So mancher Berufstätige holt sich einen Hund, weil er sich halt einen wünscht, und überläßt ihn dann weitgehend einer Tagesbetreuung bei Partnerin. Eltern oder anderen Menschen.
Das ist ja nun nicht so selten.
Wenn der Partner der TE einen Job mit langen Dienstzeiten hat, kann es auch sein, daß er einige Tage in der Woche stark eingespannt ist und dafür mehrere freie Tage hintereinander hat, in denen er sich dann dem Hund widmen kann.
Wenn der Hund harmlos und nett ist, kann das Modell ja auch prima funktionieren.
Leider gilt das nicht, wenn der Hund Agressions- und sonstige Verhaltensprobleme hat.
Dir, liebe TE möchte ich ans Herz legen, den Hund nicht so sehr durch die emotionale Brille "der Arme, er hat so viel durchgemacht!" zu betrachten. Du darfst ihn lieben, das verdient er, aber du solltest ihn auf keinen Fall durch eine rosarote Brille betrachten. Daß man ein Tier liebt, bedeutet noch lange nicht, daß man von ihm wiedergeliebt oder gar nett behandelt wird.
Für den Ist-Zustand ist es letzlich egal, warum der Hund so wurde wie er jetzt ist.
Es ist übrigens nicht so, daß immer schlechte Behandlung schuld daran ist, wenn ein Hund agressiv wird. Hunde bringen auch angeborene Anlagen mit, zB wenn sie zum Wachen und Schützen gezüchtet sind. Können die Besitzer damit nicht umgehen, kommt es schnell zu Problemen, und der Hund lernt erfolgreich, sich mit den Zähnen durchzusetzen.
Es kann durchaus sein, daß die früheren Freundinnen deines Partners Maßnahmen wie Wegsperren und Anbinden aus reinem Selbstschutz ergriffen haben: weil sie nicht gebissen werden wollten, dein Partner ihnen aber den Hund aufs Auge gedrückt hat so wie jetzt dir.