Beiträge von dagmarjung

    Meine Hündin mäkelte auch, wenn sich der Trofubeutel dem Ende näherte und ließ das Futter dann gerne mal stehen. Zwei mögliche Ursachen habe ich ausgemacht: Immer dasselbe wird langweilig, auch Hunde schätzen Abwechslung. Oder das Futter riecht und schmeckt nicht mehr so frisch wie aus der gerade angebrochenen Packung.

    Meine Lösung für beides war, kleine Gebinde zu kaufen statt größere Säcke, so daß ein Beutel Futter dann auch zügig verbraucht wurde. Außerdem immer verschiedene Sorten durchzuwechseln, wegen der Abwechslung. Wenn nach Futter A, B und C dann wieder Futter A drankam, wurde das auch wieder gerne gefressen.

    (Bei Nassfutter war Cara gar nicht wählerisch, das wurde immer gerne gefressen, aber nicht immer gut vertragen. Daher habe ich stets auch Trofu gefüttert.)

    Ja, ganz wichtig: Die Leckerli zwischendurch und beim Training muß man natürlich in die Tagesration einberechnen. Da kommt bei einem einjährigen Hund, den man noch oft bei Erziehung und Training belohnt, leicht einiges zusammen.

    Heute leben Hunde mit uns in unserer Wohlstandsgesellschaft. Sie werden gut und reichlich gefüttert und medizinisch versorgt. Gegen Krankheiten gibt es Impfungen, gegen Würmer Tabletten. Sie leben nicht mehr draußen in Kälte oder Hitze, sondern mit uns in gleichmäßig temperierten Wohnungen. Kranke und schwache Welpen werden medizinisch versorgt und aufgepäppelt, früher wären sie gestorben.

    Selektionsdruck durch harte Lebensbedingungen fällt weg.

    Zur früheren Zeiten, in der Entstehungsgeschichte der allermeisten Rassen, sorgten die ungleich härteren Lebensbedingungen für einen Ausgleich für die auch damals schon angewandte Inzucht. Es kamen eben nur solche Hunde durch, die robust genug waren und auch noch die jeweils gewünschte Leistung brachten.

    Was ist denn bitte eigenschaftslos?

    Heute definiert sich der ideale und von vielen gewünschte Familien- und Begleithund vor allem durch das, was er nicht tut: nicht bellen, nicht jagen, nicht wachen, keinerlei Agressivität gegen Artgenossen und schon gar nicht gegen Menschen zeigen, nicht anspruchsvoll in Bezug auf Bewegung, nicht zu lebhaft, nicht fordernd in Bezug auf geistige Beschäftigung usw.

    Man lese sich nur die Zuchtzielbeschreibung des Elos durch, der genau für diese Bedürfnisse gedacht ist.

    Das steht natürlich im Gegensatz zu den früheren Zuchtzielen der allermeisten Rassen, die eben jagen, wachen, hüten oder sonstwie arbeiten sollten.

    Kennst du das Buch "Rassehund wohin?" von Dr. Hellmuth Wachtel? Der Genetiker beschreibt ausfühlich den Ist-Zustand und seine vielfältigen Ursachen. Sehr zu empfehlen, wenn man sich für das Thema interessiert!

    Grundsätzlich definiert es eine Hunderasse, daß die Individuen miteinander verwandt sind. Die Ähnlichkeit in Typ, Größe, Wesen kommen ja nicht zufällig zustande.

    Aber das Spektrum reicht von "sehr weitläufig" bis zu "viel zu eng". Noch einige andere Faktoren kommen dazu, vor allem die Schauzucht fast aller Rassen mit dem Ausstellungssieg als maßgeblichem Auslesekriterium und das Bestreben, die Rasse optisch immer einheitlicher zu züchten.

    Einer meiner Lieblinge das Internets. :smiling_face:

    Für solche Glanzstücke wurde es erfunden!

    In dieser Version aber leider ohne Ton. (Zumindest kann ich ihn nicht einschalten.)

    Mit passendem Reitermarsch und Ponyhüfchengeklapper ist das Meisterwerk noch mal so schön:

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    OT, weil die Frage nach Shelties aufkam:

    Spoiler anzeigen

    Die Vorfahren der Shelties setzten sich aus zwei Typen zusammen: zum einen die kleinwüchsigen lokalen Hüte- und Bauernhunde von den Shetlandinseln - und zum zweiten die damals gerade stark als Begleithunde in Mode gekommenen langhaarigen Schönheits-Collies, die ja ihrerseits auch schon keine echten Arbeits-Hütehunde mehr waren, auch dank Einkreuzungen und weil das Zuchtziel nun Schönheit war

    .

    Man wollte hübsche Zwerg-Collies für den wachsenden Beglkeithundemarkt erzeugen. So klein wie die ursprünglichen Hütehunde, mit dem Aussehen von Langhaar Collies.

    Shelties sind also seit Anfang der bewußten Rassezüchtung nicht als Arbeitshunde gezüchtet worden, sondern "Hütehunde light".

    Bei meiner Hündin war die Ursache von Bauchschmerzen Gries in der Gallenblase.

    Ich würde den Hund in der Tierklinik auf den Kopf stellen lassen, Ultraschall, Röntgen, Blutuntersuchung usw. Ein Hund kann ja auch zwei verschiedene Sachen gleichzeitig haben, es muß nicht unbedingt von der Durchfallerkrankung her kommen, auch wenn das naheliegt.

    Ich wohne in der Stadt und Cara mußte daher als Welpe auch schon recht viel an der Leine bleiben.

    Das beste Konzept in meinen Augen ist, Geschirr und Halsband in ihrer Bedeutung strikt zu trennen.

    Am Geschirr darf gezogen werden. Damit das nicht ständig passiert, empfiehlt sich eine längere Leine von etwa 4 bis 5 Metern, denn die übliche Führleine von 2 Metern ist viel zu kurz für einen sich spontan bewegenden Welpen. (Ich habe meine"Schlamperleine" aus leichtem Seil und Karabiner selbst gebaut.)

    Damit geht man sehr viel entspannter mit einem Welpen und Junghund spazieren. Man muß nichts korrigieren, nur verhindern, daß der Hund in die Leine rennt. Richtungsänderungen usw kann man mit Locken und Heranrufen initiieren, genau wie beim frei laufenden Hund.

    Zum Leinenführigkeitstraining wird dann ans Halsband umgehakt und die Leine verkürzt. Mit 100% Konzentration aauf beiden Seiten und viel Belohnung wird dann in ganz kurzen Abschnitten trainiert. Nicht 5 Minuten, sondern anfangs nur wenige Schritte und später vielleicht mal 30 Sekunden. Von da aus ganz langsam steigern, denn ein junger Hund kann sich noch nicht lange konzentrieren.

    Macht man beides konsequent, kann man jederzeit mit dem Welpen Strecken von A nach B zurücklegen, nämlich am Geschirr, und parallel dazu eine saubere Leinenführigkeit am Halsband aufbauen.

    Alle diese Lernziele, du du derzeit verfolgst und mit Strafe (Schimpfen und Anschreien ist Strafe) erreichen willst, kannst du knicken.

    Das vorerst einzig wichtige Lernziel für einen Hund, der aus seinem Leben herausgerissen und in deines geworfen wurde, ist VERTRAUEN.

    Und das wirst du niemals durch Strafen erreichen.

    Ein Hund, der seinem Menschen vertraut, der kann sich mit der Zeit auch entspannen und dann werden die übrigen Themen alle leichter. Aber Vertrauen muß man sich verdienen, das kann man nicht herbeischimpfen.