Beiträge von dagmarjung

    Um mal etwas Positives herauszustellen: du hast in den Augen deines Hundes massiv Vertrauenspunkte gewonnen! Er durfte erleben daß du ihn ohne Wenn und Aber beschützt.

    Einen fremden Schäferhund um den Hals packen, naja, das kann nach hinten losgehen. Aber so im Adrenalinrausch handelt man ja nicht immer überlegt. Meine Taktik ist es eher, dem Fremdhund schon im Anrennen frontal blockierend gegenüberzutreten und ihn dabei zusammenzubrüllen, Brust raus und aufstampfen. Hat hier gut gewirkt.

    Eine für alle Fälle perfekte Lösung habe ich aber auch nicht.

    Zu deiner Frage bezüglich Kastration:

    Testosteron ist nicht nur im engeren Sinne das männliche Geschlechtshormon, sondern auch das Hormon des sozialen Erfolgs und der Selbstsicherheit. Daher ist es sehr ungünstig, einen unsicheren Rüden zu kastrieren, da die Kastration seine Unsicherheit höchstwahrscheinlich noch verstärken wird.

    Nicht nur rauflustige Jungrüden, die sich hormonbedingt aufführen wie Conan der Barbar geraten leicht in Raufereien. Auch unsichere Kandidaten wirken manchmal provokant auf andere Rüden, denn mit leichten "Opfern" kann man's ja machen - und sich dann fühlen wie Conan der Barbar.

    Eine Kastration, die deinen Hund noch unsicherer macht, führt also nicht dazu, daß andere Hunde ihm gegenüber friedlicher werden. Eher im Gegenteil.

    Dein Rüde ist aber mit noch nicht zwei Jahren noch mitten in seiner hormonellen Entwicklung. Diese sollte man ihm auch gönnen. Er kann durchaus noch selbstsicherer werden. Verbaut ihm diese Möglichkeit nicht durch eine Kastration.

    Positive Verstärkung heißt ja im Grunde das man etwas dazu gibt. Das kann auch ein negativer Impuls sein.

    Der Begriff "Verstärkung" heißt immer Belohnung, die Art der Belohnung wird dann durch positiv oder negativ beschrieben:

    Positive Verstärkung: Belohnung (Verstärkung) kommt hinzu (Positiv)

    Negative Verstärkung: Belohnung (Verstärkung) entsteht dadurch, daß etwas Unangenehmes entfernt wird. (ZB Druck wird weggenommen)

    Positive Strafe: ein Verhalten wird dadurch verleidet, daß etwas Unangenehmes dazukommt.

    Negative Strafe: Ein Verhalten wird dadurch verleidet, daß etwas Angenehmes entzogen wird.

    Bwi Pferden wird traditionell und auch bis heute sehr viel über negative Verstärkung trainiert.

    Daher finde ich die Frage nach der positiven Verstärkung im heutigen Pferdetraining scchon sehr interessant.

    Die Frage, die ich mir stelle, wenn ich ein altes Tier begleite lautet: gibt es eine echte Chance auf Besserung? Auf echte Lebensqualität und nicht nur auf verlängertes Leiden?

    So wie du es schilderst, war euer Hund am Ende seiner Lebensreise angekommen. Das Wort einer erfahrenen Tierärztin hat in meinen Augen auch großes Gewicht. Denn von außen betrachtet, sieht sie euren Hund objektiver als ihr.

    Oft ist es so, daß ein alternder Hund diverse kleinere und auch mittlere Probleme hat, die sich aber noch ganz gut beherrschen lassen. Dann plötzlich kommt etwas großes und dramatisches hinzu. Das ist dann das Zeichen, daß ich nicht ignorieren möchte.

    Herzliches Beileid! Egal, wie lange man sich innerlich darauf vorbereiten konnte, wenn der Tag da ist, ist es doch sehr schwer. Es ist auch normal, daß man dann wechselnde Gefühle dazu hat.

    Ihr habt aber das Richtige getan.

    Ich kenne den Fall wo eine Freundin mit ihrer Reitlehrerin das Pferd zusammen ausgebildet hat. Am Anfang eher die Reitlehrerin und dann die Freundin. Aber bei ihr am Stall und sie war immer dabei. Und das war echt super.

    Ja, das ist natürlich optimal! Aber auch in dem Fall hat ja zuerst die vermutlich besser reitende Reitlehrerin das Pferd unter dem Sattel gehabt und eben nicht die Besitzerin.

    Bei Pferden geht es beim Beritt ja um die reiterliche Ausbildung, nicht um die Erziehung im häuslichen Zusammenleben wie beim Hund. Und wenn man nicht selber wirklich Ahnung vom Einreiten junger Pferde hat, sondern "nur so" auf bereits ausgebildeten reiten kann, dann lernt das junge Pferd bei einem guten Profi viel besser als bei seinem weniger kompetenten Besitzer.

    ich hätte, ganz ehrlich gesagt, auch nicht dran gedacht, dass ein 29cm kleiner Hund ernsthaft ein Pferd jagen will.

    Ohhh doch. Viel Feind, viel Ehr, viel Frikassee... :roll:

    In meiner Nachbarschaft war mal ein kleiner niedlicher Flauschehund unterwegs, der hatte sich auf Autos als Beute verlegt. Seine Halterin wollte mir das nicht so recht glauben. Aber als er mal ausnahmsweise nicht an der Flexi hing, ging er seinem Jagdtrieb ungehemmt nach und wurde leider dabei überfahren.

    Dieses Hinterherwollen auch längere Zeit nach dem akuten Reiz heißt im Grunde: "Ich weiß genau wo mein Wild war und ich will dahin und es aufspüren und kriegen!!!"

    Das klingt für mich ganz doll nach Jagen.

    Das Gute daran ist, am Jagen kann man arbeiten. Stichwort: Antijagdtraining.

    Nicht unbedingt mit dem Endergebnis, daß der Hund am Ende andere Tiere mit interesselosem Wohlgefallen betrachtet, aber man kann die Kontrollierbarkeit durchaus verbessern. Es gibt Bücher und Kurse zu diesem Thema.

    Von selbst wird da aber gar nix besser, das muß man sich schon mit Fleiß und Geduld erarbeiten.

    Ich hab deine anderen Beiträge jetzt nicht im Kopf, aber oft sind Radler/Jogger ja auch ein Jagdthema. Und nicht ein Angstthema.