Beiträge von dagmarjung

    Ich tue und mache, aber da ich selbst unwissend bin, gehen mir dann die Argumente schnell aus.

    Du hast alle Argumente, die du brauchst, die Hundetrainerin und der Tierarzt sagen ja dasselbe. Und anscheinend auch die Leute im Hundeverein.

    (Apropos Hundeverein: Ein Hund mit dauerhaftem Durchfall ist krank und kranke Hunde gehören nicht auf den Trainigsplatz!)

    Dein Problem besteht nicht im Mangel an Argumenten sondern darin, dich gegenüber deiner Tochter durchzusetzen.

    Hunde benötigen sehr viel mehr Ruhezeit als Menschen. In Freilandbeobachtungen an verwilderten Haushunden ergaben sich durchschnittliche Ruhezeiten von um die 17 Stunden am Tag.

    Und der Rest ist auch nicht ständige Action.

    Meine Borderhündin aus dem TS war auch ein Junkie in vielerlei Hinsicht und manche Dinge waren dann leider einfach ihr Leben lang Tabu. Ball hetzen? Genau EINmal. Weil beim zweiten Wurf selbst dem 15 jährigen Hund nach 10 Jahren "clean" noch die Sicherungen rausflogen.

    Genau das meinte ich bei dem Vergleich mit dem trockenen Alkoholiker.

    Du kannst aber auch nichts dafür, daß du Angst hast.

    Ich sehe es nach deiner Beschreibung so:

    Es gibt Menschen, die haben keinen Draht zu Hunden und interessieren sich nicht für sie. Schafft sich nun deren Partnerin oder Partner einen Hund an, dann passiert meistens eine von zwei Möglichkeiten: entweder die vorher unwillige Person verliebt sich doch in den kleinen Knopf und engagiert sich dann zwar nicht bei der Arbeit rund um den Hund, hat ihn aber doch gern.

    Oder der Hund wird eben toleriert und ist halt auch da, ohne daß man sich drum kümmert.

    Bie dir ist es aber anders. Du bist ja an sich tierlieb und wärest bereit, dich um den Hund zu kümmern, aber du hast echte Angst. Gewöhnung hat dir nicht geholfen, es ist nur schlimmer geworden. Schon allein das ist ein Alarmzeichen!

    Solche Ängste sind nicht rational, deshalb hat es auch keinen Sinn, sie durch scheinbar rationale Argumente wie "der ist doch so klein/ der kann dir nichts ernsthaftes tun/ setz dich halt mal durch" usw abschalten zu wollen.

    Ich liebe Hunde auch sehr, aber mal ehrlich - nach zwei Wochen ist das noch eine sehr frische Verliebtheit und keine tiefe Bindung und dein Freund sollte zunächst einmal dein Wohl im Auge haben, also das Wohl seiner hoffentlich geliebten Partnerin.

    Ich würde die Beiträge von @Lockenwolf und Bonadea gerne mehrfach liken.

    Es ist aber nicht nur wie eine Sucht, es ist wirklich Sucht!

    Hunde können ebenso wie Menschen suchtkrank werden. Bei Hunden spielen natürlich Drogen wie Heroin keine Rolle, aber man kann ja auch nach den eigenen Hormonausschüttung süchtig werden, das ist zum Beispiel bei glücksspielsüchtigen Menschen der Fall. Glückshormone und Adrenalin können süchtig machen. Und das kann auch bei Hunden passieren.

    Bei süchtigen Hunden ist immer der Mensch die Ursache.

    Das hat auch eine gute Seite, denn der Mensch kann, wenn er einsichtig ist, seinen Umgang mit dem Hund so ändern, daß der Hund von der Sucht loskommt.

    Aber ein kalter Entzug ist nun mal kein Spaß und es ist klar, daß es dem Hund in dieser Zeit nicht wirklich gut geht. Es dauert lange, bis die Hormone sich wieder auf eine normales Maß einspielen.

    Und: auch ein trockener Alkoholiker bleibt immer noch ein Alkoholiker und kann jederzeit rückfällig werden!

    Ob und wenn ja, wieviel Tricks und Sport mit Wednesday jemals wieder möglich sein werden, ohne daß sie in alte schlechte Verhaltensmuster verfällt, ist daher fraglich.

    Shelties sind als Hütehunde sehr leicht für Aktivität und enge Zusammenarbeit zu haben. Sie machen gerne mit und bieten sich an, das ist genetisch vorgegeben. Die Schattenseite davon ist das, was Wednesday gerade passiert: es kann zur Suchtkrankheit werden, wenn der Mensch den Hund permanent überfordert und die hohe Motivation des Hundes ausnutzt. Denn der Sheltie wird sich nicht abwenden und weggehen, wenn ihm solche Angebote gemacht werden. Es gibt andere Hundetypen, die würden deiner Tochter die kalte Schulter zeigen, wenn sie ständig was von ihnen wollte, aber ein Sheltie macht mit, auch wenn es ihm nicht gut tut.

    Deine Tochter hat Wednesday körperlich krank gemacht und treibt sie buchstäblich in den Wahnsinn. Du hast die Verantwortung dafür, daß das aufhört, bitte setzte dich energisch durch!

    Die häufigste Sucht bei Hunden ist die nach dem Ball, die dadurch entsteht, daß zur Beschäftigung permanent Bällchen geworfen wird. Das ist in eurem Fall zwar nicht der Fall, dennoch wirst du unter Stichworten wie Balljunkie oder Bällchenjunkie einiges zum Thema Sucht bei Hunden im Internet und auch hier im Forum finden.

    Ich habe mich vor vielen Jahren mal eingehender über die Pyris informiert, ein großes Rassetreffen besucht, an einem organisierten BdP Spaziergang teilgenommen und mit vielen Haltern gesprochen.

    Ich suchte damals nach einen Hütehundtyp in handlicher Größe, mit dem ich auch aktiv Hundesport, aber nicht Schutzdienst machen wollte.

    Ich finde die kleinen Franzosen nach wie vor bezaubernd, aber ich habe mich damals nach dem Kennenlernen gegen die Rasse entschieden.

    Ähnlich wie Shelties tendieren sie zur Sensibilität bis hin zur Ängstlichkeit, ziehen sich aber im Gegensatz du diesen eher nicht zurück, sondern gehen schnappend nach vorne.

    Viele Aussagen von Züchtern und Haltern zeigten mir, daß das auch nicht so kritisch gesehen, als rassetypische Wesenseigenschaft akzeptiert und häufig schöngeredet wird.

    Natürlich gibt es hier wie überall viele individuelle Unterschiede innerhalb der Rasse, aber die Tendenzen sind eben da und keineswegs die Ausnahme.

    Als Großstädterin wollte ich aber einen nervenstarken Hund, der auch keine größeren Probleme mit oft unvermeidbarem Menschenkontakt haben sollte.

    PS: ich sehe gerade, daß du speziell auf den Face Rase abhebst. Von dieser seltenen Variante habe nur einen kennengelernt und mir daher kein umfassenderes Bild machen können. So ganz grundsätzlich unterscheiden die sich aber wohl nicht, zusätzliches Problem ist die noch geringere Zuchtbasis.

    Eine Box ist nix schlimmes. Manche Hunde lieben sie sogar als Rückzugsort. Gemütlich eingerichtet als Ruheplatz, als freiwilliger Rückzugsort. Gerne als Höhle.

    Im Prinzip und bei richtiger Gewöhnung ja, aber in diesem konkreten Fall hat man sich die Box "verbrannt". Der Hund verknüpft sie mit negativen Gefühlen von Angst und Isolation und wehrt sich dagegen.

    Als Ruheplatz zum Entspannen kommt die Box also nicht mehr infrage. Aber es gibt ja Alternativen, die schon genannt wurden.

    Im ersten Jahr und auch darüber hinaus macht ein Hund viel, also wirklich viel (Erziehungs)Arbeit. Das bedeutet, er verlangt viel Zeit und Energie von seinen Haltern und läuft nicht so einfach nebenbei. Und das halt kontinuierlich jeden Tag. Erziehung passiert 24/7 und nicht eine Stunde am Tag nach Feierabend, wenn sonst nichts Wichtiges los ist.

    Könnt und wollt ihr das leisten?

    Also mit Freude und aus ganzem Herzen die quirlige Jugendzeit eures Hundes genießen und nicht die Wochen und Monate zählen bis die Hölle vorbei und der Hund endlich "ruhig und träge" ist?

    Gesunde Welpen, Junghunde und auch die Erwachsenen in den jüngeren und besten Jahren haben Temperament, Bewegungsdrang und Power. Auch Berner Sennenhunde.

    Ausgesprochen träge und ruhig sind Hunde dann, wenn sie alt, krank oder fettgefüttert sind oder einer Qualzuchtrasse angehören, die kaum zu normaler Bewegung fähig ist.

    In dem Alter brauchen Hunde noch kein Auslastungsprogramm in Form von Hundesport. Die Welt zu entdecken, sich selbst darin auszuprobieren und die dazugehörigen Regeln zu lernen ist Auslastung genug.

    Ihr könnt noch keine langen Spaziergänge machen im dem Sinne, daß ihr lange Strecken zügig lauft. Aber ihr könnt und sollt euch mit dem Kleinen an verschiedene Orte begeben (Wald, Wiese, See, usw) und euch längere Zeit dort aufhalten und den jungen Hund in seinem Tempo die Welt erkunden lassen. Wenn immer möglich ohne Leine. Da darf er dann spielen, schnüffeln, klettern, laufen, springen nach seinem eigenen Ermessen.

    Auch alle paar Tage mal mit ihm zusammen in die Fußgängerzone, in die Nähe eines Spielplatzes, mit Öffis fahren, ein Straßencafe besuchen oder was sonst in eurem Leben so vorkommt, also Umweltgewöhnung.

    Wenn ihr den Eindruck habt, euer Hund ist allmählich unterfordert, dann investiert für solche gemeinsamen Ausflüge mehr Zeit.

    Das ist in dem Alter wesentlich wichtiger als ein Agiparcours, für den er weder körperlich noch geistig reif ist.

    Natürlich kann man ihn schon mal den Agitunnel erkunden lassen, aber für Hindernisspringen ist es noch viel zu früh.

    Es gibt nun einmal Menschen, die eine Hundephobie haben. Das ist zu akzeptieren. Genauso wie Menschen, die Angst vor Spinnen haben. Denen nützt es auch nichts, wenn jemand ihnen erklären will, wie harmlos und klein Spinnen doch eigentlich sind. Das wissen sie! Aber es ändert nichts.

    Das Verhalten der Familie deines Partners ist extrem übergriffig! :rotekarte:

    Du hast jeden Anspruch darauf, dich in deinen eigenen vier Wänden sicher und wohl zu fühlen. Auch für den jungen Hund ist es nicht förderlich, mit dir zusammen zu sein, denn er bemerkt deine Ängste, kann sie aber nicht einordnen und reagiert entrsprechend irritiert. Und du kannst deine Gefühle ja nicht auf Befehl abstellen. Ihr tut euch gegenseitug nicht gut.

    er meinte er will nicht dass ich unglücklich bin und wenn’s nicht geht müssen wir sie zurückgeben, ich bin ihm da wichtiger.

    Das finde ich eine sehr gute Einstellung von deinem Partner. Bitte nimm das Angebot an und laß dir von niemandem einreden, du seist egoistisch! Dein elementares Grundbedürfnis, dich sicher zu fühlen zählt höher, als der Wunsch deines Freundes nach einem Hund.

    Nach zwei Wochen ist die Bindung auch noch nicht so groß und der Welpe wird sich schnell umgewöhnen. Zum Glück habt ihr ja die Unterstützung der Züchterin.

    Natürlich verliebt man sich schnell in so einen Welpen, wenn man Hunde mag, aber hier geht dein Wohl vor. Der Welpe wird auch nicht weiter leiden, denn er kehrt ja in eine vertraute Umgebung zurück, von wo aus er in Ruhe neu vermittelt werden kann.

    Gegen Phobien kann man vorgehen, wenn man das wirklich möchte, aber nicht mit Hilfe einer Hundetrainerin, sondern mit psychologischer oder verhaltenstherapeutischer Hilfe. Das wäre aber ein längerer Prozess, und es ist absolut nicht sinnvoll mit dem "Endgegner" in ständiger unmittelbarer Nähe im eigenen Heim. Lediglich ein Gedanke, den du für die Zukunft ins Auge fassen könntest.

    Es ist nicht normal, daß ein junger Hund von 14 Wochen so oft pinkeln muß. Wart ihr schon mit ihm und einer Urinprobe beim Tierarzt?

    Natürlich liegt es anhand deiner Beschreibung nahe, daß er aus Stress pinkeln muß, aber Stress und Blasenentzündung können sich gegenseitig begünstigen. Kläre das bitte ab.

    Ich weiß nicht, was eure Vorstellung vom Schlafbedürfnis junger Hunde ist. Mit 14 Wochen sind Welpen aber in einem Alter, in dem sie durchaus schon längere Aktivitätszeiten haben. Sie wollen und müssen ja ihre Umwelt erforschen, sich bewegen, lernen und viel spielen. Außerdem brauchen sie natürlich viel positiven Sozialkontakt mit ihren Menschen.

    Kein gesunder Welpe, egal von welcher Rasse, ist träge! Auch dann nicht, wenn die Rasse gemeinhin als ruhig gilt, gilt das nicht für Welpen.

    Ein träger Welpe ist ein kranker Welpe!

    Als meine Pudelhündin ein Welpe war, habe ich zum erstenmal so richtig gemerkt, wieviel Abfall (Zigarettenstummel, Glasscherben usw) bei uns rumliegt. Und war auch eine Weile ziemlich verzweifelt darüber. Denn alles wurde ins Maul genommen, bekaut und untersucht.

    Welpen haben eine orale Phase genau wie Kleinkinder, in der sie alles ins Maul nehmen.

    Sie wissen auch nicht angeborenermaßen, daß Pilze oder andere Dinge giftig oder schädlich sein können.

    Bei Cara habe ich aber gemerkt, daß sie die Sachen normalerweise nicht gefressen, sondern lediglich mit dem Maul untersucht hat, es sei denn, es war wirklich essbar.

    Nach einiger Zeit war diese Phase dann auch einfach beendet.

    Ein mögliches Problem sehe ich darin, daß, wenn man sich panisch auf den Hund stürzt um ihm Sachen wegzunehmen, man ihn dadurch erst dazu provoziert, seinen "Schatz" zu verschlucken, damit er ihn nicht hergeben mnuß. Kann es sein, daß das bei euch mit reinspielt?

    Natürlich muß man ihm einen Fliegenpilz oder ähnliches unter allen Umständen sofort wegnehmen, aber besser ist es, wenn er gar nicht erst drankommt.

    Also im Zweifelsfall draußen auch im Garten an der Leine führen und drinnen dafür sorgen, daß nichts rumliegt.