Beiträge von dagmarjung

    Es gibt schon solche Leute, die an ihrem Hund weniger den Hund selber sondern dessen Pflegebedürftigkeit lieben, und das ist auch nichts Neues.

    In den Zeiten vor dem Internet war es mal ein längerer Artikel in einer Hundezeitschrift, wo ich zum erstenmal auf dieses Phänomen stieß.

    Die Schreiberin schilderte, wie sie sich in einem indischen Tierheim bewußt den Hund aussuchte, der am allerschlimmsten litt, mehrfach krank und behindert war, Angsthund noch dazu.

    Was erstmal nobel klingt.

    Es war die Art, wie sie darüber schrieb und in der Folge ausführlich schilderte, was sie alles an und mit diesem Hund tat, welchen teuren Behandlungen sie ihn unterzog und wie sehr sie sich immerzu für ihn aufopferte, die bei mir die Alarmglocken klingeln ließen.

    Für den Hund muß es die Hölle gewesen sein, es gab auch keine wirkliche Perspektive auf bessere Lebensqualität. Aber die Halterin konnte halt viel betütteln und sich selbst als wahre Heldin beweihräuchern und sich anderen Hundehaltern/Tierschützern überlegen fühlen.

    Das ist auch was ganz anderes als wenn sich hier jemand im Forum über Krankheit und Leiden seines Hundes austauscht. Hier geht es doch um ganz andere Dinge. Sei es, daß man sich Rat und mögliche Hilfe von anderen erhofft, deren Hund ähnliches durchmachen mußte, sei es daß man einfach nicht ganz alleine sein will mit seinen Gefühlen, die im Alltag nicht jeder nachvollziehen kann. Ich habe hier noch keine Person getroffen, die das Leiden ihres Hundes zur Selbstdarstellung nötig hat.

    Ich denke auch, das Video mit dem Laufband stellt nur einen winzigen Ausschnitt aus dem Leben der Halterin mit ihrem Assistenzhund dar. Daraus kann man nichts schließen.


    In anderen Videos sehe ich daß der Hund schon oft nach draußen kommt, die Videos zeigen ihn dann allerdings im Arbeitsmodus.

    Daraus würde ich allerdings auch wieder nicht schließen, daß der Hund nicht auch Freizeit für Hundedinge hat, denn ich gehe davon aus, daß die Halterin gerade die Arbeit des Assistenzhundes als berichtenswert ansieht und die Öffentlichkeit darüber aufklären möchte.

    Nicht alle Hunde zeigen deutlich an, wann sie müssen, diese Erwartung solltest du fallenlassen. Stubenrein werden sie aber trotzdem.

    Stubenreinheit ist im Grunde kein pädagogisches Lernziel des Menschen sondern ein natürlicher Reifungsprozess im Hund selbst. Es ist eine Entwicklung, die individuell unterschiedlich lang braucht.
    Strenge bringt dir also gar nichts.

    Neben der körperlichen Ausreifung und damit zunehmend besserer Kontrolle über die Ausscheidungsorgane spielt auch der mentale Aspekt eine wichtige Rolle. Hunde versäubern sich nicht gerne direkt im eigenen Lager, also da, wo sie ruhen. Das umschließt anfangs wahrscheinlich noch gar nicht die ganze Wohnung. Bei meiner Hündin war es zB so, daß sie zuerst im Schlafzmmer stubenrein war. Achte doch mal darauf, wie es bei deinem Hund ist, ob er sich wahllos überall löst oder schon bestimmte Vorlieben zeigt wo und wo nicht.

    Bei größeren Wohnungen kann es sein, daß weniger genutzte Räume noch länger als nicht zum Heim gehörig empfunden werden und dann auch zum Lösen aufgesucht werden. Dann kann es helfen, sich dort öfters mit dem Hund zusammen aufzuhalten.

    Setz dich, deinen Hund und deinen Mann nicht unter Druck. Auch mit einem halben Jahr und darüber hinaus kann es noch zu Unfällen im Haus kommen, ohne daß man sich Sorgen machen muß. Wenn die Tendenz insgesamt ist, daß es besser wird, wie du schreibst, dann ist alles in Ordnung.

    Ich wünsche dir eine erfolgreiche Reha! :smile:

    gleichzeitig hört man an dieser Stelle eben oft, dass wenn man umdreht dem Hund suggeriert wird, dass man aufgrund von Angst oder Gefahr oder was auch immer umdreht und das der Hund das nie lernen kann, wenn man immer vermeidet.

    Dazu kann man auch eine andere Meinung haben. Wenn ich dem ängstlich/unsicheren Hund durch Ausweichen vermitteln kann "ich führe dich raus aus der Gefahr" dann kann er dadurch lernen, mir zu vertrauen. Und erst wenn ich mir so das Vertrauen meines Hundes verdient habe, und ihn in seinen Augen verläßlich beschütze, kann er sich auch dann auf mich verlassen, wenn ich ihm nach und nach größere Risiken zumute.

    Bei der Konfrontationsmethode "Da muß er durch!" kann ich dagegen ganz viel Vertrauen verspielen, wenn ich den Hund quasi in die Konfrontation reinschubse und ihn dann auch noch maßregele, wenn er sich auf seine Art schützen will..

    Da ich auch im Hundesport unterwegs war mit Cara, galten "Sitz" und "Platz" grundsätzlich bis ich auflöse und wurden auch so trainiert. Also bitte auch in genau der Position bleiben.

    Im Alltag habe ich "Warten" verwendet, wenn ich Cara kurz irgendwo parken wollte, frei oder angebunden, es mir aber egal war, ob sie sitzt, liegt oder steht.

    "Warten" heißt in erster Linie: ich gehe kurz weg, bleib hier bis ich wiederkomme. Im Alltag habe ich das gelegentlich je nach Situation auch mal in Verbindung mit Sitz benutzt.