Meine Pudelhündin war auch nicht von allem begeistert und wollte sich in manchen Situationen gerne entziehen. Baden: doof. Ohrentropfen: doof. Pfoten ausscheren: doof.
Habt ihr euch schon zum Thema "Medical Training" informiert?
Sehr wichtig ist in eurem Fall, daß ihr für sie berechenbar werdet und sie nicht ständig befürchten muß, im Alltag "überfallen" zu werden. Darin sehe ich im Moment euer Hauptproblem. Deswegen ist das hier:
Die Ohrentropfen haben wir immer auf dem Boden gegeben, wenn wir daneben gesessen haben. Gleiches gilt auch für das Kämmen, usw.
keine Erleichterung, sondern im Gegenteil sehr ungünstig!
Bitte benutzt fürs Kämmen, Krallenschneiden, Ohren kontrollieren und alle anderen Manipulationen immer einen extra Tisch! Nur dort finden dann doofe Sachen statt und überall sonst darf eure Pudeline sich sicher fühlen. Das wird ihr Vertrauen hoffentlich bald wieder herstellen. Auf dem Boden passiert nichts "Böses".
Entweder habt ihr einen geeigneten Tisch in der Wohnung oder ihr kauft euch einen Schertisch für Hunde. Ich empfehle letzteres.
Ich habe jahrelang improvisiert und mich dann geärgert, daß ich nicht von Anfang an einen solchen Tisch gekauft habe. Er erleichtert die Arbeit ungemein. Ich weiß nicht, ob ihr selber schert, aber selbst wenn ihr nur kämmt und pflegt, ist ein Schertisch eine sehr gute Investition. Er läßt sich zusammenklappen und hat eine rutschfeste Oberfläche, auf der der Hund sicher steht. Auch der Galgen, an dem der Hund angeleint werden kann, sichert ihn und verhindert zB daß sich eine hektische Kontrollettinase zwischen Schere und Pfote schiebt.
Der Hund steht auf einem solchen Tisch wesentlich ruhiger als auf dem Boden.
Man hat den Hund auf Arbeitshöhe und muß sich nicht drüberbeugen.
Der Tisch alleine ist natürlich kein Wundermittel, das Vertrauensaufbau und Gewöhnung ersetzt. Aber er wird euch sehr weiterhelfen, indem normales Miteinander und gelegentliche Zumutungen örtlich streng getrennt werden, das ist dann für den Hund berechenbar.
Ich weiß nicht, wofür ihr Deckentraining konkret im Alltag braucht. Ich habe es für Cara nicht gebraucht, mir hat es gereicht, wenn ich sie nach Bedarf wegschicken konnte, zB zeitweise aus der Küche. Sie mußte dann an keinen bestimmten Ort gehen, nur eben die Küche nicht betreten.
Das Deckentraining, so wie ihr es durchführt, verlangt viel Selbstbeherrschung von eurer pubertierenden Hündin und überfordert sie anscheinend zur Zeit. Zusätzlich wird bei jeder Korrektur wieder Druck ausgeübt, womit eure Hündin zur Zeit nicht so gut umgehen kann. Ich würde diese Situation daher erst einmal vermeiden, wenn euch das möglich ist. Später, wenn die Pubertätsmurmeln nicht mehr so kreisen, kann man das Thema dann wieder bearbeiten.
Sollte das Deckentraining hauptsächlich deshalb empfohlen worden sein, um dem Hund gegenüber Autorität zu demonstrieren (manche Trainer arbeiten so) würde ich mir Alternativen überlegen, zB einen Gitterauslauf, wenn man den Hund mal für eine Weile aus dem Weg haben will, oder den Hund einfach vom unerwünschten Ort wegschicken, ohne ihm weitere Vorgaben zu machen.