Beiträge von dagmarjung

    Das ist schon ein massives Programm, was Lui da leisten muß.

    Ich glaube, daß du immer noch weit unterschätzt, was dieser Hund gerade zu bewältigen hat. Ja, er kennt das Leben mit einem größeren Hund, aber nicht mit deinem Hund. Der auch noch dazu ein Rüde ist und keine Hündin, also eher potentieller Konkurrent als Partner. Der versucht, ihn einzuschränken und zu kontrollieren. Ja, du maßregelst Texas, wenn er das tut, aber alleine daß du maßregeln mußt heißt ja, daß er es versucht und Lui bekommt schon den Ansatz mit, auch wenn du Texas danach abbrichst. Das heißt, Lui hat Stress dadurch.

    Ja, Lui kennt Katzen, aber er kennt nicht deine Katzen, davon auch gleich noch 6.

    Luis ist erst seit Donnerstag bei dir. Also noch nicht mal 4 Tage.

    Er muß also sein Verhältnis zu nicht weniger als 8 fremden Individuen neu finden, und zwar in einer ebenfalls neuen, unbekannten Umgebung und dazu muß er den Verlust des bisher vertrauten Lebens verarbeiten.

    Da ist es für SitzPlatzFuß noch weitaus zu früh.

    Bitte übe Geduld und beschränke dich vorerst auf das Aller-Allernotwendigste. Laß alles weg, was du weglassen kannst, ohne Leib und Leben deiner Tiere zu gefährden und laß den Chi erst einmal so mitlaufen. Sitz Platz, Fuß und Pfote lernt er auch später noch.

    Kommandos baut man ausnahmsweise über positive Verstärkung auf. Bei Pferden mache ich keinen Unterschied. Neue Lektionen lernen sie mit viel Stimmenlob.

    Empfinden Pferde Stimmlob als direkten positiven Verstärker? Oder eher als Signal, daß man im Moment im sicheren Bereich ist und keinen Druck befürchten muß, was dann eher einem negativen Verstärker gleichkäme?

    Für Hunde wirkt Stimmlob ja meist weniger belohnend verglichen mit Leckerlie oder Spiel.

    Der Chi ist auf jeden Fall massiv gestresst, nur zeigt er das nicht auf dieselbe Weise wie Texas.

    Er wurde von jetzt auf gleich in eine fremde Umgebung versetzt, zu einem wesentlich größerem Fremdhund, dem er nicht ausweichen kann und zu einem Menschen, den er nicht kennt und dem er daher auch noch nicht vertrauen kann.

    Klar ist er verunsichert, wie sollte es denn anders sein?

    Bitte pack keine Aufkleber wie "typisch Kleinhund-Größenwahn" auf den Hund!

    Stressmarkieren bei Rüden hat nichts mit Größenwahn zu tun. Sondern einfach mit dem Versuch der Stressbewältigung.

    Dazu kommt, wie andere schon schrieben, daß viele Zwerghunde schon von Welpe an (Wohnungsaufzucht) aus Bequemlichkeit an Pinkelmatten oder ähnliches gewöhnt wurden und daher die Wohnung als Löseplatz kennen.

    An so massiv eingreifende Maßnahmen wie den Kastrationschip solltest du vorerst nicht einmal denken. Der Chi ist ja erst wenige Tage bei dir.

    Er hat es sich nicht ausgesucht, bei dir zu sein. Das Zauberwort heißt hier Geduld. Gib ihm viel Zeit und Ruhe zum Ankommen. Vertrauen muß man sich erst einmal verdienen.

    Wenn ihr den Hund schon seit 2 Wochen habt, dann ist er schon mit 5 Wochen von der Mutter und den Geschwistern getrennt worden?

    Puhhh... :verzweifelt:

    ich mag hier gar keine Tips aus meiner Erfahrung aus Caras Welpenzeit geben, weil ein so junger Welpe wie eurer ja noch ganz andere Bedürfnisse hat als ein Welpe von 8 Wochen oder älter.

    Kannst du mal euren gesamten Tagesablauf schildern?

    Wenn ein Welpe abends im gemeinsamen Bett keine Ruhe findet, kann das daran liegen, daß tagsüber zuviel los war und die Nerven überreizt sind. "Nach müd kommt blöd."

    Wäre ja auch kein Wunder, da er tagsüber unter Schlafmangel leidet.

    Wenn der Welpe tagsüber nur zur Ruhe kommt, wenn er mit einem von euch kontaktliegen kann, würde ich das als altersentsprechend normales Verhalten ansehen. Wenn man sich einen Wurf junger Welpen beim Züchter anschaut, dann ruhen die in dem Alter alle gemeinsam auf einem Haufen, wachen auf, haben eine Spielphase, trinken/fressen, fallen um und schlafen, und so weiter wieder von vorne. Die Aktivitäts- und Ruhephasen sind weitgehend mit den Geschwistern koordiniert. Kein Wunder also, wenn euer Hund jedesmal aufspringt, wenn ihr durch aufstehen signalisiert, daß ihr jetzt aktiv sein wollt.

    Gut, daß ihr keinen Käfig zum Wegsperren geholt habt. Der hätte euch nichts genutzt, sondern nur Trennungsangst erzeugt.

    Kleinpudelhündin Cara hat ihre Rassebeschreibung gründlich gelesen, nur den Absatz mit dem geborenen Wasserapportierhund hat sie ausgelassen.

    Sie wurde am ersten Mai geboren, und daher hatte sie schon als Junghund Gelegenheit, sich mit dem Wasser bekannt zu machen, aber das Schwimmen lernen fiel ihr nicht leicht. Im Seichten planschen ja, aber zum Schwimmen fehlte ihr lange der Mut und wenn sie sich dann doch traute, wurde sie schnell hektisch, paddelte vorne und sank hinten ab. Einmal mußte ich sie retten, da konnte sie an sich schon schwimmen, aber weil Pflanzen unter Wasser mit ihren Beinen in Kontakt kamen erschrak sie und wurde panisch, hing senkrecht im Wasser und ich mußte sie rausholen.

    Mit Übung wurde sie dann doch noch eine gute Schwimmerin und lernte, sich dem Wasser waagerecht anzuvertrauen. Es ging ihr allerdings immer nur darum, Ball oder Dummy aus dem Wasser zu holen, Schwimmen an sich war nicht selbstmotivierend. Trotzdem hatten wir über die Jahre viel Spaß am und im Wasser und die richtige Schwimmtechnik war kein Problem mehr.

    Es dauerte einige Jahre, bis mir auffiel, daß ich unter all den Urlaubsfotos von Spaziergängen am Nordseestrand kein einziges hatte, das Cara vor dem Hintergrund des Meeres laufend zeigte. Dafür jede Menge, die Cara vor dem Hintergrund der Dünen zeigen.

    Die vorsichtige Pudeline hielt sich immer zwischen mir und der Landseite. :roll: