Beiträge von dagmarjung


    Damit prägt man auch das Bild von Mischlingen in der deutschen Öffentlichkeit.


    Das ist für Menschen, die einen Pudel-Collie oder Dackel-Spitz mit ihren Eigenheiten noch ganz knuffig gefunden hätten, einfach abschreckend.

    Nein, das trifft absolut nicht zu.

    Im Gegenteil hat sich der Ruf von Mischlingen über die Jahrzehnte stetig verbessert. Ich habe alte Hunderatgeber mit dem Wissensstand der 40ger bis 60ger Jahre, die gehen ganz selbstverständlich davon aus, daß man sich mit einem Mischling einfach nicht sehen lassen kann, nur Rassehunde gelten etwas. Heute halten viele Leute Mischlinge für die besseren Hunde, weil "nicht überzüchtet". Die Tatsache, daß Mischlingswelpen heute oft für Preise verkauft werden, die gleichauf oder über denen von Rassehunden liegen, spricht ebenfalls für sich.

    Ich bin sehr sicher, dass sich das lohnt. Eine Freundin von mir hat vor etwas über einem Jahr einen neuen Hund gesucht und auch bei verschiedenen Orgas, die Auslandshunde vermitteln geschaut.


    Eine HP, habe mir leider den Verein nicht gemerkt, hatte 20-30 Tiere, fast alle davon im Alter von etwa sechs Monaten.

    Es lohnt sich und dieser Markt wird bedient. Wie das genau vor sich geht, beschreibt Stephan Kirchner in seinem Buch "Streuner!"

    Aber das ist ein grundsätzlich anderes Modell als die Zusammenarbeit eines deutschen kommunanlen Tierheims mit einem Partnertierheim im Ausland. Das muß man unterscheiden.

    Ich finde die gewollte Produktion eines Mischlingswurfs aus einer Kombi von eher unproblematischen Rassen wie Collie und Pudel zwar nicht unterstützenswert, aber auch wirklich nicht das Ende der Welt.

    (Die Vermehrer sollten aber eine Kettensäge für die künftige Fellpflege gratis dazulegen.) :roll:

    Daß Pudel heute im Ganzen immer noch gesundheitlich und wesensmäßig gute Hunde sind, gehört für mich zu den Wundern, die einem Gottesbeweis sehr nahe kommen. Am Zuchtverein und dessen Führung kann es jedenfalls nicht liegen.

    Die kommunalen Tierheime sind heute das Auffangbecken für ansonsten aus verschiedenen Gründen unvermittelbare Hunde. Also die, für die sich auf dem freien Markt im Internet kein Käufer findet.

    Das war früher im Zeitalter der lokalen Zeitungsanzeigen mit sehr begrenzter Reichweite noch anders. Das macht den Tierheimen schon länger Probleme, auch schon vor Corona und den Folgen.

    Daher sind heute die weitaus meisten deutschen Abgabehunde im Tierheim Langzeitinsassen, für die sich nicht so schnell, wenn überhaupt Interessenten finden. Die begrenzten Plätze sind also längerfristig belegt.

    Jung, nett, gesund und bis kniehoch ist dagegen immer gesucht und es ist kein Wunder, daß manche TH solche Hunde gezielt aus dem Ausland holen, um überhaupt mal was vermitteln zu können. Der Auslandstiershutz wird damit entlastet, also eine win win Situation für alle.

    Ich weiß nicht, an welcher Stelle ihr bisher das Aufreiten und anderes Bedrängen unterbrecht.

    Der richtige Zeitpunkt ist jedenfalls schon dann, wenn der erste Blick des Rüden zur Hündin geht. Nicht erst wenn er sich annähert oder gar schon auf ihr hängt. Dasselbe gilt sinngemäß, wenn er sich aufbaut, um sie von Ressourcen zu vertreiben.

    Das erfordert schon hohe Aufmerksamkeit eurerseits und immer wenn das nicht möglich ist, würde ich auch trennen.

    Die Kombi aus forschem, größer werdendem Welpen und zarter, noch nicht erwachsener Ersthündin finde ich auch ungünstig. Meine Pudelhündin war an sich problemlos mit anderen Hunden, aber bollerige große Welpen habe ich immer von ihr ferngehalten.

    Andererseits habt ihr aber auch räumliche und personelle Möglichkeiten auf eurer Seite, das Ganze trotzdem gut zu managen.

    Der Chihuahua ist erst seit 2 Monaten da und da ist wirklich noch nichts festgeschrieben in den gegenseitigen Beziehungen, zumal bei einem so jungen Hund auf dem Weg zur Pubertät und dazu Ersthundehaltern, die sich ja auch erstmal ins Leben mit Hund einfinden müssen.

    Wodurch das unterschiedliche Verhältnis zu Halterin und Partner vermutlich begründet sein wird, wurde ja schon ausführlich beantwortet.

    Da würde ich mal romantische Bilder vom Seelenhund und unsterblicher Liebe auf den ersten Blick ganz beiseite lassen. Das Leben funktioniert unbedingt nicht so wie im Film. Dafür dauert es zum Glück meist etwas länger und gibt Beziehungen Zeit zum Wachsen.

    Hunde und Menschen sind nicht dasselbe.

    Ein Chihuahua ist kein Mini-Mensch, sondern ein Tier. Letztlich wird vom Kauf bis zum letzten Gang zum Tierarzt alles über den Kopf eines Hundes hinweg entschieden. Weil Tiere nun mal in vielen wichtigen Dingen nicht entscheidungsfähig sind.

    Eigene Erfahrungen und frühere Verletzungen 1:1 auf den Hund zu übertragen, hilft nicht weiter, weil ein Hund in so vielen Dingen anders tickt als ein Kind.

    Vielleicht kannst du als Argumentationshilfe mal mit der Kamera aufnehmen, wie die Hündin sich verhält und wie unwohl sie sich fühlt, sobald dein Partner die Wohnung verläßt.

    Letztendlich sind die Differenzen zwischen deinem Freund und dir aber kein Thema für ein Hundeforum, zumal die Probleme auch mit sehr persönlichen Erfahrungen deines Freundes zusammenhängen.

    Ich wünsche euch, daß ihr einen guten gemeinsamen Weg findet!

    Mit meiner Pudelhündin habe ich mich anfangs übrigens auch nicht so sehr verbunden gefühlt, obwohl ich sie von Welpe an hatte. Aber es dauerte mehr als ein halbes Jahr, bis wir uns wirklich kennengelernt hatten und eine verläßliche Freundschaft gewachsen war. Tiefe Zuneigung braucht Zeit. Das ist ganz normal.

    Funktioniert leider nicht bei allen Abkürzungen so.

    Ich freue mich jedenfalls, wenn zumindest seltenere Rassenamen bzw weniger bekannte Abkürzungen ausgeschrieben werden. Wenn man im öffentlichen Thread postet, ist der Beitrag grundsätzlich für alle Mitlesenden, nicht nur für eine einzelne Person. Für Mitteilungen an Einzelne empfehle ich die Privatnachricht! ;)