Beiträge von dagmarjung

    Als der verpflichtende Hundeführerschein damals eingeführt wurde, mußte ich ihn auch nicht machen, weil ich Cara (und die BH) schon hatte.

    Aber ich dachte damals, daß ich ihn gerne machen würde, nur damit die "Ich hab schon seit XX Jahren Hunde!1!11" Nervsägen ihn auch machen und sich wenigstens einmal im Leben mit etwas Basiswissen befassen müßten.

    Ich wüßte ja zu gerne, ob beim verpflichtenden Führerschein in Niedersachsen auch mal eine Evaluierung geplant ist um zu überprüfen, ob der was bewirkt hat. Bisher gab es nämlich noch keine.

    Außerdem wüßte ich gerne, wieviele Neuhundhalter den FS tatsächlich machen. Solche Regelungen - wie auch die Chippflicht in einem teuren Extraregister - treffen ja immer nur die Dummen, die ihren Hund auch steuerlich anmelden.

    Seine Erwartungshaltung wird dadurch immer weniger.

    Ich bin auf jedenfall sehr froh dass er hier zuhause von selber so gut zur Ruhe kommt.

    Bis vor kurzem hat er mich noch vor lauter Ungeduld angesprungen.

    Du bemerkst ja durchaus, daß ihr Fortschritte macht. Manchmal ist man zu ehrgeizig und konzentriert seine Aufmerksamkeit allzu sehr auf all das, was noch nicht so gut klappt. Aber mit 5,5 Monaten ist ein junger Hund noch ganz schön kindlich. Auch wenn er schon anfängt zu markieren, was du vermutlich als Pubertät liest.

    Gerade kleinere Rassen haben mit einem halben Jahr schon das meiste Wachstum hinter sich und wirken dann äußerlich schon erwachsener, als sie eigentlich sind. Aber erwachsene Reife und Gelassenheit kann man in diesem Alter einfach noch nicht erwarten.

    Dranbleiben - das tust du ja - dabei aber Geduld haben und sich an kleinen Fortschritten freuen ist die Devise.

    Länger möchte ich mit ihm nicht gehen weil ich Angst habe, dass das dann zuviel werden könnte.

    Eine Stunde Gewaltmarsch wäre zuviel. Aber eine Stunde oder auch gerne länger gemeinsam draußen sein, bummeln, Spielen, Schnüffeln, im Tempo des Hundes die Welt entdecken - das kannst du wahrscheinlich ohne weiteres machen.

    Mit Cara war ich im selben Alter morgens meist 45 bis 60 Minuten draußen und nachmittags 1 bis 2 Stunden. Aber ohne dabei viel Strecke zu machen. (Wir haben keine Garten, also fand alle Aktivität draußen statt)

    Ich finde das Verhalten bei einem temperamentvollen Junghund in dem Alter normal. Da kann man noch nicht viel Geduld, Ruhe oder Frustrationstoleranz erwarten.

    Er sieht ein Taubenpärchen im Baum kann natürlich nicht hin, ist bis zum Anschlag gespannt und dann entlädt sich diese Spannung im irren Gerenne. Ein zwei Runden dann ist es wieder gut.

    Ich finde es richtig klasse, daß er sich schon nach ein oder zwei Runden von selber wieder beruhigt. Du kannst stolz auf ihn sein! :bindafür:

    Irres Gerenne ist das in meinen Augen nicht, das wäre dann der Fall, wenn er sich ins Rennen maßlos reinsteigert und sich nur schwer oder gar nicht wieder einkriegt.

    Spannungsabbau ist normal und darf sein. Was soll er denn sonst tun, um Spannung abzubauen?

    Wie lange sind eure Gänge im Freilauf/an der Schleppleine?

    Cara war auch ein lebhafter Welpe und Junghund. Klassische "Ruheübung" wenn man das so nennen will, wurde uns schon in der Welpenstunde gezeigt und hat sich bewährt:

    Wenn man irgendwo wartet oder verweilt, Fuß auf die Leine stellen. Die Leine zwischen Fuß und Hund so lang lassen, daß der Hund bequem stehen, sitzen oder liegen kann, die Wahl ist ihm überlassen. Aber kurz genug, um ihn am Wuseln und Umkreisen der Beine zu hindern.

    Den Hund nur dann freigeben, wenn er sich wenigstens kurz ruhig verhält.

    Wichtig: diese Übung nur dann machen, wenn man sie im Alltag tatsächlich benötigt und nicht ständig ohne Anlass trainieren. 10 mal täglich Frustübung ist nämlich ganz schön viel verlangt und kann dann eher zu mehr Frust führen als hilfreich sein.

    Die Angst sitzt in den Köpfen, weils eben meist keine Erfahrungswerte der Personen hinter diesen Köpfen sind ...

    Insofern ist bei vielen Menschen eine völlig irrationale Angst im Kopf vor Listenhunden,...


    Weil: es gibt mit Sicherheit mehr nette Listenhunde als solche, die außer Kontrolle und aggressiv oder gefährlich sind. Nur schreibt halt über die keiner ne Titelseiten-Schlagzeile......

    Ich zitiere mich hier mal selber:

    Listis sind in meiner Ecke sehr häufig. Ich habe mit Cara aus gutem Grund immer Abstand gehalten, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.

    Wo ich wohne, gehören Listis zu den häufigeren Hunderassen. Großstadt, ärmeren Stadtteil, keine Rasselisten, die die Haltung verbieten.

    Als Faustregel und Erfahrungswert kann ich schon sagen: Erwachsene American/Staff/Bullterrier und deren Mixe neigen dazu, fremden Artgenossen gegenüber ausgesprochen ruppig bis agressiv zu sein. Auch auf Artgenossen gerichteter Jagdtrieb kommt vor, wird auch von einigen HH gefördert.


    Bei den Haltern gibt es verschiedene Kategorien:

    Solche, die es wissen und ihre Hunde kontrolliert und angeleint führen und anderen Hunden von sich aus ausweichen. Die liebe ich, mit denen habe ich kein Problem. Das sind zum Glück hier die meisten.

    Dann solche, die es wissen, denen es aber egal ist. Nicht so schön, aber eher selten.

    Dann solche, die sich Illusionen machen darüber, was ihr Hund gerade tut (mobben, provozieren, bedrängen, einschüchtern) und das alles für Spiel halten. Ebenfalls unschön, leider nicht so selten.

    Dann die Freundin des eigentlichen Hundehalters, die den Listi aus Gefälligkeit ausführt, selbst aber keine Ahnung hat. Eine der gefährlichsten Kategorien, wenn sie zB von ihren (seinen) Hunden von der Bank gerissen wird, weil die Hunde auf Cara draufwollen.

    Als letztes dann die beleidigte Kampfschmuserfraktion, "alle haben nur Vorurteile und tun uns unrecht". Die nehmen übel, wenn man ihnen ausweicht.

    Nein, ich möchte nicht, daß dein ungestümer 30 Kilo Jungrüde auf meiner 9 Kilo Pudeloma rumtrampelt nur um zu beweisen, wie lieb er doch ist und daß ich voll doof bin und Vorurteile habe.

    Ich habe keine Vorurteile. Ich habe Erfahrungen. Und nicht nur mit einer Handvoll Hunde über die Jahre.

    Klar gibt es auch in dieser Rassegruppe Individuen, die mit Fremdhunden nett und entspannt sind. Aber die Mehrheit ist das nicht. Auch jenseits dessen, was zu einer Schlagzeile führt.

    Gesunde Vorsicht und Abstand gegenüber Listenhunden ist meiner Erfahrung nach begründet.

    Wenn Hunde verschiedener Rassen überhaupt Kommunikationsschwierigkeiten haben, dann gilt das für Zufallsbegegnungen draußen. Hunde, die im gemeinsamen Haushalt leben lernen schnell, sich zu lesen. Ob da ein Schwanz höher oder tiefer getragen wird, ob die Ohren stehen oder hängen spielt keine Rolle.

    Havaneser und Sheltie sind nicht so Welten voneinander entfernt, daß man da mit irgendweichen Problemen rechnen müßte.

    Das ist natürlich schwierig für dich. Ich kenne vergleichbare Situationen aus eigener Erfahrung. Da muß man schon sehr souverän rangehen und stets im Blick halten, was für den eigenen Hund gut ist und was zuviel sein könnte. Sich nie von der Herde mitreißen lassen, wenn alle anderen jetzt Übung X machen.

    Sehr viel hängt davon ab, inwieweit du mit dem Trainer menschlich klarkommst. Ob er akzeptieren kann, daß du für deinen Hund auswählst, was ihr auf dem Platz tut und was nicht oder ob er dadurch seine Autorität gefährdet sieht.

    Auf unserem Pudelplatz hatte die "Trainerin"vor unvordenklichen Zeiten mal einen Wochenendkurs mitgemacht und durfte sich seither eben Trainerin nennen. Vom Wissensstand her unterirdisch, da wurden halt immer dieselben Muster abgelaufen, von irgendeinem Aufbau der Übungen konnte keine Rede sein.

    Ich bin mit Cara aus denselben Gründen wie du aber gerne mitgelaufen, man kann SitzPlatzFuß ja immer wieder mal üben und das Ganze unter Ablenkung neben anderen Hunden zu üben macht ja durchaus Sinn.

    Die Trainerin durfte meinen Hund nicht anfassen und das wußte sie auch. Ich habe auch nicht jede Übung mitgemacht, wenn zB die Hunde zu dicht zueinander geführt werden sollten. So kamen wir gut miteinander zurecht.

    Problem an der Sache: ich möchte mit meinem Hund das Vereinstraining mitmachen, da er Angst vor Hunden hat und ich sonst nirgendwo so viele Hunde finde.

    Macht das überhaupt Sinn, deinen ängstlichen Hund gleich mit einer ganzen Gruppe zu konfrontieren?

    Sind die angeleint oder frei? Nur bei angeleinten Hunden kann man sinnvoll unter Einhaltung eines Wohlfühlabstandes trainieren. Laufen die Hunde frei, hast du keine Kontrolle, und dein Hund macht nur schlechte Erfahrungen. Wenn es eine Welpenstunde ist, würde ich von letzterem ausgehen. Das macht dann keinen Sinn für dich und kann vieles verschlechtern.

    Beide Aussagan sind falsch.

    -Kleines Gedankenexperiment: Wenn du selbst richtig Angst hast und jemand bietet dir ein Stück Kuchen an, wirst du dann durch das Essen des Kuchens noch ängstlicher?

    Wahrscheinlicher ist doch, daß du den Kuchen ganz ablehnst oder höchstens, um den Geber nicht zu beleidigen, wenige Bissen hinunterzwingst, die dir dann wie Pappe schmecken. Deine Angst bleibt, wie sie war - oder vielleicht trägt die Ablenkung zur Beruhigung bei. Das wäre dann der eigentlich gewünschte positive Effekt. Funktioniert aber nur, wenn die Angst nicht zu groß ist.

    Durch Belohnung kann man Angst also nicht verstärken. Wohl aber ungewollt durch eigene Angst und Anspannung. Denn der Hund hat feine Antennen für die Stimmung seines Menschen.

    Ob und in welcher Situation es sinnvoll ist, den Hund auf den Arm zu nehmen, ist von vielen Umständen abhängig. Es ist aber oft sehr wirksam, wenn der Hund es kennt und verinnerlicht hat, daß er oben sicher ist.

    Wenn du den agressiven Hund melden willst, dann tu das getrennt.

    Das Strafgeld würde ich aber ohne jeden Kommentar zahlen.

    Es gibt Gemeinden, in denen eine Befreiung von der Leinenpflicht möglich ist, wenn man eine bestandene Gehorsamsprüfung mit dem Hund nachweist, zB einen Hundeführerschein oder die Begleithundeprüfung. Du könntest dich mal erkundigen, ob das in deiner Gemeinde möglich ist, offensiv Werbung wird dafür nämlich nicht gemacht.

    Aber Liegewiesen dürfen Hunde gar nicht betreten, weder mit noch ohne Leine.