Ich lese hier mit und ja, es interessiert mich, wie es euch geht. Schön, daß Whiskey heute einen guten Tag hatte. ![]()
Beiträge von dagmarjung
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Ein Hund, der erst seit zwei Monaten bei dir ist, hat seinen Koffer noch gar nicht richtig ausgepackt. Egal, wie lerneifrig er sich bisher zeigt. Vermutlich täuscht gerade dieser Lerneifer darüber hinweg.
Du wirst aber nach einem halben und später nach einem vollen Jahr noch ganz viel Entwicklung und Veränderung sehen, wenn du rückblickend mit der ersten Zeit bei dir vergleichst.
Nicht zuletzt braucht eure gegenseitige Beziehung Zeit zum Reifen, besonders da der Hund ja schon mehrere Trennungen und Besitzerwechsel verkraften mußte. Vertrauen muß man sich verdienen, und das hat sehr viel mit Geduld zu tun.
In dem Maß, wo das Vertrauen deines Hundes in dich - langsam! - wachsen wird und er mehr und mehr das Gefühl bekommt, daß du wirklich in seinem Leben bleibst, ist es sogar möglich, daß sein Bedürfnis an Hundekontakt deutlich sinkt, weil er sich dann mehr auf dich verlassen kann.
Ich weiß auch gar nicht, warum du nach zwei Monaten schon quasi das Handtuch wirfst mit der Aussage "er wird nie perfekt sein". Wie perfekt dein Hund einmal ein wird, kann man nach so kurzer Zeit überhaupt nicht voraussagen.
Du selbst bist Ersthundehalterin und brauchst auch deine Zeit, um erstmal ins Hundethema mit einem Hund reinzuwachsen. Wenn dir die Körpersprache von Hunden noch nicht so wirklich geläufig ist, ist es auch für dich selbst noch viel zu früh, an einen zweiten Hund zu denken. Denn mit dem Einzug eines egal wie unkomplizierten Hundes ist sofort eine ganz andere Dynamik da.
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Die meisten Hündinnen werden 2 mal im Jahr läufig, also häufiger als nur alle 12 Monate einmal.
Es ist normal, daß der Abstand sich auch mal verschieben kann.
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Der junge Hund kommt aus einer suboptimalen Aufzucht. Er konnte dort weder viele Umwelterfahrungen machen noch wurde sich vermutlich viel und eingehend mit ihm beschäftigt. Dann folgte der Umzug ins Tierheim und kurze Zeit danach noch mal ein weiterer Wechsel zu dir. Das ist erst eine Woche her.
Der Hund ist noch vollauf damit beschäftigt, sich mit den völlig neuen Lebensbedingungen auseinanderzusetzern und Versäumtes nachzuholen. Das macht er anscheinend schon sehr gut!

Ich würde die Erwartungen herunterschrauben und dem Hund wirklich zuhören, was er braucht. Ich glaube, es wird euch nichts bringen, Schema F aus dem Welpenratgeber abzuarbeiten.
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Was nun neu dazu kam, ist die Skepsis manchen fremden Menschen gegenüber, die sie anschauen, und die Überschwänglichkeit und das heftige Ziehen mit Bellen, was viele erschreckt, ihr bekannten Menschen gegenüber draußen vor unserem Zuhause . Ich lasse sie dann nicht hin und hinter mich gehen, aber sie versucht es immer wieder zu entfleuchen. Und ehrlicherweise kann ich das Bellen in den Fällen auch nicht wirklich gut einschätzen, ob es Ungeduld ist, die Energie, der Stress oder ein Mix aus "ich muss hüten", aber ich will auch unbedingt zu euch hin.
In dieser pubertären Phase ist der junge Hund oft zwischen welpenhafter Kontaktfreude und erwachendem Mißtrauen hin und her gerissen bzw beides kann sich mischen. Gerade der große Überschwang ist hier ein Zeichen für Stress und inneren Konflikt. Was schnell zu unguten Situationen führen kann, wenn der scheinbar freundlich kontaktsuchende Hund plötzlich zuschnappt, wenn der Mensch ihn direkt anschaut oder streicheln will.
Du machst es deshalb genau richtig, wenn du deine Hündin nicht hin lässt.
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Weißt du, welche der Sennenhundrassen bei deiner Hündin beteiligt ist und welche andere Rasse oder Mischung der andere Eltrernteil ist?
Die Sennenhunde sind von ihrem Ursprung her erst mal durchsetzungsfähige Hofwächter. Mißtrauen gegenüber Fremden ist daher normal für diesen Hundetyp. Es ist auch normal, daß Junghunde entsprechender Rassen mit dem Erwachsenwerden ihren Wachtrieb entdecken, durchaus auch verbunden mit Unsicherheiten. Es ist dann die Aufgabe des Menschen, ihnen zu vermitteln, was eine ernsthafte Bedrohung ist und was nicht.
Sennenhunde können zwar auch Vieh treiben, sind aber charakterlich ein ganz anderer Typ als die eigentlichen Hütehunde.
Mein Eindruck ist, dass sie Menschen gegenüber skeptisch geworden ist, was zuvor nicht so war. Erinnern kann ich mich an keine Situation, in der sie ungewollt berührt wurde oder schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Das hat nichts mit schlechten Erfahrungen zu tun, sondern ist der ganz normale Reifungsprozess bei Hunden vom Wächtertyp.
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Ich gucke sonst keine Tatorte, aber die aus Münster sind Kult!

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"Achtsam Morden" von Karsten Dusse
Dieser Empfehlung kann ich mich anschließen. Eine Freundin, die selber als Coach arbeitet, hat mir das Buch empfohlen und es war die ideale Urlaubslektüre!

Ich habe nur den erstan Band gelesen, weil ich immer mißtrauisch bin, wenn jemand nach einem ersten großen Erfolg dasselbe Thema noch weiter ausschlachten will, das geht häufig nicht gut. Aber wenn du sagst, die folgenden Bände haben eigene Ideen, dann spricht das auf jeden Fall für die Reihe.
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"Lassie" ist immer noch ein Zauberwort - nach so vielen Jahren. Bestimmt hast du frühkindliche Konditionierung durchs Fernsehen im Vater angesprochen...

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Hier ist es "click". Einsilbig, geht schnell von der Zunge, wird sonst im Alltag nicht verwendet und ist eben kein Lobwort, sondern ein Markersignal.
Beim anschließenden Loben mit Worten kann ich dann kreativ werden und vom einfachen "super!" bis zum fröhlich gesungenen "Du bist so gut, du bist so toll!" alles verwenden. Aber ein Markerwort sollte so kurz und prägnant wie möglich sein.