Beiträge von dagmarjung

    Mein Hund hat sich wohl von einem Kind bedrängt gefühlt und nach Aussage des Freundes meiner Mutter das Kind nur angebellt. Das Kind hat natürlich angefangen zu schreien und die Eltern waren wohl sehr besorgt und haben das Kind genauer untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass das Kind eine kleine Schramme unter der Kleidung hat (ca. 1 cm lang, wirklich nur eine oberflächliche Schramme, keinen tiefe Bisswunde), die Kleidung war völlig unversehrt. Der Freund meiner Mutter meint, dass die Schramme nicht von meinem Hund seien kann,

    Die Schramme kann durchaus von deinem Hund stammen, auch ohne zerissene Kleidung. Wenn nicht die ganze Zeit ein Meter Abstand zwischen Kind und Hund war, würde ich mit Sicherheit davon ausgehen.

    Ich mußte einmal in einem engen Durchgang an einem bellenden kleinen Hund vorbeigehen, der meine Pudelhündin attackieren wollte. Ich führte meine Hündin an der abgewandten Seite, woraufhin der Hund bellend vorwärtsschoß und in mein Bein schnappte. Die Besitzer nahmen das auch nicht wirklich wahr, sondern stritten ab, daß der Hund geschnappt hatte. Es geschah ja auch blitzschnell. Aber ich habe den Biß gespürt, und zuhause sah ich dann den blutigen Ratscher, obwohl die Hose unversehrt geblieben war.

    Kinderhaut ist ja auch nochmal empfindlicher als die von Erwachsenen.

    Man kann und soll vieles mit dem jungen Hund trainieren, aber man kann Dinge auch übertrainieren. Das gilt besonders, wenn der Welpe/Junghund noch nicht reif genug für bestimmte Anforderungen ist. Dann macht man sich selbst und dem Hund das Lernen unnötig schwer und schafft sich selbst Probleme, die man mit ein wenig mehr Gelassenheit und Geduld gar nicht hätte.

    Man steigert sich auch selbst in die Wichtigkeit des "Problems" unnötig hinein. Ich habe so ein bißchen den Eindruck, das könnte bei euch der Fall sein.

    Hier immer die richtige Balance zu finden, ist nicht einfach.

    Euer Hund kann schon gut alleine bleiben, ist aber noch in dem Alter, wo er stete Anlehnung zum "Rudel" sucht. Diese ständige Anhänglichkeit wird mit der Zeit von selbst nachlassen. Natürlich wollen Hunde jeden Alters immer gerne da sein, wo der augenblickliche Lebensmittelpunkt ihrer Gruppe ist. Aber die etwas älteren Junghunde und die Erwachsenen sind doch nicht mehr so kindlich abhängig wie die Welpen.

    Ich würde an eurer Stelle also kleinschrittiger im Tempo des Welpen üben, nicht zu oft am Tage und zunächst immer dieselben Situationen, zB Klo und Bad. Dann soll er halt vorerst mit zum Wäscheaufhängen kommen. Nehmt ein Zergelspielzeug mit zur Ablenkung und notfalls kann man ihn auch mal für ein paar Minuten in Sichtweise anleinen, da spricht doch nichts dagegen.

    Hunde halten sich normalerweise immer bei ihren Menschen auf. Es sind nunmal Rudeltiere. Gesellschaft ist gerade für Welpen und Junghunde auch ein Garant für Sicherheit. Das beruhigt und schafft Vertrauen.

    Was spricht dagegen, eurem Hund das zu ermöglichen?

    Wenn er schon so gut alleine bleiben kann, wenn ihr das Haus verlaßt, dann ist das eine SUPER Leistung! Ihr könnt stolz auf euren Hund sein! :smile:

    Natürlich möchte man alleine aufs Klo und ins Bad gehen dürfen, das übt man ja auch täglich. Auf die Dauer merkt der Hund dann schon, daß er nichts verpaßt. Oder daß er nicht in die Küche darf, wenn man kocht. Aber es erschließt sich mir nicht, warum euer Hund sich ansonsten nicht dort aufhalten darf, wo ihr seid. :???:

    Öfter üben, mit hochwertigen Leckerli - das macht ihr ja eh schon.

    Was bei Cara und gläsernen/lichten Treppen geholfen hat: rückwärts aufbauen, also zunächst nur einen Schritt zum festen Boden, dann zwei usw. Das Erreichen des Ziels (Fester Boden) ist ja in dem Fall die hochwertigste Belohnung. Das Ziel muß also zunächst super einfach zu erreichen sein.

    Also Hund nur knapp vor dem Ziel auf den Steg heben und nicht etwa so üben, daß man dem Hund quasi von Anfang an die ganzen schrecklichen 5 Meter vorsetzt und versucht, ihn Schritt für Schritt drüberzulocken.

    Mit eurem Übungssteg ist das hoffentlich machbar.

    Sie ist eine sehr dominante Hündin, denke ich.

    Nein, sie ist eine Hündin, die Probleme im Umgang mit Artgenossen hat. Echte Dominanz bedeutet: der Hund ist so sozialkompetent, daß andere Hunde sich gerne seiner Führung anschließen. Das ist ganz und gar nicht das, was deine Hündin zeigt.

    Ich kenne Arwen so gar nicht.

    Doch, du kennst deine Hündin so, wenn du ihr Verhalten so beschreibst:

    Sobald sie einem anderen Hund begegnet, hält sie diesen zähnefletschend auf Abstand, gezwickt oder gebissen hat sie noch nie. Wenn dann wurden die anderen Hund auf den Rücken geworfen und dann beschnuppert.

    Agression beginnt nicht erst mit Schnappen und Beißen. Fixieren, drohen, einschüchtern, auf den Boden drücken gehört auch dazu. Ob anschließendes gemeinsames Rennen dann wirklich echtes Spielen ist oder beschwichtigendes Fiddeln auf Seiten des anderen Hundes und Herumscheuchen auf Seiten von Arwen, da setze ich auch noch mal ein großes Fragezeichen.

    Ein erwachsener Hund, der mit Fremdhunden spielt ist ungewöhnlich, besonders bei den eher ernsthaften Gebrauchshunderassen. Erwachsene Hunde spielen - mit seltenen Ausnahmen - nur noch mit gut bekannten Freunden, die sie meist schon von Jugend an kennen.

    Deine Hündin sagt dir schon durch ihr Verhalten draußen, daß sie Fremdhunde nicht in ihrer Nähe haben will. Warum also sollte sie den Eindringling in ihr Revier tolerieren? Gerade Hündinnen sind nicht darauf programmiert, andere Welpen als ihre eigenen zu schätzen.

    Keine Ahnung, schon möglich, aber das ist ja letztlich auch egal. Denn du kannst ihr individuelles Wesen ja inzwischen auch jenseits von möglichen Rasseeigenschaften erkennen: sie hat ordentlich Jagdtrieb und Freiheitsdrang - daß sie den Schafzaun nicht respektiert hat, sagt ja auch etwas aus. Ein kleiner Hund steht im Alter von 8 Jahren ja auch noch mitten im Leben und ist abenteuerlustig und erkundungsfreudig.

    Eine gute Bindung an seine Leute verhindert nicht, daß ein Hund streunen geht. Bindung sorgt allenfalls dafür, daß er nach einem Ausflug auch gerne wieder zurückkommt. Du solltest also nicht erwarten, daß eure Hündin quasi aus Liebe zu ihren Menschen auf dem Grunstück bleibt. :smile:

    Hunde denken eher so:

    Ein Verbot gilt, solange du es überwachen und notfalls durchsetzen kannst. Also in deiner Anwesenheit. Wenn du aber abwesend bist oder dich nicht interessierst, dann ist das Verbotene in Hundeaugen "legal" freigegeben.

    Ein Verbot auch in Abwesenheit des Menschen durchzusetzen ist extrem schwer und so gut wie immer zum Scheitern verurteilt.

    Wenn man dabei ist, geht sie auch nur bis zur Grenze und nicht weiter, ohne das man was sagen muss.

    Das finde ich nicht überraschend.

    Meine Pudelhündin war gut erzogen und ist mir bei Spaziergängen immer im engen Umkreis gefolgt, ohne daß ich was sagen mußte.

    Dann habe ich aber eine Zeitlang ein Smartphonespiel gespielt ähnlich wie Pokemon Go, bei dem man sich draußen aufhält und an bestimmten Punkten verschiedene Aufgaben erledigt, sich also zeitweise ganz auf das Smartphone konzentriert. Ich dachte, das könnte ich gut mit dem Hundespaziergang verbinden.

    Als Cara aber merkte, daß ich unsere normale ständige Kommunikation durch Blickkontakt fallen ließ, fing sie sofort an, sich selbstständig zu machen und weiter weg zu streunen. Nach dem Motto, wenn du dich nicht für mich interessierst, dann nehme ich mir auch frei und mach mein eigenes Ding.

    Hunde merken es, wenn das Auge Gottes auf ihnen ruht - oder eben nicht. :smile:

    Ich habe das Smartphonespiel dann aufgegeben, denn anleinen mochte ich Cara nicht und das Spiel war mir auch nicht so wichtig.