Beiträge von dagmarjung

    9 Tage lang in Schockstarre sind nicht normal!

    Und ganz grundsätzlich schließe ich mich den anderen Vorschreiberinnen an: du must unbedingt deinen Hund körperlich halten können. Das ist eine Grundvoraussetzung, wenn man einen erwachsenen Hund führt, den man noch nicht einschätzen kann und der einem nicht 100% vertraut, um schlimme Unfälle und Beißereien zu vermeiden.

    Das ist dir mit diesem Hund aber nicht möglich.

    Ein bewährtes Rezept ist es, in der Welpen- und Junghundezeit im Alltag hauptsächlich das Geschirr zu nutzen und das Halsband nur zum bewußten Training der Leinenführigkeit. Wenn man also einfach mal flott von A noch B will, läuft der Hund am Geschirr und wenn er dann mal zieht, ist es nicht so wild.

    Am Halsband lernt er parallel in kurzen Abschnitten, die seine Konzentration nicht überfordern, manierlich ohne ziehen zu gehen.

    Allmählich verlängert man dann die Zeiten am Halsband und kann schlußendlich das Geschirr weglassen.

    Die Leine richtet sich nach der Kraft und Größe des Hundes. Wenn man auf gute Qualität besonders der Haken achtet - Stahl, kein Billigmetall - muß das aber nicht die breiteste und dickste Leine sein. Die Schwachstellen sind immer die Haken, nicht das Gurtmaterial.

    In der Kommandowahl bist du frei. Weil man beim Dogdancing den Eindruck erwecken möchte, daß Hund und Mensch sich in Harmonie und scheinbar ganz ohne Kommandos bewegen.

    Natürlich lenkst du den Hund und teilst ihm mit, was du von ihm erwartet, aber am elegantesten wirkt das, wenn du mit möglichst wenig Hörzeichen arbeitest und überwiegend Körpersprache benutzt.

    Hören sollte man idealerweise nur die Musik.

    Man kann aber natürlich bei Bedarf Hörzeichen verwenden.

    Es ist aber anders als in anderen Hundesportarten wie zB Obedience. Dort will die Richterin die Kommandos deutlich hören, damit sie beurteilen kann, wie prompt der Hund reagiert oder ob zB ein zweites Kommando gegeben wird, was Punktabzug bedeutet.

    Im Dogdance kommt es dagegen darauf an, mit dem Hund eine flüssige, zur Musik passende Vorstellung zu geben. Die nötigen Kommandos sollen also möglichst unauffällig gegeben werden.

    Ja klar kann man auch Kinder clickern. Das beschreibt schon die Mutter des Clickertrainings, Karen Pryor in ihrem Buch "Positiv bestärken - sanft erziehen".

    Sie geht darin ja nicht nur aufs Hundetraining ein, sondern beschreibt das Prinzip der posditiven Bestärkung an allen möglichen Beispielen. Sie clickerte auch ihre Kinder. Das funktionierte sehr gut. Und irgendwann war dann die Schwiegermutter regelrecht entsetzt, daß Pryor dasselbe auch bei Hunden anwendete, weil das doch für Kinder wäre und nicht für Tiere! :omg:

    Laufen ohne Leine heißt nicht Laufen ohne Kommunikation - und zwar von beiden Seiten. Weder gehe ich stur gradeaus ohne auf meinen Hund zu achten, noch tut mein Hund dasselbe. Ich stelle mir die Verbindung immer wie ein geistiges Gummiband vor, was man kaum bemerkt, wenn man näher beieinander ist, was sich aber spannt, wenn der Abstand zu groß wird.

    Ich habe immer wenigstens ein Auge am Hund, und mein Hund behält umgekehrt auch mich im Auge. Denn wir sind gemeinsam unterwegs und nicht nur zufällig zur gleichen Zeit am selben Ort.

    Ich habe mal für kurze Zeit den Gegentest gemacht. Da hatte ich ein ähnliches Spiel wie Pokemon Go auf dem Smartphone, (Ingress) und das wird draußen unterwegs gespielt, wobei man sich an bestimmten Orten aufhält und dort Aufgaben erledigt. Ich dachte, das läßt sich gut mit dem Hundespaziergang vereinbaren - falsch gedacht. Denn als ich Cara öfter über Minuten ignoriert habe, weil ich aufs Spiel konzentriert war, quittierte sie mir das umgehend, indem sie sich selbstständig machte und sich von mir entfernte, ohne auf mich zu achten. Kommunizierst du nicht mit mir, dann kommuniziere ich auch nicht mit dir.

    (Ich hätte sie natürlich anleinen können, aber dazu hatte ich keine Lust und habe das Spiel nicht weiter gespielt.)

    Wobei ich Kommunikation nicht ständiges Gängeln und Ranrufen verstehe, sondern die Verständigung mit Blicken und Andeutungen.

    Hier zum Beispiel:

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    Cara sucht hier bewußt den Blickkontakt zu mir, um mir mitzuteilen daß sie nach rechts (von ihr aus gesehen) in die höhere Vegetation möchte, um dort nach interessanten Gerüchen zu stöbern.

    Ich kann ihrem Antrag entsprechen, indem ich auf sie zugehe, dann würde sie nach rechts ins Grüne laufen und ich würde ihr folgen. Oder ich lehne ab, gehe weiter geradeaus und ermuntere sie, mir zu folgen.

    (Für alle, die jetzt aufscheien - es handelte sich hier um ein Brachgelände kurz vor der Bebauung, nicht um eine Wiese oder Weide)

    PS: Wenn das alles noch nicht so funktioniert oder nicht verläßlich, zB wegen Wild, dann bleibt die Leine eben dran.