Beiträge von dagmarjung

    Laufen ohne Leine heißt nicht Laufen ohne Kommunikation - und zwar von beiden Seiten. Weder gehe ich stur gradeaus ohne auf meinen Hund zu achten, noch tut mein Hund dasselbe. Ich stelle mir die Verbindung immer wie ein geistiges Gummiband vor, was man kaum bemerkt, wenn man näher beieinander ist, was sich aber spannt, wenn der Abstand zu groß wird.

    Ich habe immer wenigstens ein Auge am Hund, und mein Hund behält umgekehrt auch mich im Auge. Denn wir sind gemeinsam unterwegs und nicht nur zufällig zur gleichen Zeit am selben Ort.

    Ich habe mal für kurze Zeit den Gegentest gemacht. Da hatte ich ein ähnliches Spiel wie Pokemon Go auf dem Smartphone, (Ingress) und das wird draußen unterwegs gespielt, wobei man sich an bestimmten Orten aufhält und dort Aufgaben erledigt. Ich dachte, das läßt sich gut mit dem Hundespaziergang vereinbaren - falsch gedacht. Denn als ich Cara öfter über Minuten ignoriert habe, weil ich aufs Spiel konzentriert war, quittierte sie mir das umgehend, indem sie sich selbstständig machte und sich von mir entfernte, ohne auf mich zu achten. Kommunizierst du nicht mit mir, dann kommuniziere ich auch nicht mit dir.

    (Ich hätte sie natürlich anleinen können, aber dazu hatte ich keine Lust und habe das Spiel nicht weiter gespielt.)

    Wobei ich Kommunikation nicht ständiges Gängeln und Ranrufen verstehe, sondern die Verständigung mit Blicken und Andeutungen.

    Hier zum Beispiel:

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    Cara sucht hier bewußt den Blickkontakt zu mir, um mir mitzuteilen daß sie nach rechts (von ihr aus gesehen) in die höhere Vegetation möchte, um dort nach interessanten Gerüchen zu stöbern.

    Ich kann ihrem Antrag entsprechen, indem ich auf sie zugehe, dann würde sie nach rechts ins Grüne laufen und ich würde ihr folgen. Oder ich lehne ab, gehe weiter geradeaus und ermuntere sie, mir zu folgen.

    (Für alle, die jetzt aufscheien - es handelte sich hier um ein Brachgelände kurz vor der Bebauung, nicht um eine Wiese oder Weide)

    PS: Wenn das alles noch nicht so funktioniert oder nicht verläßlich, zB wegen Wild, dann bleibt die Leine eben dran.

    Was drin steckt, sind nicht Beine, sondern der Kopf mit den Beißwerkzeugen. Aber da würde ich mir keine großen Gedanken machen. Ich bin da auch beim Team Abwarten. Das wird so gehen wie wenn man sich einen Splitter reinzieht, es bildet sich etwas Eiter rund um den Fremdkörper und dann wird er locker und fällt ab.

    Ich habe Cara damals mit Zug und S-Bahn geholt. Die Züchterin hat uns mit dem Auto zur S-Bahn gebracht, dann eine Stunde bis Hamburg HBF, dort umsteigen in den Zug nach Hannover, dann habe ich glaube ich ein Taxi bis nachhause genommen. Insgesamt waren wir wohl so 3 Stunden unterwegs von Haustür zu Haustür.

    Ich hatte eine Tasche (wasserdicht) und viel Küchenrolle dabei, aber Cara hat glaube ich sogar dichtgehalten.

    Das lief alles gut. Bahnfahren ist ja entspannter als im Auto. Autofahren verursacht oft Übelkeit, Bahnfahren nicht. Es ist ruhiger, sowohl vom Geräusch her als auch vom Fahrgefühl. Man kann sich auch besser um den Kleinen kümmern, hat mehr Platz und muß nicht selbst fahren.

    Ich habe auch schon andere Welpen im Zug getroffen, die frisch vom Züchter kamen. Da war ein kleiner Barsoi, der kam aus Frankreich, wenn ich mich richtig erinnere und hatte eine richtig lange Reise. War trotzdem sehr cool, die kleine Langnase.

    hat gebellt (aber mit wedelndem Schwanz),

    Wichtig: Schwanzwedeln ist lediglich ein Zeichen von Erregung - das muß aber keineswegs freudige Erregung sein!

    Ob Freude, Agression oder Jagdtrieb - das kann man nur im Zusammenhang mit der sonstigen Körpersprache erkennen.

    Wenn ein Hund einen anderen verbellt und dabei mit dem Schwanz wedelt, ist er aufgeregt, aber er freut sich nicht, sondern will den anderen Hund vertreiben.

    Tumore können sehr schnell wachsen. Meine Pudelhündin war 4 Wochen zuvor in einer Spezialklinik gründlich per Ultraschall untersucht worden, ohne Befund. Dann, einen Monat später: viele Tumore an mehreren Organen. Die dann ja auch ebenso schnell weiter gewachsen wären, davon konnte man ausgehen.

    Die Lebensuhr war eben abgelaufen.

    Ich hätte mir natürlich gewünscht, daß ich die letzten Stunden mit Cara hätte verbringen können, das war wegen der Not-OP nicht möglich. Das hängt mir heute noch nach.

    Aber nicht die Entscheidung an sich, Cara an diese, Punkt einschläfern zu lassen.

    ist sie sehr dominant und wenn die Rangfolge gecheckt ist okay)

    Rangfolgen gibt es in der Natur einem zusammengehörigen Rudel, also einem Familienverband. Da haben die Eltern naturgemäß als Anführer eine dominante Rolle vor ihren jüngeren Nachkommen. Die jüngeren Rudelmitglieder folgen den Älteren und profitieren dabei von deren Erfahrung. Das funktioniert von beiden Seiten aus ohne nennenswerte Auseinandersetzungen und Machtdemonstrationen. Einfach dadurch, daß die Alten die wichtigen Aktivitäten bestimmen, wann geruht oder gejagt wird usw.

    Bei Gehegewölfen sieht das ganz anders aus, weil diese auf engem Raum zusammengesperrt sind und sich nicht ausweichen können.

    Die Dominanztheorien, die aus solchen Beobachtungen von Gehegewölfen auf Hunde übertragen wurden, gelten daher heute als veraltet.

    Das wäre so, als wenn man menschliches Sozialverhalten ausschließlich an Gefängnisinsassen studieren würde.


    Unter Hunden, die sich nur zufällig begegnen, gibt es keine Rangordnung. Was es aber gibt, ist neben freundlich interessiertem Kontakt auch unfreundliche Verhaltensweisen: Einschüchtern, Bedrohen, Mobben, Vertreiben, Angreifen.

    Aus deiner Schilderung würde ich folgern, daß deine Hündin eigentlich nicht viel vom Kontakt mit Fremdhunden hält und sie sich lieber vom Leibe halten möchte.

    Unerfreulich für die Fremdhunde ist das Verhalten deiner Hündin in jedem Fall, und richtig gefährlich wird es, wenn sie mal auf einen trifft, der Kontra gibt und sich nicht einschüchtern lässt. Dann ist die Beißerei da.

    Nicht jeder Hund braucht und will Kontakt zu Fremdhunden! Viele sind froh, wenn sie ausweichen dürfen und andere Hunde ihnen nicht zu nahe kommen.