Daß ein neu eingezogener Hund dir ständig nachläuft, ist ganz normal. Deine Hündin hat ihre ganze bisherige Welt verloren und du bist vorerst ihre einzige Sicherheit, die man im Auge behalten muß. Das sollte sich mit der Zeit legen, wenn du selbst gelassen bleibst. Ganz wichtig dabei ist, daß du dich nicht ständig auf sie fokussierst. Das merkt der Hund und es hindert ihn daran, sich zu entspannen.
Beschäftige dich jeden Tag auch mit anderen Dingen und laß den Hund so lange links liegen. Wenn die Kleine nach einem längeren Ausgang gefressen hat, satt ist und sich danach nochmal lösen konnte, ist ein guter Zeitpunkt, "Hundepause" zu machen und sich zu 100% mit etwas anderem zu beschäftigen.
Mit 18 Wochen ist sie kein Welpe mehr, sondern ein Junghund, dessen Ruhebedürfnis nicht mehr so hoch ist wie der eines (jungen) Welpen. 16, 17 Stunden Ruhe sollte sie zwar schon haben, aber das bedeutet nicht, daß sie dabei die ganze Zeit tief schlafen muß. Sie kann auch leicht dösen oder einfach so herumliegen und sich ruhig beschäftigen.
In dem jungen Alter muß man einen Hund nicht im eigentlichen Sinne auslasten, aber nach einer Woche sollte deine Kleine so weit eingewöhnt sein, daß ihr auch mal längere Ausflüge machen könnt. Das heißt nicht Strecke machen und stramm laufen, sondern mit dem Hund an einen interessanten Ort gehen und ihn dort mal die Welt erforschen lassen. Natur, Wiese, Wald, Wasser. Im eigenen Tempo des jungen Hundes fortbewegen oder verweilen. Schnüffeln lassen, spielen, klettern, Wasserplanschen, tolle Sachen entdecken. Kontakt zu passenden Hunden ermöglichen.
Nach einem solchen Ausflug, der fordert aber nicht überfordert, sollte der Hund dann auch gerne und freiwillig ruhen.
Junge Hunde wollen wie Kinder ihre Umwelt erforschen. Dabei muß man auch nicht auf die Uhr schauen.
Ich habe in dem Alter mit Cara (Kleinpudel) stundenlang draußen verweilt.
Alle paar Tage dann auch mal - dies aber nicht stundenlang - an Orte wie Fußgängerzonen, in Geschäfte, Restaurant oder in die Nähe eines Kinderspielplatzes gehen, Bus oder Straßenbahn fahren, je nachdem, was für euren Alltag wichtig ist. Das soll der Hund allmählich alles kennenlernen und gleichzeitig lernen, daß man sich dort ruhig verhält und nichts Aufregendes passiert.
Bällchenspielen im Garten fährt den Hund unnötig hoch, das würde ich wenn überhaupt, nur selten und kurz machen. Jedenfalls auf keinen Fall als ständige und Dauerbeschäftigung. Wer hochgefahren ist, kommt natürlich im Anschluß erstmal schwer zur Ruhe.
Zusammengefaßt, einem jungen Hund von 18 Wochen kannst du mehr Zeit draußen zumuten, von irgendwas muß er ja auch müde werden. Es kommt dabei aber sehr darauf an, wie diese gemeinsame Zeit verbracht wird. Der Fokus sollte auf Umwelterforschung und gewöhnung liegen, das entspricht dem natürlichen Bedürfnis in diesem Alter.
Unnötige Kriegsschauplätze um Box und Korb würde ich nicht eröffnen. Ein Welpenauslauf oder Türgitter können hilfreich sein, aber ich würde erstmal am Tagesablauf ansetzten.