Beiträge von dagmarjung

    Das war zu Anfang auch mit viel begeistertem Gequietsche und Angrabbeln seitens des Publikums verbunden. Was natürlich verständlich ist, und ich dachte mir auch, für die Sozialisation ist es ja ganz nützlich, solange es im Rahmen bleibt und ich drauf achte, dass es ihm nicht unangenehm oder zu viel wird. Mittlerweile lasse ich aber wenige Kontakte zu. Zum Einen verlängert es die Touren, zum Anderen sind manche Menschen echt aufdringlich. Ehe ich die dann jedes Mal wieder abschütteln muss, lass ich ihn dann lieber gar nicht erst hin. Muss er ja eh lernen.

    Aber darüber hinaus habe ich diese kurzen Strecken nie als Problem gesehen,zumal er schon Spaß zu haben scheint.

    Da sehe ich schon einen Stressfaktor. Gut, daß du die Kontakte eingeschränkt hast! Das ist oft nur scheinbare Begeisterung von seiten des Hundes, in Wirklichkeit aber Stress verbunden mit Einschleimen bei den unberechenbaren Stärkeren, also eine typische Welpentaktik in Konflikten.

    Niemand, wirklich niemand muß deinen Welpen anfassen. Auch schon das Drüberbeugen und Ansprechen wirkt auf kleine Hunde bedrohlich. Zeige deinem Hund deutlich, daß du ihn beschützt und Fremde nicht an ihn heranläßt. ZB indem du ihn schon vorsorglich auf die abgewandte Seite nimmst und ihn dadurch abschirmst.

    Für die Sozialisierung sind wenige, aber positive Kontakte zu deinen Freunden, Bekannten und Familie völlig ausreichend. Fremde Leute, die "Wie süß!" flöten und angrabbeln wollen bringen dafür gar nichts.

    Etwas früher als bei größeren Rassen, ja. Aber nicht, wenn er gerade erst in den Zahnwechsel gekommen ist.

    Daß manche Hunde recht früh anfangen zu markieren hat damit nichts zutun.

    Wenn Übungen wie "Sitz" & Co mit 16 Wochen noch nicht immer klappen, würde ich die Ursache ganz woanders suchen. Vom "Beherrschen" solcher Übungen kann in dem Alter noch nicht die Rede sein, auch wenn manches schon öfters klappt. Aber die Routine fehlt noch, junge Hunde sind schnell abgelenkt, und dasselbe Hörzeichen muß an vielen Orten und in vielen verschiedenen Situationen geübt werden, bis es zuverlässig sitzt.

    Auch steigern stolze Hundehalter nach den ersten Lernerfolgen die Anforderungen leicht mal zu schnell und überfordern damit den Hund.

    Faustregel, wenn's nicht so recht klappt und man weiß nicht wieso: Pause machen, drüber schlafen, und beim nächsten Versuch 2, 3 Schritte zurückgehen in den Anforderungen, Hilfen geben. Die Aufgabe so leicht machen, daß es klappen muß. Von da aus dann wieder langsam steigern.

    beißt in alles, was sie zwischen ihren Fang bekommt. Lässt sich nur sehr ungern streicheln

    Das beschreibt 1 zu 1 meine Kleinpudelhündin im selben Alter. Jeder Streichelversuch wurde alsbald in ein Beißrangelspiel umgewandelt.

    So sind Welpen halt! :D

    Verspielt immer - und Rauf-, Beiß- und Jagdspiele stehen ganz oben auf der Hitliste.

    Verschmust - ungefähr so wie wir als kleine Kinder, wenn Tante Erna uns ein dickes Bussi aufdrücken wollte - ihbäh! :ugly:

    Keine Sorge: das ändert sich mit der Zeit. Irgendwann, wenn sie aus dem Piranha-Alter rausgewachsen sind, lernen sie auch Zärtlichkeiten mehr zu schätzen.

    Zu deiner Wunschbeschreibung passen Langhaarcollies meiner Meinung nach ganz ausgezeichnet. Ich kenne sie als freundlich zurückhaltende Hunde gegenüber Fremden und verträglich gegenüber Artgenossen.

    Wegen des Gewichts würde ich mir keine Sorgen machen, denn unter dem üppigen Fell stecken lange Stelzen und ein eher leichter Körper, also deutlich weniger Gewicht als ein Labrador trotz etwas mehr Höhe.

    Abgesehen davon ist es natürlich Erziehungssache, ob ein Hund leinenführig wird oder nicht. Wenn du aber einen Labrador händeln kannst, wirst du auch bei einem noch ungebärdigen Jungcollie keine Probleme haben.

    Hat dein Hund Papiere?

    Da muß dann der Zuchtverein drinstehen.

    Alle Vereine, die im VDH organisiert sind, findest du auf deren Webseite. Da kann man auch Rassen eingeben und findet darüber die entsprechenden Zuchtvereine.

    Neben den im VDH organisierten Vereinen gibt es jedoch noch jede Menge sogenannte Dissidenzvereine. Unter diesen sind viele, denen es egal ist, was ihre Miglieder machen, sie existieren in erster Linie nur dafür, damit die dort produzierten Hunde als "Rassehunde mit Papieren" teurer verkauft werden können als Hunde ohne Papiere. Kontrollen gibt es dort nicht.

    Falls die "Züchterin" wider Erwarten doch Mitglied in einem dem VDH angeschlossenen Zuchtverein sein sollte, dann allerdings solltest du den Verein über deine Beobachtungen informieren. Die Haltung der Hunde, so wie du sie schilderst, verstößt gegen jede Vereinssatzung, der die ZüchterInnen sich verpflichtet haben. Ein seriöser Zuchtverein ist sewhr daran interessiert, schwarze Schafe aus seinen Reihen zu verbannen.

    Das alles bezieht sich aber nur auf das, was der Zuchtverein tun kann. Er kann ein Mitglied rauswerfen, das gegen die Vereinssatzung verstößt. Er kann aber weiter nichts unternehmen im Sinne der Hunde.

    Wenn du eine Verbesserung für die Hunde erreichen willst, dann solltest du dich ans Veterinäramt wenden uind deine Beobachtungen dort schildern.

    Es ist aber vermutlich schon fünf Jahre her, daß du Kontakt mit der "Züchterin hattest, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ob die Verhältnisse nachweislich so schlecht sind, daß das Vetamt sich zum Eingreifen veranlaßt sieht, kann man nicht sicher sagen. Das Vetamt als Behörde hat aber Befugnisse, der Sache nachzugehen, die Haltung zu kontrollieren und gegebenenfalls Auflagen zu erteilen.

    Es wäre nicht das erste Mal, daß solche Animal Hoarding Fälle auffliegen und die Hunde dann auch weggenommen werden.

    Beweisen mußt du weder gegenüber dem Zuchtverein noch gegenüber dem Vetamt irgendetwas. Wenn du deine Beobachtungen glaubhaft schilderst, werden sie kontrollieren kommen und dann selbst sehen, was Sache ist.

    Das ist keine Zucht, das ist Animal Hoarding.

    Verein sagt noch gar nichts, es gibt dutzende Vereine, da können sich die Züchter die Papiere selbst ausdrucken und es findet keinerlei Kontrolle statt.

    Sollte sie aber tatsächlich Mitglied in einem Zuchtverein sein, der dem VDH angehört, dann müßte der zuständige Zuchtwart die Würfe abnehmen, d.h. sie oder er müßte jeden Wurf besuchen und würde dann die unterirdischen Haltungsbedingungen der Hunde sehen und die "Züchterin" würde dann, wenn es auch nur halbwegs ordnungsgemäß abläuft, hochkant aus dem Verein fliegen.

    Ich vermute, sie ist beim Vorbesitzer kaum oder gar nicht rausgekommen und war an eine Katzentoilette oder ähnliches in der Wohnung gewöhnt. So daß sie quasi keine Umwelterfahrung draußen sammeln konnte. Das ist leider nicht ganz ungewöhnlich bei Kleinsthunden. :( :

    Das jetzt nachzuholen wird dir Geduld abverlangen, aber es ist durchaus möglich. Ein gutes Zeichen sehe ich darin, daß sie sich immerhin auch auf dem Rasen löst und nicht nur in der Wohnung.

    Mich würde auch ihre Vorgeschichte und ihr Alter interessieren und wie lange sie schon bei dir ist.

    Denn sie fiddelt tatsächlich und wirkt erleichtert, wenn sie meinen Blick trifft und wir weitergehen.

    Sie unterwirft sich erst und spielt danach wahrscheinlich nur zum beschwichtigen.

    Viele Hunde wählen in der Jugend diese Strategie, um mit der für sie unangenehmen Situation einer Hundebegegnung umzugehen. Mit dem Erwachsenwerden im Alter zwischen einem und drei Jahren wächst dann das Selbstbewustsein und man entdeckt, daß man andere Hunde auch agressiv angehen kann, um sie zu vertreiben und das eigene Ego zu polieren.

    Oft sind dann kleinere und schwächere Hunde die ersten Opfer der neuen Strategie, denn an gleichstarke Gegner traut man sich noch nicht ran.

    Es kommt auch vor, daß in dieser Übergangsphase ein Spiel leicht in den Ernst kippt, weil der pubertäre Hund zwischen zwei Emotionen steckt.

    Viele Besitzer nehmen diese Entwicklung nicht rechtzeitig wahr und sehen immer noch den lieben Welpen in ihrem Hund, der aber schon längst zum mobbenden Halbstarken mutiert ist.

    Ich bin froh, daß du nach nur wenigen Erfahrungen dieser Art wachsam geworden bist und aktiv gegensteuerst. :bindafür: