Woher kommt Storm? Aus einem großen Shelter oder von einer Pflegestelle in Deutschland? Ist er ein Direktimport? Was weißt du von seiner Vorgeschichte? Kennt er nur Zwinger? Hat er überhaupt schon einmal mit Menschen in einer Wohnung gelebt? In einer Stadt?
Dein Hund hat im Moment Angst vor so ziemlich allem. Er kennt das Leben bei dir noch überhaupt nicht. Jedesmal, wenn du ihn anschreist oder mit ihm schimpfst oder "diskutierst", macht ihm das noch mehr Angst. Das ist keine Basis für Vertrauen und Freundschaft. Sondern du verunsicherst ihm damit jedesmal und verhinderst, daß er dir vertraut.
Er macht sein Geschäft lieber in der Wohnung, weil er draußen zu viel Angst hat und sich nicht genügend entspannen kann, um sich zu lösen. Er macht das nicht, um dich zu ärgern.
"Nein" ist ein Kommando, was man dem Hund erst beibringen muß. Er kann das nicht von selbst. Im Moment heißt "Nein" für Storm nur, daß du mal wieder sauer bist und ihm Angst machst. Er weiß nicht, was er tun oder lassen könnte, um das zu verhindern.
Laß deinen Hund in Ruhe fressen!
Er soll lernen, daß alles Gute von dir kommt, nicht, daß du sein Futter wegnehmen willst.
Wenn man einen Tierschutzhund aus dem Ausland aufnimmt, darf man keinerlei Erwartungen haben, daß er so funktioniert, wie man das von einem Haus- und Begleithund normalerweise erwartet. Also stubenrein, an die städtische Umwelt gewöhnt, kann alleine bleiben usw. Denn alles das kann sein, muß aber nicht, und es ist nicht gesagt, wieviel davon der Hund lernen kann.
Wenn man sich also für einen solchen Hund entscheidet, setzt das viel Geduld voraus und die Lebensumstände müssen so passen, daß der Hund ganz in seinem eigenen Tempo ankommen kann. Also keine Anforderungen stellen!
Ein Hund, der so mit der Zeit lernt, Vertrauen zu fassen, kann sich sehr zum Positiven entwickeln. Wenn der Mensch ihm ein Partner und Beschützer ist, auf den er sich verlassen kann. Und wenn der Mensch ihn nicht überfordert.