Ich kenn das zu gut… bevor ich meine Tage bekomme sehe ich auch (noch mehr) Gespenster, wenn der Hund sich mal anders verhält.
Ja, das kenne ich aus den "Tagen vor den Tagen". Da erschienen mir alle meine Sorgen riesengroß. Wenn es dann losging, war ich beruhigt, weil ich dann realisierte, daß es meine homonbedingt verschobene Sicht auf die Dinge war und nicht die objektive Realität.
Als mir das klar wurde, konnte ich mit einem Blick auf den Kalender "ist es bald wieder so weit?" auch meine Ängste besser einordnen.
Drama ist hier mein Problem, denn es fühlt sich so an als wenn ich zwischen leben und Tod entscheiden müsste. Was ja Quatsch ist
Ganz, ganz wichtiger Punkt!
Deine Hündin wird eines Tages sterben. Aber nicht, weil du irgendwas falsch gemacht oder getan oder nicht getan hast, sondern weil sie, wie jedes lebende Wesen sterblich ist.
Das klingt vielleicht hart, was ich aber meine ist: Nicht du entscheidest, ob sie lebt oder stirbt. Das ist nämlich bereits entschieden. Zu jedem Leben gehört auch der Tod am Ende.
Bei nem Hund, der eh schlecht frisst und evtl wegen Alter nicht mehr so dynamisch ist, ist es vielleicht schwieriger zu bemerken.
Das war bei meiner Cara der Fall. Sie litt im hohen Alter unter mehreren Krankheiten und Leiden, bekam Schmerzmittel und andere Medikamente, war schlapp und appetitlos, als sie noch dazu eine Pyometra bekam, die ich leider nicht rechtzeitig bemerkt habe, zumal sie kurz zuvor zuvor negativ darauf untersucht worden war. In der NotOP zeigte sich dann, daß sie Krebs an mehreren inneren Organen hatte, davon war 4 Wochen zuvor bei einer gründlichen klinischen Untersuchung noch nichts zu sehen gewesen. Also offenbar sehr schnell wachsend. Daraufhin habe ich zusammen mit der Tierärtztin entschieden, sie nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen.
Ich schreibe das nicht, um dir Angst zu machen.
Es war einfach so, daß Caras Lebensuhr zu diesem Zeitpunkt in mehrfacher Hinbsicht abgelaufen war. Nichts, was ich oder die Tierärzte hätten tun können, hätte daran etwas verändert.