Beiträge von dagmarjung

    Die Tierarztkosten sind in meinen Augen tatsächlich das größte finanzielle Risiko in der Hundehaltung und zugleich der Posten, wo man nicht sparen kann. Mit Cara habe ich Glück gehabt. Wenn ich aber hier im Forum und auch im Bekanntenkreis mitbekomme, welche Summen besonders bei chronisch oder mehrfach kranken Hunden zusammenkommen, dann zweifle ich, ob ich mich noch einmal traue, einen weiteren Hund anzuschaffen. Denn vor der Entscheidung, möglicherweise eine wirksame Behandlung ablehnen zu müssen, weil ich das Geld nicht habe, graut mir.

    Genau. Spazierengehen mit einem Hundekind ist eher spazierenstehen. Zeitweise kann es auch mal spazierensitzen sein, wenn der kleine Forscher sich an einer interessanten Stelle länger aufhalten mag.

    Schon deshalb finde ich die sogenannten "Bindungsspaziergänge" aus deinem ersten Buch gruselig: weil hier das Grundbedürfnis des jungen Hundes komplett ignoriert wird, sich aktiv erkundend mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen. Stattdessen wird ein militärisch strammes Training vorgeschlagen, wobei der Hund einem vor allem deshalb folgt, weil er ständig Angst haben muß, den Anschluß zu verlieren. Er darf seine Umwelt dabei kaum bewußt wahrnehmen und soll sich nur auf seinen Menschen fokussieren.

    Weil diese "Spaziergänge" sehr viel ununterbrochene Konzentration erfordert sind sie auch nur sehr kurz. (Wenigstens das!)

    Ja, man kann so zweifellos erreichen, daß der Hund einem angespannt nachläuft, aber Bindung ist etwas ganz anderes. Bindung beruht auf Vertrauen und braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Bindung entsteht dann, wenn du deiner jungen Hündin Zeit und Raum gibst, um in deinem Schutz zu spielen, zu schnüffeln, zu erkunden und mit dir zusammen kleine Abenteuer zu bestehen. So kann sie erfahren, daß du ihre Bedürfnisse wahrnimmst, daß du schöne Dinge mit ihr unternimmst und sie beschützt.

    Natürlich kannst du zwischendurch auch mal mit ihr eine kleine Strecke flott laufen und dabei auch die Richtung ändern, nichts spricht dagegen. Das ergibt sich ja auf einem normalen Spaziergang ganz von selbst, das muß man aber nicht zwanghaft am Stück trainieren.

    Auf den meisten Fotos eurer Hunde auf Baumstämmen usw. sehen für mir mich als Laie die Hunde so stolz darauf aus, dass sie auf diesem Platz stehen.

    Ich glaube, der Eindruck entsteht durch die leichte Untersicht aus den Hund, außerdem ja meist Sitzposition mit dem Kopf als höchstem Punkt. Hochgereckter Hals mit erhobenem Kopf und dann noch leicht von unten, das wirkt unweigerlich stolz und erhaben, so posieren auch Fürsten und Herrscher gerne. Obwohl unsere Hunde nur auf Leckerchen warten und keineswegs Herrschaftsansprüche anmelden.

    Auch Hunde denken dreidimensional, wenngleich nicht so ausgeprägt wie Katzen. Individuell ist das auch sehr unterschiedlich. Cara mochte gerne erhöhte Aussichtspunkte. Da hat man gerade als kleiner Hund doch einen größeren Überblick.

    Sie hatte auch ein selbst erfundenes Spiel, das ging so, daß sie mit dem Ball im Maul auf etwas Erhöhtes draufgeklettert ist, gerne zum Beispiel auf einen Haufen Äste von einer Baumfällung, Dann ließ sie den Ball runterkullern, schaute ihm nach und verbellte ihn, um ihn anschließend wieder aufzusammeln. Das war manchmal eine echte Herausforderung, so wie hier:

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    Anschließend ging das Spiel in die nächste Runde.

    Man sieht auf dem Bild schön, wie vorsichtig und bewußt Cara sich hier bewegt. Sie war da schon im höheren Alter und hatte bis zuletzt Freude an diesem Spiel.


    Letztendlich kann man Training und natürliche Neigung der Hunde nicht so klar trennen. Wir versuchen ja, unseren Hunden von Welpenbeinen an in unserer aufgeräumten und für Hunde oft eng reglementierten Welt wenigstens ansatzweise Bewegung zu ermöglichen, wie sie Wildcaniden täglich zu bewältigen haben. Also nicht nur Laufen, sondern auch Klettern, Schwimmen, Springen, drunter durch krabbeln usw.

    Zur Entdeckerfreude kommt dann mit der Zeit auch die Übung und damit Routine.

    Den eigenen Körper zu beherrschen, seine Fähigkeiten zu erweitern ist gesund und erhöht das Selbstbewußtsein, das schöne Gefühl der eigenen Leistungsfähigkeit. Das gilt für Tiere genauso wie für Menschen.

    Klassische Poserfotos mit Blick zu mir auf Baumtämmen oder sonstigen erhöhten Plätzen habe ich natürlich auch, da wurde sie dann mit Aufforderung "Hopp" draufgelotst und anschließend ins Sitz beordert. Dann angesprochen, damit sie guckt und anschließend mit Lecker bestätigt.

    Ist doch schön, wenn man sich bei kleinen Hunden nicht immer so tief runterbücken muß, um sie auf Augenhöhe vor die Kamera zu kriegen! :smile:

    Wesentlich in diesem jungen Alter ist, daß der Hund das Lernen lernt. Und zwar zwar einfach in dem Sinne, daß die Zusammenarbeit mit dem Menschen mega toll ist. Es macht Spaß, herauszufinden, was mein Mensch von mir will, und dafür gibt es tolle Belohnung!

    Daher finde ich es gar nicht verfehlt, wenn man schon mal ab und zu "Sitz" übt. (Rückruf sowieso.)

    Aber bestimmt noch nicht das ganze SitzPlatzFußPfötchen-Programm.

    Und beim Sitz bitte auch noch nicht verlangen, daß der Hund länger sitzenbleibt, sondern sehr bald wieder auflösen. Die geistigen Murmeln im Kopf eines so jungen Hundes sind nämlich schnell verbraucht, und die Frusttoleranz ist sehr gering. Man soll immer Schluß machen, wenn's noch Spaß macht!

    Willst du deinen Hund ein, zwei Minuten parken, während du zB ein Spielzeug versteckst, dann binde ihn einfach an und gib kein Kommando außer vielleicht "Warte", was er ja automatisch tut, weil er nicht wegkann.

    Wenn der Hund auf diese Weise mit Freude und ohne Überforderung das Prinzip des Kommandolernens (so nenne ich das jetzt mal) kennengelernt hat, dann hat er das nötige Rüstzeug für sämtliche Tricks und Signale, die du ihm in allen folgenden Jahren noch beibringen kannst.

    Er ist ja sowieso den ganzen Tag noch sehr mit dem Lernen des Alltags bei dir, deiner Hausregeln, und mit der Erforschung seiner neuen Welt beschäftigt. Auch das ist wichtiges Lernen. Und zwar wichtiger als das klassische Kommandotraining. Das eine ist Erziehung, das andere Schulunterricht.

    Martin Rütter ist als Comedian sehr unterhaltsam, aber mit meinem Hund würde ich nicht zu ihm oder zu seinen Franchisenehmern gehen. Das gibt es sehr viel Besseres.

    Sabine Winkler ist zB eine Autorin, deren Bücher und Veröffentlichungen mich bisher immer überzeugt haben.


    Ist es möglich, dass wir die Kleine so erziehen, dass sie zwei Bezugspersonen hat, damit sie auch meiner Partnerin jederzeit zuhört,

    Sobald deine Partnerin mehr Zeit mit eurer Hündin verbringen kann und die beiden gemeinsame schöne Erlebnisse im Sporttraining haben, wird sicher eine stärkere Bindung zwischen ihnen wachsen. Modernes, hundegerechtes Sporttraining ist mit vielen Erfolgserlebnissen und Bestätigungen verknüpft, das schweißt zusammen.

    Gratistüten aus öffentlichen Spendern ziehen.

    Ja, auch. Je nachdem kann es aber sein, daß das tatsächlich privat finanzierte Beutel sind. Meine Freundin macht das zum Beispiel und versorgt die Behälter in ihrer Nachbarschaft, um die Anzahl der liegengelassenen Haufen wenigstens etwas zu reduzieren. (Übrigens ein Viertel der "Besserverdienden", keineswegs das, was man einen sozialen Brenbnpunkt nennt.) Sie hat das auch an den Behältern entprechend drangeschrieben und um Spenden gebeten.

    In 4 Jahren hat sie ganze 15 Euro eingenommen. Den sehr erheblichen Rest finanziert sie aus eigenen Mitteln. Die Stadt hat lediglich die Behälter aufgestellt. :frowning_face:

    Auch unabhängig davon, wenn die Beutel tatsächlich aus der öffentlichen Hand finanziert werden, sehe ich es nicht gerne, wenn Leute ihren ganzen Bedarf da rausrupfen, und für die nächsten ist dann nichts mehr da. Denn die Behälter werden ja nicht täglich neu gefüllt.

    In meinen Augen ist das ein Angebot für den Fall, daß man mal keine oder zuwenige eigenen Beutel dabei hat. Aber grundsätzlich bin ich meiner Meinung nach für den Kotbeutelbedarf meines Hundes selbst verantwortlich.