Um mal etwas Positives herauszustellen: du hast in den Augen deines Hundes massiv Vertrauenspunkte gewonnen! Er durfte erleben daß du ihn ohne Wenn und Aber beschützt.
Einen fremden Schäferhund um den Hals packen, naja, das kann nach hinten losgehen. Aber so im Adrenalinrausch handelt man ja nicht immer überlegt. Meine Taktik ist es eher, dem Fremdhund schon im Anrennen frontal blockierend gegenüberzutreten und ihn dabei zusammenzubrüllen, Brust raus und aufstampfen. Hat hier gut gewirkt.
Eine für alle Fälle perfekte Lösung habe ich aber auch nicht.
Zu deiner Frage bezüglich Kastration:
Testosteron ist nicht nur im engeren Sinne das männliche Geschlechtshormon, sondern auch das Hormon des sozialen Erfolgs und der Selbstsicherheit. Daher ist es sehr ungünstig, einen unsicheren Rüden zu kastrieren, da die Kastration seine Unsicherheit höchstwahrscheinlich noch verstärken wird.
Nicht nur rauflustige Jungrüden, die sich hormonbedingt aufführen wie Conan der Barbar geraten leicht in Raufereien. Auch unsichere Kandidaten wirken manchmal provokant auf andere Rüden, denn mit leichten "Opfern" kann man's ja machen - und sich dann fühlen wie Conan der Barbar.
Eine Kastration, die deinen Hund noch unsicherer macht, führt also nicht dazu, daß andere Hunde ihm gegenüber friedlicher werden. Eher im Gegenteil.
Dein Rüde ist aber mit noch nicht zwei Jahren noch mitten in seiner hormonellen Entwicklung. Diese sollte man ihm auch gönnen. Er kann durchaus noch selbstsicherer werden. Verbaut ihm diese Möglichkeit nicht durch eine Kastration.