Beiträge von dagmarjung

    Die Angaben auf Futtermittelpackungen sind nur sehr grobe Richtwerte und für den individuelen Hund oft nicht maßgeblich, gerade bei jungen Hunden im Wachstum kann sich der Bedarf schnell ändern.

    Im Zweifelsfall würde ich lieber öfter füttern und ruhig auch testen, ob sein Verhalten sich ändert, wenn er mehr bekommt.

    Ich vermute auch, daß der Hund deine Zurückhaltung zu schätzen weiß und es gar nicht so toll findet, daß deine Partnerin so sehr um ihn kreist. Das kann einen Hund, der gerade erst neu angekommen ist, schon nerven. Gerade bei Aktivitäten wie Kämmen und Waschen (!) muß ja erstmal eine Vertrauensbasis da sein, das mögen schon an sich nicht alle Hunde, noch viel weniger von Fremden. Nach vier Tagen kann diese Basis noch nicht existieren.

    Umgekehrt sind Spaziergänge normalerweise das Highlight des Tages für einen Hund. Kein Wunder, daß er sich erstmal an dich hält.

    Nach vier Tagen ist aber längst nicht alles festgeschrieben. Jede Beziehung kann sich noch ändern und weiterentwickeln.

    Ich schiebe noch rasch die Begründung nach für den letzten Beitrag von Bieboss:

    Junge Caniden in der Natur dürfen sich darauf verlassen, daß ihre Eltern sie bedarfsdeckend mit Futter versorgen, ohne dafür eine Leistung zu verlangen.

    Zwar spricht nichts dagegen, einen Teil der Tagesration als Futterbelohnumg abzuzweigen, aber den größten Teil soll der Welpe immer noch einfach so ohne Leistung bekommen.

    Sonst kann es leicht zu Stress beim Hund führen, und dann ist die Wahrscheinlichkeit gerade bei diesem Thema sehr hoch, daß er sein unerwünschtes Such- und Fressverhalten noch weiter steigert. Zum einen, weil er Hunger hat und zum anderen, weil Schnüffeln und Fressen lustbetont ist und er so Frust abbauen kann.

    Mich würde auch die Frage nach dem Futter generell im Zusammenhang mit deiner Frage interessieren. Zu wenig oder vielleicht nicht so gut verträglich?

    Vielleicht vor dem Spaziergang füttern, damit der satte Hund sich weniger für Gefundenes interessiert?

    Ich lebe auch mitten in der Stadt und nie vorher oder nachher ist mir so stark aufgefallen, wieviel Müll hier überall rumliegt. Ich fühle mit dir! :streichel:

    Er nagt fein säuberlich kleine Fetzen ab und schluckt sie auch. Unser Boden ist blitze blank. Er wurde nichts übrig lassen.

    Das ist wirklich nicht gut. Schon mal mit dem Tierarzt darüber gesprochen?

    Wie ist das bei deinem Welpen mit Hunger und Sättigung?

    Frißt er wirklich alles oder nimmt er unessbare Dinge nur ins Maul und kaut darauf herum? Das würde ich doch mal ganz genau beobachten. Natürlich muß man dam Hund gefährliche Sachen unverzüglich abehmen, aber bei Zweigen, Blättern oder Kieseln kann man dann doch toleranter sein.

    Bei meiner Cara (Kleinpudel) hatte ich in dem Alter ähnliche Sorgen. Sie hat zwar sehr viel bekaut, aber Ungenießbares dann doch nicht gefressen. Es hat aber eine Weile gedauert, bis ich in diesem Punkt sicher war.

    Deswegen würde ich aus meiner Erfahrung heraus und ohne deinen Hund zu kennen hier kein erzieherisches Faß aufmachen für ein Thema, das sich voraussichtlich in ein, zwei Monaten von selbst erledigt, sondern auf Management setzen. Also den Welpen eher mit dem Fahrrad oder Auto an Orte bringen, wo er seine Umwelt ungefährdet erforschen kann und überall, wo Müll sein kann, sehr vorausschauend gehen.

    Suchspiele kann man durchaus schon mit einem Welpen machen, aber bitte auf keinen Fall in der Erwartung, ihm damit irgendetwas abzugewöhnen oder ihn "auszulasten". Wirklich nur rein aus Spaß, in kurzen Übungen und nicht ständig. Sondern nur, um ihm zu zeigen, daß gemeinsames Tun mit euch Freude macht und daß ihr Interesse an seiner Geruchswelt zeigt.

    Darauf kann man später im Hundeleben in vielfältigster Weise aufbauen, für Hobby, Hundesport oder sogar Realeinsatz, aber erwartet keinen kurzfristigen Nutzen zur Lösung eures aktuellen Problems-

    Mit 10 Monaten ist das ganz normal: vieles klappt schon recht gut, aber es bedarf noch ungezählter Wiederholungen, bis der Hund verinnerlicht hat, daß zB "raus da" nicht nur an einer bestimmten Stelle, sondern auch 10 Meter weiter und 20 Meter weiter ecetera gilt. Und auch bei Regen oder Sonne, und egal ob du einen Anorak oder ein Sommerkleid trägst, ob du alleine oder in Begleitung unterwegs bist usw. Also an allen möglichen Orten und unter allen möglichen Begleitumständen.

    Dieses Generalisieren gehört mit zur Lernphase und dauert um ein Vielfaches länger als das anfängliche Einführen eines Kommandos bis zum ersten Verständnis.

    Geduld ist also das Zauberwort.

    frag mich nicht... mit dem richtigen Maß an Schwung und xx Jahren Übung, vermute ich... :D

    Neben dem Paar trägt auch der Mann hinter der Kamera zu der außergewöhnlichen Qualität des Videos bei: selbst ein ehemaliger Eislaufsportler, folgt er den beiden auf Schlittschuhen und filmt in einer einzigen Einstellung ganz ohne Schnitt.

    Das fühlt sich an, als wäre man selbst auf dem Eis dabei.

    Was ein junger Hund in diesem Alter braucht ist nicht, Strecke zu machen, sondern seine Umwelt kennenlernen und zwar im ständigen engen Austausch mit seinem Menschen. Jeder gemeinsame Gang ist doch ein Erziehungsspaziergang in diesem Alter.

    Konkret heißt das, der Hund braucht Zeit zum Schnüffeln, zum Erkunden und um sich mit seiner Umwelt im eigenen Tempo zu befassen.

    Gleichzeitig muss er auch lernen, was er alles nicht darf - zum Beispiel Müll fressen oder auf andere Hunde zustürmen, und da muss der Mensch direkt einwirken können, sinnvollerweise bevor die Hundenase am Objekt dran ist.

    All das lässt sich vom Rad aus nicht oder kaum machen. Stehenbleiben und warten, bis der Hund nachkommt ist keine Erziehung.

    Schon deshalb ist es weitaus zu früh, einen Welpen/Junghund am Fahrrad auszuführen.