Es scheint so zu sein, als ob Kenai deinen Mann einerseits als begehrenswerten Action- und Bespaßungspartner sieht und ihn andererseits aber auch als beunruhigend erlebt, weil dein Mann ihn ständig anfaßt, herumkommandiert, beobachtet, was Hunde sehr fein wahrnehmen. Dazu kommt, daß dein Mann sich auch selbst unruhig bewegt. Es kann also ständig was Aufregendes passieren, wenn dein Mann anwesend ist. Gerade Hunde mit einem lebhaften Temperament wie Pudel springen gerne darauf an. "Hunde regen sich gerne auf" schrieb mal ein Verhaltensforscher. Aber es tut ihnen nicht unbedingt gut. Ständige Aufregung kann auch süchtig machen und das kann der Grund sein, warum Kenai deinem Mann so sehr hinterherfiept.
Allzu intensive "Begrüßungen", wie du sie zwischen deinem Mann und Kenai schilderst, deuten auf Stress hin und auf ein ambivalentes Verhältnis zwischen Mensch und Hund.
Nach deiner Schilderung gehe ich davon aus, daß dein Mann der Schlüssel ist. Deine Trainerin sieht das ja auch so. Daher glaube ich nicht, daß du soviel daran trainieren kannst, es liegt an deinem Mann, sein Verhalten zu reflektieren und zu ändern. Wobei vermutlich das Verhalten in der Wohnung wesentlich ist und nicht so sehr die gemeinsamen Ausgänge draußen.