, bei anderen nicht oder kaum.

    Deine Tierärztin wird das sicherlich auch abfragen.

    Ich lese aus deinen Beiträgen heraus, daß du innerlich momentan sehr um deinen Hund kreist. Was ja auch verständlich ist, wenn man sich einen Welpen gewünscht hat und der süßer Knopf dann endlich da ist.

    Schön, daß du die Welpen- und Junghundezeit so genießen kannst, manche frischgebackenen Hundehalter finden das eher stressig.

    Den besten Tip, den ich dir geben kann ist trotzdem der, Bilbo jetzt! dosiert ans Alleinebleiben zu gewöhnen. Jeder Hund muß zeitweilig alleinebleiben können, egal ob Homeoffice oder nicht.

    Wenn du jetzt in der glücklichen Lage bist, einen längeren "Eltern"Urlaub für deinen Bilbo zu haben, nutze ihn vor allem dazu, um den Kleinen ans Alleinebleiben zu gewöhnen. Klingt paradox, ist aber sinnvoll.

    Warte nicht damit, bis er größer ist, denn wenn er sich jetzt daran gewöhnen darf, daß du bzw deine Freundin 24/7 verfügbar sein, wird ihn das Erlernen des Alleinebleibens später umso schwerer fallen.

    Auch der Pudel hatte lange Zeit einen mehr als schlechten Ruf, eben in dieser Zeit der Umzüchtung.

    Hast du dafür Quellen oder Beispiele? Das würde mich sehr interessieren.

    Ist ja schon länger her mit der Umzüchtung beim Pudel, und die mir bekannten älteren Quellen stammen aus einer Zeit, in der Pudel bereits ganz überwiegend Begleithunde waren. In den alten Texten wird stets die Gelehrigkeit und Klugheit des Pudels hoch gelobt, von einem zeitweise schlechten Ruf habe ich noch nie etwas gehört.

    Einen schlechten Ruf sehe ich eher in heutiger Zeit, wo der Pudel als Omahund gilt und wegen der Showfrisuren von vielen Menschen als künstlich und überzüchtet abgelehnt wird.

    Nochmal zum Pudel:

    Der war zwar früher ein Jagdhund, aber ganz konkret war er ein Apportierhund. Also keine Rasse, die auf selbstständiges Aufspüren, Hetzen und Töten von Wild hin selektiert wurde, sondern auf die enge Zusammenarbeit mit dem Menschen, die zum Apportieren von totem Wild zu Wasser und zu Lande erforderlich ist. (Was natürlich "unerwünschten" Jagdtrieb nicht ausschließt.)

    Ebenso wie bei den Retrievern war hier eine sehr viel einfachere Ausgangsposition für die Umstellung zum Begleithund gegeben als bei vielen anderen Jagdhundrassen.

    Außerdem zog sich diese Umstellung der Zucht über einen längeren Zeitraum hin. Zu Zeiten von Wilhelm Busch war der Pudel schon lange als Begleithund bei Nichtjägern etabliert. Davor auch schon zB als Begleiter von Studenten bekannt und beliebt, oder im Schaugewerbe als Trickhund.

    Was @Helfstyna allgemein über Selektion und das Schicksal von Hunden sagt, die nicht so waren wie erwartet, trifft natürlich auch für Pudel zu. Wobei die Eigenschaften des Pudels wie gesagt einen Begleithund schon von Ursprung her nicht im Wege stehen.

    Zur Zeit der Gründung von Rasseklubs, Hundeschauen und Stammbäumen war der Pudel also bereits ein Begleithund. Wobei hier der Großpudel klar im Vordergrund steht.

    Die kleineren Schläge folgten später und je kleiner, desto mehr entstanden sie nicht allein aus dem Großpudel heraus, sondern durch Einkreuzung von kleinen wuscheligen oder langhaarigen Bichonrassen wie Malteser & Co. Dieser Einfluß läßt sich an historischen Abbildungen der ersten Zwergpudel noch gut erkennen. Die kleinen Begleithunderassen mit ihrer langen Tradition haben sicher ihren Teil dazu beigetragen, daß die Pudel als anpassungsfähige Begleithunde beliebt wurden.

    Was Brehm in seinem Thierleben (1900) über den Pudel sagt, ist nicht nur aus rassehistorischer Sicht interessant und unterhaltsam, sondern wirft auch ein Licht auf die damalige Haltung von Begleithunden. Wenn er zB lobend erwähnt, daß Pudel aus stundenweiter Entfernung nach Hause finden, dann schließe ich daraus, daß man anders als heute recht entspannt damit umging, wenn der Hund mal abgängig war.

    Insofern war vermutlich sogar eine größere Toleranz gegeben, wenn ein Pudel jagdlich interessiert war oder Eindringlinge biß oder sonstige Eigenschaften zeigte, die man heute nicht toleriert, weil allgemein extreme Anpassung von Hunden erwartet wird.

    http://www.biolib.de/brehm/band2/high/IMG_6824.html