Es gibt schon solche Leute, die an ihrem Hund weniger den Hund selber sondern dessen Pflegebedürftigkeit lieben, und das ist auch nichts Neues.
In den Zeiten vor dem Internet war es mal ein längerer Artikel in einer Hundezeitschrift, wo ich zum erstenmal auf dieses Phänomen stieß.
Die Schreiberin schilderte, wie sie sich in einem indischen Tierheim bewußt den Hund aussuchte, der am allerschlimmsten litt, mehrfach krank und behindert war, Angsthund noch dazu.
Was erstmal nobel klingt.
Es war die Art, wie sie darüber schrieb und in der Folge ausführlich schilderte, was sie alles an und mit diesem Hund tat, welchen teuren Behandlungen sie ihn unterzog und wie sehr sie sich immerzu für ihn aufopferte, die bei mir die Alarmglocken klingeln ließen.
Für den Hund muß es die Hölle gewesen sein, es gab auch keine wirkliche Perspektive auf bessere Lebensqualität. Aber die Halterin konnte halt viel betütteln und sich selbst als wahre Heldin beweihräuchern und sich anderen Hundehaltern/Tierschützern überlegen fühlen.
Das ist auch was ganz anderes als wenn sich hier jemand im Forum über Krankheit und Leiden seines Hundes austauscht. Hier geht es doch um ganz andere Dinge. Sei es, daß man sich Rat und mögliche Hilfe von anderen erhofft, deren Hund ähnliches durchmachen mußte, sei es daß man einfach nicht ganz alleine sein will mit seinen Gefühlen, die im Alltag nicht jeder nachvollziehen kann. Ich habe hier noch keine Person getroffen, die das Leiden ihres Hundes zur Selbstdarstellung nötig hat.